NFC zu 03-05-03-04

Postkarte, Pirna mit Schloss Sonnenstein (links oben), 1923.
ArEGL 99.
PIRNA-SONNENSTEIN
Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein befindet sich am historischen Ort einer ehemaligen Tötungsanstalt. Die Anstalt in der Festung Schloss Sonnenstein ist die älteste Psychiatrie in Deutschland. Die von einem reformpsychiatrischen Ansatz geprägte Anstalt nahm 1811 ihren Betrieb auf. In den 1930er Jahren setzte sich mit dem neuen Ärztlichen Direktor Paul Hermann Nitsche eine von Rassenhygiene geprägte Versorgung durch. Im Dezember 1939 endete der Anstaltsbetrieb. Das Schloss wurde – wohl auch aufgrund der Nähe zu den von deutschen Soldaten besetzten Gebieten in Polen – als Reservelazarett und Lager für sogenannte »Umsiedler« genutzt.
Im Frühjahr 1940 wurde in einem abgeschirmten Teil des Anstaltsgeländes eine Tötungsanstalt eingerichtet. Zwischen Juni 1940 und August 1941 wurden über 13.700 Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. Behinderungen ermordet. Die Menschen wurden in einen als Duschraum getarnten Kellerraum des Hauses C 16 geführt und durch Kohlenmonoxid erstickt. Wenige Meter entfernt befanden sich zwei Koksöfen, in denen die Leichen anschließend verbrannt wurden.
Am 7. März 1941 wurden im Rahmen der »Aktion T4« mindestens 123 männliche Patienten aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein verlegt und direkt nach ihrer Ankunft ermordet. Es war die einzige Verlegung, die direkt von Lüneburg nach Pirna stattfand.
Zur Beurkundung sämtlicher Tode wurde in der Tötungsanstalt ein Sonderstandesamt betrieben, das den Angehörigen hinsichtlich Todesursache und Todesdatum gefälschte Sterbeurkunden schickte.
Zum Ende der »Aktion T4« und nach deren offizieller Einstellung ging das Morden in Pirna-Sonnenstein weiter. Über 1.000 Menschen wurden ab Sommer 1941 im Rahmen der sogenannten »Sonderbehandlung 14f13« ermordet. Hierbei handelte es sich um ehemalige, nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge der Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Auschwitz, die in der Gaskammer in Schloss Sonnenstein ermordet wurden. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Vernichtungslager mit eigenen Gaskammern.
Ein Drittel des Personals aus der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein wurde nach dem Ende der »Aktion T4« in das von Deutschen besetzte Generalgouvernement in Polen versetzt, um dort mit ihrem »Expertenwissen« die drei Vernichtungslager Sobibór, Bełżec und Treblinka aufzubauen und zu betreiben. Über 1,8 Millionen Menschen wurden in diesen Lagern während der »Aktion Reinhardt« ermordet.
Im Sommer 1942 wurde die Tötungsanstalt aufgelöst und die Spur der Verbrechen verwischt. In das Schloss Sonnenstein zogen die »Adolf-Hitler-Schule Gau Sachsen« sowie die Reichsverwaltungsschule ein, bis Kriegsende wurde das Schloss Sonnenstein außerdem als Wehrmachtslazarett genutzt.
Die Strafverfolgung der Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegerinnen und Pflegern setzte 1947 ein. Der Arzt Paul Hermann Nitsche und zwei Pfleger wurden im Dresdner Prozess zum Tode verurteilt.
Von 1945 bis 1949 diente das Schloss als Flüchtlings- und Quarantänelager für ehemalige Wehrmachtsangehörige, auch waren Teile des Landratsamtes in den Räumlichkeiten untergebracht. Bis 1954 beherbergte das Schloss eine Polizeischule. Zwischen 1954 und 1991 wurde ein Großteil des Geländes von einem Strömungsmaschinenwerk zum Bau von Flugzeugturbinen genutzt. 1989 gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, eine Gedenkstätte einzurichten. 1991 richtete die Arbeiterwohlfahrt Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ein, parallel konstituierte sich ein Kuratorium zwecks Errichtung einer Gedenkstätte. 1992 bis 1994 wurden die Kellerräume rekonstruiert und als Gedenkstätte hergerichtet. Im Jahr 2000 wurde eine Dauerausstellung eingeweiht.
