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THERESE SCHUBERT (GEB. KECK) (1884 – 1941)
Therese Schubert, geb. Keck, geboren am 21. April 1887 in Lüneburg, wuchs gemeinsam mit ihren beiden älteren Schwestern Frieda und Christine in gutbürgerlichen Verhältnissen in der Friedenstraße 10 auf. Im Winter 1913/1914 ging sie für einige Monate nach Somerset (USA), um Erfahrungen als Kindergärtnerin zu sammeln. Nach ihrer Rückkehr nahm sie in Hamburg die Ausbildung zur Kindergärtnerin auf. Zur selben Zeit lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Heinrich Schubert kennen, der in Lüneburg ein angesehener Stadtbaumeister war. Am 21. September 1920 heirateten Therese und Heinrich Schubert. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Jürgen und Theo.
1926 verstarb Heinrich Schubert plötzlich. Er war in der Ilmenau ertrunken. Therese Schubert verkraftete den Tod ihres Ehemannes nicht und entwickelte schwere Depressionen. Nach erfolgloser Behandlung durch den Hamburger Nervenarzt Max Nonne und anschließender Unterbringung im Ginsterhof bei Hamburg, kehrte sie zu ihren Schwestern zurück, die inzwischen das Haus in der Schillerstraße 5 in Lüneburg bewohnten. Da sich Therese Schuberts Gesundheitszustand jedoch nicht besserte, wurde sie am 24. November 1932 in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg aufgenommen. Die Diagnose des Amtsarztes lautete »Jugendliches Irresein«.
Der Kontakt zu ihren Söhnen Jürgen und Theo, die inzwischen dauerhaft bei Thereses Schwester Christine Keck lebten, brach ab. Zwar brachte Theo Kleidung und zusätzliche Lebensmittel in die Heil- und Pflegeanstalt, er gab sie jedoch beim Pförtner ab, ohne seine Mutter zu besuchen. Er fürchtete sich vor einer Begegnung mit seiner erkrankten Mutter. Am 9. April 1941 wurde Therese Schubert in die Zwischenanstalt Herborn verlegt und von dort weiter in die Tötungsanstalt nach Hadamar deportiert. Am 28. Mai 1941 wurde sie im Rahmen der »Aktion T4« ermordet.
Ihre Schwestern und die inzwischen erwachsenen Söhne erhielten die Nachricht, Therese sei an einer Lungenentzündung verstorben. Dies bezweifelten die Angehörigen. Die Familie ließ die Urne mit der angeblichen Asche von Therese Schubert nach Lüneburg überführen und setzte sie neben dem Grab ihres Ehemannes bei. Gegen eine Auflösung der Grabstätte nach abgelaufener Ruhezeit wehrte sich Theo Schubert erfolgreich. 2014 setzte die Friedhofsverwaltung die Ruhestätte von Therese und Heinrich Schubert auf die Liste historischer Gräber, sodass sie dauerhaft erhalten bleibt. 2022 wurde eine Gedenktafel ergänzt, die über ihre Geschichte informiert.
Ein Stolperstein in der Schillerstraße 5 erinnert an Therese Schubert, geboren am 21. April 1887, ermordet am 28. Mai 1941.
THERESE SCHUBERT
Therese Keck ist im Jahr 1887 geboren.
Sie kommt aus Lüneburg.
Sie wohnt in der Frieden-Straße 10.
Therese wird von allen Resi genannt.
Der Vater von Resi ist Maurer-Meister.
Die Mutter ist Haus-Frau.
Sie hat 2 ältere Schwestern.
Ihre Namen sind Christine und Frieda.
Mit 26 Jahren lebt Resi einige Monate in Amerika.
Dort passt sie auf Kinder auf.
Sie mag Kinder sehr gerne.
Nach Amerika macht sie eine Aus-Bildung zur Kinder-Gärtnerin.
Sie lernt auch ihren Mann Heinrich Schubert kennen.
Heinrich arbeitete als Bau-Direktor bei der Stadt Lüneburg.
Resi und Heinrich heirateten im Jahr 1920.
Die beiden haben 2 Söhne:
Jürgen und Theo.
6 Jahre nach der Hochzeit stirbt der Mann von Resi.
Resi verkraftet den frühen Tod ihres Mannes nicht.
Resi ist sehr traurig und macht komische Sachen.
Sie kann nicht mehr arbeiten.
Sie kann sich auch nicht mehr um ihre Söhne kümmern.
Nach 6 Jahren kommt Resi in ein Heim.
Sie bleibt dort nur 4 Wochen.
Zuhause kann sie auch nicht sein.
Sie kommt nicht zur Ruhe.
Sie ist sehr nervös.
Darum kommt Resi in die Anstalten in Lüneburg und Uelsby.
Ein Arzt gibt ihr die Diagnose »Realitäts-Verlust«.
Im Jahr 1936 kommt Resi zurück in die Anstalt in Lüneburg.
Theo will seine Mutter besuchen.
Seine Tante Christine gibt ihm Sachen für Resi mit.
Aber Theo hat Angst.
Er gibt die Sachen beim Pförtner ab.
Danach sieht er seine Mutter nie wieder.
Im April 1941 wird Resi in eine Tötungs-Anstalt gebracht.
Dort wird sie mit Gas ermordet.
Die Familie lässt die Urne von Resi nach Lüneburg bringen.
Sie wird auf einem Friedhof in Lüneburg beerdigt.
Theo kümmert sich lange Zeit um das Grab.
Dann soll das Grab aufgelöst werden.
Dafür wird ein Schild auf dem Grab auf-gestellt.
Theo nimmt das Schild immer wieder heraus.
Das Grab von seiner Mutter soll bleiben.
