NFC zu 02-16-05

Helmut und Emma Quast, 1931.
Privatbesitz Herta Erdmann.
Helmut Quast
Helmut Quast wurde am 22. Januar 1930 in Neuenfelde-Nincop im Kreis Jork im Alten Land geboren. Über seine Eltern ist wenig bekannt. Der Vater Jonny Quast war Landwirt, später Frontsoldat und fiel im Krieg. Die Mutter Emma Matilde Quast war nach gescheiterter erster Ehe mit Helmut Quasts Vater neu verheiratet und brachte noch zwei Kinder zur Welt. Helmut lebte bei seiner Mutter auf dem Kleenlof-Hof. Nach der Wiederheirat zogen sie nach Estebrügge und von dort 1936 nach Borstel im Kreis Stade.
Die Einweisung von Helmut Quast in eine Anstalt erfolgte auf Veranlassung des Amtsarztes des Gesundheitsamtes des Kreises Stade. Der Amtsarzt stellte bei einer Untersuchung von Helmut fest, dass er »blöde« sei und auf einer Hilfsschule besser aufgehoben wäre, dort zumindest Fertigkeiten für das spätere Leben erlernen könnte. Auch seine Klassenlehrerin befürwortete den Schulwechsel.
Der Amtsarzt beauftragte das Kreiswohlfahrtsamt damit, Helmut in den Rotenburger Anstalten der Inneren Mission unterzubringen, die über die geforderte Hilfsschule verfügten. Er begründete seine Entscheidung, Helmut sei »infolge seiner Unberechenbarkeit und seines heimtückischen Wesens für die anderen Kinder und für sich selbst eine Gefahr«. Er kam daraufhin am 14. Januar 1938 in den Rotenburger Anstalten an und besuchte fortan die Unterstufe der Anstaltsschule.
Obwohl Helmut ein eher unauffälliger »Patient« war, wurde von ärztlicher Seite an der Ausgangsbeurteilung festgehalten und galt weiterhin als »persönlichkeitsgestört«. Die Lehrer der Hilfsschule beurteilten Helmut differenzierter als die Ärzte. Im Beurteilungsbogen heißt es: »Hier unter Aufsicht merkt man wenig von den gefährlichen Anlagen, die in der Akte verzeichnet sind«.
Erst 1939 ist notiert, seine »Rohheiten« würden sich wieder mehr zeigen. Dies stand in engem Zusammenhang mit der Wiederheirat seines Vaters und mit dem Verwehren eines Urlaubes bei seiner Mutter. Solche sozialen Faktoren wurden bei der Bewertung von Helmuts Verhalten aber nicht berücksichtigt. Kurz vor seiner Verlegung nach Lüneburg wurde eingetragen: »Ziemlich schwieriger Junge, der stets zur Arbeit angehalten werden muß«. In Lüneburg findet sich erst zwei Monate nach seiner Ankunft der erste Eintrag in seiner Patientenakte: »Keine Entwicklung, […] stumpfer, antriebsloser Junge, meist abgelenkt und einfältig und brutal anderen Jungen gegenüber. Muss zu allem angehalten werden, hilft ab und an mit […].«
Im Alter von zwölf Jahren starb Helmut am 1. März 1942 in der »Kinderfachabteilung«. Als Todesursache wurde »krupöse Lungenentzündung« angegeben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde Helmut mit dem Medikament Luminal getötet. Wie andere Kinder wurde Helmuts Leichnam seziert. Helmut sollte drei Tage nach seinem Tod auf dem Anstaltsfriedhof, dem heutigen Friedhof Nordwest, beerdigt werden. Im Verzeichnis der Kindergräber im Begräbnisbuch 1922 – 1948 der Stadt Lüneburg findet sich jedoch kein Eintrag. Bis heute ist unbekannt, wo Helmut Quasts Leichnam bestattet wurde.
Helmut Quast ist 1930 geboren.
Er kommt aus dem Alten Land.
Das ist im Süden von Hamburg.
Der Vater ist Bauer und Soldat.
Er stirbt im Krieg.
Die Mutter heiratet einen anderen Mann.