In Pirna wird auch im öffentlichen Raum an die Verbrechen erinnert. Es gibt 16 Wegweiser, die vom Bahnhof zur Gedenkstätte führen und über den Patient*innenmord informieren. Darüber hinaus gibt es im Stadtgebiet eine »Gedenkspur« bunter Kreuze.
Pirna-Sonnenstein
Die Gedenk-Stätte Pirna-Sonnen-Stein ist ein Museum.
Es ist in einem Kranken-Haus.
Es ist eine Anstalt.
Es ist die älteste Anstalt in Deutsch-Land.
Sie ist in einem Schloss.
In den Jahren 1940 und 1942 ist es eine Tötungs-Anstalt.
Dort werden über 13 Tausend Menschen ermordet.
Von Ärzten und Pflegern.
In der Zeit des National-Sozialismus.
Die Menschen haben eine Behinderung.
Oder sie haben eine seelische Erkrankung.
Die Menschen werden in einem Keller mit Gas ermordet.
Sie ersticken.
123 sind Patienten aus Lüne-Burg.
Sie sind Opfer des National-Sozialismus.
Keiner überlebt.
Im Sommer 1941 hört man nicht auf mit Gas zu morden.
Jetzt ermordet man auch Menschen ohne Behinderungen.
Und ohne seelische Erkrankungen.
Man ermordet besondere Gefangene.
Sie sind besonders weil sie unschuldig sind.
Sie haben kein Verbrechen begangen.
Trotzdem werden sie eingesperrt.
Sie sind Gefangene in einem Konzentrations-Lager.
Das ist ein Gefängnis.
Da sind Menschen verhaftet die die National-Sozialisten nicht mögen.
Zum Beispiel Juden.
Oder Menschen mit einer anderen Meinung als die National-Sozialisten.
Oder Schwule.
Oder Menschen mit einer anderen Sprache und Lebens-Weise.
In dem Konzentrations-Lager müssen die Gefangenen arbeiten.
Bis zur Erschöpfung.
Und sie bekommen nicht genug Essen.
Sie werden krank.
Dann entscheidet ein Arzt:
Der Gefangene muss sterben.
Weil er nicht mehr arbeiten kann.
Und krank ist.
Diese Gefangenen kommen nach Pirna-Sonnen-Stein.
Sie werden mit Gas ermordet.
Genauso wie die Menschen mit Behinderung.
Über 1 Tausend Menschen sterben auf diese Weise.
In der Tötungs-Anstalt gibt es ein spezielles Amt.
Es ist nur dafür da Urkunden zu schreiben.
Über die Ermordeten.
Die Urkunden sind gefälscht.
Darin steht ein falscher Todes-Tag.
Darin steht ein falscher Todes-Grund.
Die Familien der Ermordeten werden belogen.
Die Ärzte und Pfleger morden nicht nur in dem Kranken-Haus.
Sie gehen nach Polen.
Das ist ein Nachbar-Land von Deutsch-Land.
Dort bauen sie Konzentrations-Lager.
Dort werden fast 2 Millionen Menschen ermordet.
Im Jahr 1942 hört der Patienten-Mord in Pirna-Sonnen-Stein auf.
Alle Spuren werden verwischt.
Alles bleibt geheim.
Dann endet der Krieg.
Die Ärzte und Pfleger kommen vor ein Gericht.
2 Ärzte und 2 Pfleger bekommen die Todes-Strafe.
Im Jahr 1989 treffen sich Menschen aus Pirna.
Sie wollen die Geschichte und die Wahrheit wissen.
Im Jahr 1991 gibt es eine Aus-Stellung.
Sie wird im Keller gezeigt.
Es ist der Keller wo der Mord passiert ist.
Im Jahr 2000 gibt es eine neue Aus-Stellung.
Sie ist im Dach-Geschoss im Schloss.
Die Anstalt wird zu einem Museum.
Das reicht den Menschen in Pirna nicht.
Darum gibt es 16 Tafeln in der Stadt.
Darauf gibt es Informationen zum Patienten-Mord.