Nun bleibt das Grab von Resi für immer erhalten.
Denn es ist ein Grab von einem Opfer von Krieg und von
Gewalt-Herrschaft.
Die Familie von Resi kann das Grab darum heute noch besuchen.
Es gibt ein Schild am Grab.
Darauf steht die Geschichte von Resi.
Und es gibt einen Stolper-Stein.
Er liegt in der Schiller-Straße 5 in Lüneburg.
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THERESE SCHUBERT (née KECK) (1884 – 1941)
Therese Schubert, née Keck, born on 21 April 1887 in Lüneburg, grew up with her two older sisters Frieda and Christine in middle-class circumstances at Friedenstraße 10. In the winter of 1913/1914, she went to Somerset (USA) for a few months to gain experience as a kindergarten teacher. After her return, she began training as a kindergarten teacher in Hamburg. At the same time, she met her future husband, Heinrich Schubert, who was a respected city architect in Lüneburg. Therese and Heinrich Schubert married on 21 September 1920. The marriage produced two sons, Jürgen and Theo.
Heinrich Schubert died suddenly in 1926. He had drowned in the Ilmenau River. Therese Schubert was unable to cope with the death of her husband and developed severe depression. After unsuccessful treatment by the Hamburg neurologist Max Nonne and subsequent placement in the Ginsterhof near Hamburg, she returned to her sisters, who were now living at Schillerstraße 5 in Lüneburg. However, as Therese Schubert’s health did not improve, she was admitted to the Lüneburg sanatorium on 24 November 1932. The medical officer’s diagnosis was ‘juvenile insanity’.
She lost contact with her sons Jürgen and Theo, who were now living permanently with Therese’s sister Christine Keck. Although Theo brought clothes and extra food to the sanatorium, he left them with the porter without visiting his mother. He was afraid of encountering his sick mother. On 9 April 1941, Therese Schubert was transferred to the Herborn transit institution and from there deported to the Hadamar killing centre. On 28 May 1941, she was murdered as part of ‘Aktion T4’.
Her sisters and sons, who were now grown up, received the news that Therese had died of pneumonia. The relatives doubted this. The family had the urn containing Therese Schubert’s alleged ashes transferred to Lüneburg and placed it next to her husband’s grave. Theo Schubert successfully fought against the dissolution of the grave after the expiry of the resting period. In 2014, the cemetery administration added the resting place of Therese and Heinrich Schubert to the list of historic graves, ensuring that it will be preserved permanently. In 2022, a commemorative plaque was added to provide information about their history.
A stumbling stone at Schillerstraße 5 commemorates Therese Schubert, born on 21 April 1887, murdered on 28 May 1941.
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THERESE SCHUBERT (nar. KECK) (1884 – 1941)
Therese Schubert, nar. Keck, urodzona 21 kwietnia 1887 roku w Lüneburgu, dorastała wraz z dwiema starszymi siostrami, Friedą i Christine, w zamożnej rodzinie przy ulicy Friedenstraße 10. Zimą 1913/1914 wyjechała na kilka miesięcy do Somerset (USA), aby zdobyć doświadczenie jako nauczycielka przedszkolna. Po powrocie rozpoczęła w Hamburgu naukę zawodu przedszkolanki. W tym samym czasie poznała swojego przyszłego męża Heinricha Schuberta, który był cenionym architektem miejskim w Lüneburgu. 21 września 1920 r. Therese i Heinrich Schubert pobrali się. Z małżeństwa urodziło się dwóch synów, Jürgen i Theo.
W 1926 roku Heinrich Schubert zmarł nagle. Utonął w rzece Ilmenau. Therese Schubert nie potrafiła pogodzić się ze śmiercią męża i popadła w ciężką depresję. Po nieudanym leczeniu u hamburskiego neurologa Maxa Nonne i pobycie w ośrodku Ginsterhof pod Hamburgiem, wróciła do swoich sióstr, które w międzyczasie zamieszkały w domu przy ulicy Schillerstraße 5 w Lüneburgu. Ponieważ jednak stan zdrowia Therese Schubert nie uległ poprawie, 24 listopada 1932 roku została przyjęta do szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu. Diagnoza lekarza urzędowego brzmiała: »młodzieńcze szaleństwo«.
Kontakt z synami Jürgenem i Theo, którzy w międzyczasie zamieszkali na stałe u siostry Teresy, Christine Keck, został zerwany. Theo przynosił wprawdzie ubrania i dodatkowe artykuły spożywcze do szpitala psychiatrycznego, ale oddawał je portierowi, nie odwiedzając swojej matki. Bał się spotkania z chorą matką. 9 kwietnia 1941 roku Therese Schubert została przeniesiona do zakładu przejściowego w Herborn, a stamtąd deportowana do ośrodka eutanazji w Hadamar. 28 maja 1941 roku została zamordowana w ramach »Aktion T4«.
Jej siostry i dorosłe już synowie otrzymali wiadomość, że Therese zmarła na zapalenie płuc. Krewni mieli co do tego wątpliwości. Rodzina przeniosła urnę z rzekomymi prochami Therese Schubert do Lüneburga i umieściła ją obok grobu jej męża. Theo Schubert skutecznie sprzeciwił się likwidacji grobu po upływie okresu spoczynku. W 2014 roku administracja cmentarza umieściła miejsce spoczynku Therese i Heinricha Schubertów na liście grobów historycznych, dzięki czemu zostanie ono zachowane na zawsze. W 2022 roku dodano tablicę pamiątkową, która informuje o ich historii.
Kamień pamięci przy ulicy Schillerstraße 5 upamiętnia Therese Schubert, urodzoną 21 kwietnia 1887 r., zamordowaną 28 maja 1941 r.
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