Sie bekommt 2 Kinder mit ihm.
Die Familie lebt auf einem Bauern-Hof.
Die Familie zieht in den Land-Kreis Stade.
Da ist Helmut 6 Jahre alt.
Helmut benimmt sich nicht gut.
Er ist böse und gemein zu anderen Kindern.
Er hat es auch in der Schule schwer.
Er lernt nicht gerne.
Seine Lehrerin sagt:
Helmut muss auf eine Hilfs-Schule.
Das ist eine Schule für Kinder mit Behinderungen.
Ein Arzt vom Gesundheit-Amt sagt das auch.
Er sagt:
Helmut muss in die Anstalt nach Roten-Burg.
Das ist ein besonderes Kranken-Haus.
Da gibt es eine Hilfs-Schule.
Das passiert im Jahr 1938.
Helmut bleibt in Roten-Burg.
3 Jahre lang.
Dort ist er am Anfang nicht mehr gemein und böse.
Er fällt nicht auf.
Er benimmt sich.
Dann heiratet sein Vater.
Und Helmut darf nicht nach Hause zu seiner Mutter.
Das macht ihn wütend.
Ab dann macht er nicht mehr gut mit.
Er will nicht mehr arbeiten.
Er hilft nicht mehr mit.
Er ärgert andere Kinder.
Im Oktober 1941 kommt Helmut nach Lüne-Burg.
Dort ist ein besonderes Kranken-Haus.
Er kommt in die Kinder-Fach-Abteilung.
Dort wird er ermordet.
Ein Arzt gibt ihm zu viel von einem Medikament.
Er stirbt am 1. März 1942.
Helmut wird auf dem Fried-Hof der Anstalt beerdigt.
Aber sein Grab ist bis heute nicht zu finden.
Es ist weg.
Niemand weiß wo es ist.
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Helmut and Emma Quast, 1931.
Private property of Herta Erdmann.
Helmut Quast
Helmut Quast was born on January 22, 1930, in Neuenfelde-Nincop in the Jork district of the Altes Land region. Little is known about his parents. His father, Jonny Quast, was a farmer, later a front-line soldier, and died in the war. His mother, Emma Matilde Quast, remarried after a failed first marriage to Helmut Quast’s father and gave birth to two more children. Helmut lived with his mother on the Kleenlof farm. After remarrying, they moved to Estebrügge and from there in 1936 to Borstel in the Stade district.
Helmut Quast’s admission to an institution was ordered by the medical officer of the Stade District Health Department. During an examination, the medical officer determined that Helmut was »stupid« and would be better off at a special school, where he could at least learn skills for later life. His homeroom teacher also supported the change of school.
The public health officer instructed the district welfare office to place Helmut in the Rotenburg Institutions of the Inner Mission, which had the required special school. He justified his decision by arguing that Helmut was »a danger to the other children and himself due to his unpredictability and treacherous nature.« He subsequently arrived at the Rotenburg Institutions on January 14, 1938, and from then on attended the lower grades of the institution’s school.
Although Helmut was a rather unremarkable »patient«, the doctors maintained his initial assessment and continued to classify him as having a »personality disorder.« The teachers at the special needs school assessed Helmut more discriminatingly than the doctors. The assessment sheet states: »Here, under supervision, one notices little of the dangerous tendencies recorded in the file.«
It wasn’t until 1939 that it was noted that his »rudeness« was becoming more apparent again. This was closely related to his father’s remarriage and his denial of a vacation with his mother. Such social factors, however, were not taken into account when assessing Helmut’s behavior. Shortly before his transfer to Lüneburg, the following entry was made: »Quite a difficult boy who always has to be encouraged to work.« In Lüneburg, the first entry in his medical file was made two months after his arrival: »No development, […] dull, listless boy, mostly distracted, simple-minded, and brutal toward other boys. Must be encouraged to do everything, occasionally helps with […].«
At the age of twelve, Helmut died on March 1, 1942, in the »children’s special ward.« The cause of death was given as »crupeous pneumonia.« It is almost certain that Helmut was killed with the drug Luminal. Like other children, Helmut’s body was autopsied. Three days after his death, Helmut was to be buried in the institution’s cemetery, today’s Nordwest Cemetery. However, there is no entry in the list of children’s graves in the Lüneburg city burial register from 1922 to 1948. To this day, it is unknown where Helmut Quast’s body was buried.