Und es gibt bunte Kreuze.
Die Tafeln und die Kreuze führen zur Gedenk-Stätte.
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Postcard, Pirna with Sonnenstein Castle (top left), 1923.
ArEGL 99.
PIRNA-SONNENSTEIN
The Pirna-Sonnenstein Memorial is located on the historic site of a former killing centre. The institution in the Sonnenstein Castle fortress is the oldest psychiatric hospital in Germany. The institution, which was characterised by a reformist approach to psychiatry, began operating in 1811. In the 1930s, the new medical director, Paul Hermann Nitsche, introduced a treatment approach based on racial hygiene. The institution ceased operations in December 1939. The castle was used as a reserve military hospital and camp for so-called »resettlers«, probably due to its proximity to the areas of Poland occupied by German soldiers.
In the spring of 1940, a killing centre was set up in a secluded part of the institution’s grounds. Between June 1940 and August 1941, over 13,700 people with mental illnesses or disabilities were murdered. The victims were led into a basement room in building C 16, which was disguised as a shower room, and suffocated with carbon monoxide. A few metres away were two coke ovens in which the bodies were subsequently burned.
On 7 March 1941, as part of »Aktion T4«, at least 123 male patients were transferred from the Lüneburg mental hospital to the Pirna-Sonnenstein killing centre and murdered immediately upon arrival. It was the only transfer that took place directly from Lüneburg to Pirna.
To certify all deaths, a special registry office was operated in the killing centre, which sent relatives falsified death certificates stating the cause and date of death.
At the end of »Aktion T4« and after its official discontinuation, the killings in Pirna-Sonnenstein continued. From the summer of 1941 onwards, over 1,000 people were murdered as part of the so-called »Special Treatment 14f13«. These were former prisoners of the Sachsenhausen, Buchenwald and Auschwitz concentration camps who were no longer fit for work and were murdered in the gas chamber at Sonnenstein Castle. At that time, there were no extermination camps with their own gas chambers.
After the end of »Aktion T4«, one third of the staff from the Pirna-Sonnenstein killing centre was transferred to the German-occupied General Government in Poland to use their »expertise« to build and operate the three extermination camps at Sobibór, Bełżec and Treblinka. Over 1.8 million people were murdered in these camps during »Aktion Reinhardt«.
In the summer of 1942, the killing centre was dissolved and the traces of the crimes were covered up. The »Adolf Hitler School Gau Saxony« and the Reich Administration School moved into Sonnenstein Castle, which was also used as a Wehrmacht military hospital until the end of the war.
The prosecution of doctors and nurses began in 1947. Doctor Paul Hermann Nitsche and two nurses were sentenced to death in the Dresden trial.
From 1945 to 1949, the castle served as a refugee and quarantine camp for former members of the Wehrmacht, and parts of the district administration office were also housed on the premises. Until 1954, the castle housed a police academy. Between 1954 and 1991, a large part of the site was used by a fluid dynamics engineering company for the construction of aircraft turbines. In 1989, a citizens‘ initiative was founded with the aim of establishing a memorial. In 1991, the Workers‘ Welfare Association set up workshops for people with disabilities, and at the same time a board of trustees was formed for the purpose of establishing a memorial. From 1992 to 1994, the basement rooms were reconstructed and converted into a memorial. In 2000, a permanent exhibition was inaugurated.
In Pirna, the crimes are also commemorated in public spaces. There are 16 signposts leading from the railway station to the memorial site, providing information about the murder of patients. In addition, there is a »memorial trail« of colourful crosses throughout the city.
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Pocztówka, Pirna z zamkiem Sonnenstein (u góry po lewej), 1923 r.
ArEGL 99.
PIRNA-SONNENSTEIN
Miejsce pamięci Pirna-Sonnenstein znajduje się w historycznym miejscu dawnego ośrodka zagłady. Instytucja w twierdzy zamku Sonnenstein jest najstarszym szpitalem psychiatrycznym w Niemczech. Placówka, która charakteryzowała się reformatorskim podejściem do psychiatrii, rozpoczęła działalność w 1811 roku. W latach 30. XX wieku nowy dyrektor medyczny, Paul Hermann Nitsche, wprowadził metodę leczenia opartą na higienie rasowej. Placówka przestała funkcjonować w grudniu 1939 roku. Zamek był wykorzystywany jako rezerwowy szpital wojskowy i obóz dla tzw. „osadników”, prawdopodobnie ze względu na jego bliskość do terenów Polski okupowanych przez żołnierzy niemieckich.
