NFC zu 03-03-11-07

Auguste Elise Schmid, um 1925.
Privatsammlung Kirsten Muster.

Auguste Elise Schmid, 1937. Aufnahme auf dem Krankenblatt.
NLA Hannover Nds. 330 Lüneburg Acc. 2004/134 Nr. 02403.
AUGUSTE ELISE SCHMID (1909 – 1944)
Auguste Elise Schmid stammte aus Bülkau im Kreis Hadeln. Sie wurde in Hemmoor geboren. Ihre Eltern waren der Mechaniker Karl Friedrich Schmid und seine geschiedene Ehefrau Anna Auguste Brüning, geb. Daberkahl. Der Vater arbeitete in einer Zement-Fabrik. Auguste hatte einen Bruder. Er hieß Karl, wie sein Vater. Nach der Schule arbeitete Auguste Schmid als Haushaltshilfe auf einem Bauernhof in der Nachbarschaft. Ihre Mutter ging eine zweite Ehe ein, aus der ihre Halbschwester Erika hervorging.
Auguste Schmid hatte eine Liebesbeziehung zum verheirateten Josef Unger, der in Cuxhaven bei der Marine war. Er war Ungar und stammte aus Kirchfidisch im Burgenland (Österreich). Er war Obergefreiter bei der U-Boot-Flotte. Aus der Verbindung gingen zwei Töchter hervor: Gisela (geb. 1934) und Elfriede (geb. 1936).
1937 erkrankte Auguste Schmid. Weil sie sich zu dieser Zeit in Hamburg aufhielt, wurde sie in die »Staatskrankenanstalt Friedrichsberg« eingewiesen. Zehn Wochen später wurde sie von dort nach Lüneburg verlegt. Ihre Töchter, erst ein und zwei Jahre alt, wurden ab dann von ihrer Freundin Martha Niehaus aufgezogen. Josef Unger besuchte seine Kinder, brachte ihnen Süßigkeiten mit. Ab Kriegsbeginn kam er nur noch, wenn er Fronturlaub hatte. Im Mai 1944 sank sein U-Boot vor der niederländischen Küste. Die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg beantragte Auguste Schmids Zwangssterilisation. Diese wurde 1938 durchgeführt. Fünf Jahre später wurde Auguste Schmid am 8. September 1943 in die Tötungsanstalt Pfafferode verlegt. Dort starb sie am 8. Juli 1944. Sie wurde Opfer der »Euthanasie«. Ihre Töchter lernten sie nie kennen.
AUGUSTE ELISE SCHMID
Auguste Elise Schmid kommt aus Hemmoor
bei Cuxhaven.
Sie ist im Jahr 1909 geboren.
Sie geht zur Schule.
Danach hilft sie im Haushalt
von einem Bauernhof.
Sie lernt einen U-Boot-Fahrer
aus Österreich kennen.
Die beiden verlieben sich
und bekommen 2 Töchter.
Das ist im Jahr 1934 und im Jahr 1936.
Das ist schon in der Nazi-Zeit.
Die Beziehung ist geheim.
Keiner weiß davon.
Denn der U-Boot-Fahrer ist
mit einer anderen Frau verheiratet.
Im Jahr 1937 ist Auguste Schmid krank.
Sie kommt in eine Anstalt in Hamburg.
Dann kommt sie in die Anstalt in Lüneburg.
Ihre Töchter kommen zu einer Freundin
von Auguste.
Da sind die Töchter noch Babys.
Die Freundin passt auf die Töchter auf.
Der U-Boot-Fahrer besucht die Kinder ab und zu.
Aber dann muss er in den Zweiten Weltkrieg.
Im Jahr 1944 stirbt er in seinem U-Boot.
Im Jahr 1938 bekommt Auguste Schmid
eine Zwangs-Sterilisation.
5 Jahre später kommt sie
in die Tötungs-Anstalt Pfafferode.
Dort wird sie ermordet.
Ihre Töchter kommen als Babys zu einer Freundin von Auguste.
Sie wachsen bei der Freundin auf.
Sie haben ihre Mutter nie gesehen.
Auf diesen beiden Fotos ist Auguste Elise Schmid.
Das erste Foto ist aus dem Jahr 1925.
Auguste ist da 16 Jahre alt.
Das zweite Foto ist aus dem Jahr 1937.
Auguste ist da 28 Jahre alt.
Dieses Foto ist aus Augustes Kranken-Blatt.
Man hat das Foto gemacht,
als sie in die Anstalt nach Lüneburg kam.
zurück

Auguste Elise Schmid, around 1925.
Private collection Kirsten Muster.