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Helmut i Emma Quast, 1931.
Własność prywatna Herty Erdmann.
Helmut Quast
Helmut Quast urodził się 22 stycznia 1930 roku w Neuenfelde-Nincop w powiecie Jork w regionie Altes Land. Niewiele wiadomo o jego rodzicach. Jego ojciec, Jonny Quast, był rolnikiem, później żołnierzem frontowym i zginął na wojnie. Jego matka, Emma Matilde Quast, wyszła ponownie za mąż po nieudanym pierwszym małżeństwie z ojcem Helmuta Quasta i urodziła mu dwoje kolejnych dzieci. Helmut mieszkał z matką w gospodarstwie Kleenlof. Po ponownym ślubie przeprowadzili się do Estebrügge, a stamtąd w 1936 roku do Borstel w powiecie Stade.
Lekarz okręgowy z Departamentu Zdrowia w Stade nakazał przyjęcie Helmuta Quasta do placówki. Podczas badania lekarz stwierdził, że Helmut jest »głupi« i lepiej byłoby mu w szkole specjalnej, gdzie mógłby przynajmniej nabyć umiejętności przydatne w późniejszym życiu. Jego wychowawca również poparł zmianę szkoły.
Inspektor zdrowia publicznego polecił powiatowemu biuru opieki społecznej umieszczenie Helmuta w zakładach opiekuńczych Rotenburg w Misji Wewnętrznej, które posiadały wymaganą szkołę specjalną. Uzasadnił swoją decyzję argumentem, że Helmut stanowił »zagrożenie dla innych dzieci i dla siebie samego ze względu na swoją nieprzewidywalność i zdradliwą naturę«. Następnie Helmut przybył do zakładów opiekuńczych Rotenburg 14 stycznia 1938 roku i od tego czasu uczęszczał do niższych klas szkoły tej placówki.
Chociaż Helmut był raczej przeciętnym »pacjentem«, lekarze podtrzymali jego wstępną ocenę i nadal klasyfikowali go jako osobę z »zaburzeniem osobowości«. Nauczyciele w szkole specjalnej oceniali Helmuta bardziej wybiórczo niż lekarze. W arkuszu oceny stwierdzono: »Tutaj, pod nadzorem, niewiele zauważa się niebezpiecznych tendencji odnotowanych w dokumentacji«.
Dopiero w 1939 roku zauważono, że jego »niegrzeczność« znów staje się coraz bardziej widoczna. Było to ściśle związane z ponownym zamążpójściem ojca i odmową wyjazdu z matką na wakacje. Takie czynniki społeczne nie zostały jednak uwzględnione w ocenie zachowania Helmuta. Krótko przed przeniesieniem do Lüneburga odnotowano: »Dość trudny chłopiec, którego ciągle trzeba zachęcać do pracy«. W Lüneburgu pierwszy wpis w jego dokumentacji medycznej pojawił się dwa miesiące po przyjeździe: »Brak rozwoju, […] otępiały, apatyczny chłopiec, przeważnie roztargniony, prostoduszny i brutalny wobec innych chłopców. Trzeba go zachęcać do wszystkiego, okazjonalnie pomaga w […]«.
W wieku dwunastu lat Helmut zmarł 1 marca 1942 roku na »dziecięcym oddziale specjalnym«. Jako przyczynę zgonu podano »krwotoczne zapalenie płuc«. Jest niemal pewne, że Helmut został zatruty lekiem Luminal. Podobnie jak inne dzieci, ciało Helmuta zostało poddane sekcji zwłok. Trzy dni po śmierci Helmut miał zostać pochowany na cmentarzu tej instytucji, dzisiejszym Cmentarzu Nordwest. Jednak w rejestrze grobów dziecięcych w miejskim rejestrze pochówków Lüneburga z lat 1922–1948 nie ma wpisu. Do dziś nie wiadomo, gdzie pochowano ciało Helmuta Quasta.
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