Wiosną 1940 roku w ustronnej części terenu instytucji utworzono ośrodek zagłady. W okresie od czerwca 1940 roku do sierpnia 1941 roku zamordowano ponad 13 700 osób z chorobami psychicznymi lub niepełnosprawnością. Ofiary wprowadzano do piwnicy w budynku C 16, która była zamaskowana jako prysznic, i duszono tlenkiem węgla. Kilka metrów dalej znajdowały się dwa piece koksownicze, w których następnie spalano ciała.
7 marca 1941 r., w ramach „Aktion T4”, co najmniej 123 pacjentów płci męskiej zostało przeniesionych ze szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu do ośrodka zagłady Pirna-Sonnenstein i zamordowanych natychmiast po przybyciu. Był to jedyny transport, który odbył się bezpośrednio z Lüneburga do Pirny.
W celu poświadczenia wszystkich zgonów w ośrodku zagłady działał specjalny urząd stanu cywilnego, który wysyłał krewnym sfałszowane akty zgonu z podaną przyczyną i datą śmierci.
Po zakończeniu akcji „Aktion T4” i jej oficjalnym zaprzestaniu zabójstwa w Pirna-Sonnenstein były kontynuowane. Od lata 1941 r. w ramach tzw. „specjalnego traktowania 14f13” zamordowano ponad 1000 osób. Byli to byli więźniowie obozów koncentracyjnych Sachsenhausen, Buchenwald i Auschwitz, którzy nie nadawali się już do pracy i zostali zamordowani w komorze gazowej w zamku Sonnenstein. W tym czasie nie istniały jeszcze obozy zagłady z własnymi komorami gazowymi.
Po zakończeniu „akcji T4” jedna trzecia personelu ośrodka zagłady Pirna-Sonnenstein została przeniesiona do okupowanego przez Niemców Generalnego Gubernatorstwa w Polsce, aby wykorzystać swoją „wiedzę specjalistyczną” do budowy i obsługi trzech obozów zagłady w Sobiborze, Bełżcu i Treblince. W obozach tych w ramach „akcji Reinhardt” zamordowano ponad 1,8 miliona osób.
Latem 1942 r. ośrodek zagłady został zlikwidowany, a ślady zbrodni zatuszowano. Do zamku Sonnenstein, który do końca wojny służył również jako szpital wojskowy Wehrmachtu, przeniosła się „Szkoła Adolf Hitlera Gau Saksonia” oraz Szkoła Administracji Rzeszy.
W 1947 r. rozpoczęto ściganie lekarzy i pielęgniarek. Lekarz Paul Hermann Nitsche i dwie pielęgniarki zostali skazani na śmierć w procesie w Dreźnie.
W latach 1945–1949 zamek służył jako obóz dla uchodźców i kwarantanny dla byłych członków Wehrmachtu, a część urzędu powiatowego również mieściła się na jego terenie. Do 1954 roku w zamku znajdowała się akademia policyjna. W latach 1954–1991 duża część terenu była wykorzystywana przez przedsiębiorstwo zajmujące się inżynierią płynów do budowy turbin lotniczych. W 1989 roku powstała inicjatywa obywatelska mająca na celu utworzenie miejsca pamięci. W 1991 roku Stowarzyszenie Pomocy Pracownikom utworzyło warsztaty dla osób niepełnosprawnych, a jednocześnie powołano radę powierniczą w celu utworzenia miejsca pamięci. W latach 1992–1994 piwnice zostały przebudowane i przekształcone w miejsce pamięci. W 2000 roku zainaugurowano stałą wystawę.
W Pirnie zbrodnie upamiętniono również w przestrzeni publicznej. Od dworca kolejowego do miejsca pamięci prowadzi 16 drogowskazów, które informują o zamordowaniu pacjentów. Ponadto w całym mieście znajduje się „szlak pamięci” z kolorowymi krzyżami.
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