Auguste Elise Schmid, 1937, photo on the medical chart.
NLA Hannover Nds. 330 Lüneburg Acc. 2004/134 No. 02403.
AUGUSTE ELISE SCHMID (1909 – 1944)
Auguste Elise Schmid came from Bülkau in the Hadeln district. She was born in Hemmoor. Her parents were the mechanic Karl Friedrich Schmid and his divorced wife Anna Auguste Brüning, née Daberkahl. Her father worked in a cement factory. Auguste had a brother. His name was Karl, like his father. After school, Auguste Schmid worked as a domestic help on a farm in the neighborhood. Her mother entered into a second marriage, from which her half-sister Erika was born.
Auguste Schmid had a love affair with the married Josef Unger, who was in the navy in Cuxhaven. He was Hungarian and came from Kirchfidisch in Burgenland (Austria). He was a lance corporal in the submarine fleet. The marriage produced two daughters: Gisela (born in 1934) and Elfriede (born in 1936).
Auguste Schmid fell ill in 1937. Because she was in Hamburg at the time, she was admitted to the »Friedrichsberg State Hospital«. Ten weeks later, she was transferred from there to Lüneburg. Her daughters, only one and two years old, were then raised by her friend Martha Niehaus. Josef Unger visited his children and brought them sweets. From the beginning of the war, he only came when he was on leave. In May 1944, his submarine sank off the Dutch coast. The Lüneburg institution and nursing home applied for Auguste Schmid’s forced sterilization. This was carried out in 1938. Five years later, Auguste Schmid was transferred to the Pfafferode killing center on September 8, 1943. She died there on July 8, 1944, a victim of »euthanasia«. Her daughters never knew her.
back

Auguste Elise Schmid, około 1925 r.
Kolekcja prywatna Kirsten Muster.

Auguste Elise Schmid, 1937, zdjęcie na karcie medycznej.
NLA Hannover Nds. 330 Lüneburg Acc. 2004/134 n. 02403.
AUGUSTE ELISE SCHMID (1909 – 1944)
Auguste Elise Schmid pochodziła z Bülkau w powiecie Hadeln. Urodziła się w Hemmoor. Jej rodzicami byli mechanik Karl Friedrich Schmid i jego rozwiedziona żona Anna Auguste Brüning, z domu Daberkahl. Jej ojciec pracował w fabryce cementu. Auguste miała brata. Miał na imię Karl, tak jak jego ojciec. Po ukończeniu szkoły Auguste Schmid pracowała jako pomoc domowa na farmie w sąsiedztwie. Jej matka zawarła drugie małżeństwo, z którego urodziła się jej przyrodnia siostra Erika.
Auguste Schmid miała romans z żonatym Josefem Ungerem, który służył w marynarce wojennej w Cuxhaven. Był Węgrem i pochodził z Kirchfidisch w Burgenlandzie (Austria). Był kapralem we flocie podwodnej. Z małżeństwa urodziły się dwie córki: Gisela (ur. w 1934 r.) i Elfriede (ur. w 1936 r.).
Auguste Schmid zachorowała w 1937 roku. Ponieważ w tym czasie przebywała w Hamburgu, została przyjęta do »Friedrichsberg State Hospital«. Dziesięć tygodni później przeniesiono ją stamtąd do Lüneburga. Jej córki, zaledwie roczna i dwuletnia, były następnie wychowywane przez jej przyjaciółkę Marthę Niehaus. Josef Unger odwiedzał swoje dzieci i przynosił im słodycze. Od początku wojny przyjeżdżał tylko wtedy, gdy był na urlopie. W maju 1944 r. jego łódź podwodna zatonęła u wybrzeży Holandii. Sanatorium i dom opieki w Lüneburgu złożyły wniosek o przymusową sterylizację Auguste Schmid. Została ona przeprowadzona w 1938 roku. Pięć lat później, 8 września 1943 r., Auguste Schmid została przeniesiona do ośrodka zagłady w Pfafferode. Zmarła tam 8 lipca 1944 roku, jako ofiara »eutanazji«. Jej córki nigdy jej nie poznały.
wstecz

