NFC zu 03-07-05-04

Das vergilbte schwarz-weiße Foto zeigt ein Gebäude mit Turm und Spitzdach. Das Foto ist beschriftet mit »Beobachtungsstation«. Das zweistöckige, verputzte Haus mit dunklen Fenstern ist von hohen Bäumen umgeben. Ein gepflasterter Weg führt auf das Eingangstor zu.

Postkarte der Heil- und Pflegeanstalt Langenhagen (Hannover), 20.1.1939.

ArEGL 99.

HANNOVER-LANGENHAGEN

Die Heil- und Pflegeanstalt Hannover-Langenhagen wurde 1862 als »Erziehungs- und Pflegeanstalt für geistesschwache und blödsinnige Kinder« eröffnet. 1897 wurde daraus die »Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt«. Psychisch Erkrankte wurden in einem 1906 fertiggestellten Neubau untergebracht. 1938 veränderte die Anstalt ihren Versorgungsschwerpunkt. Es wurde ein Alten- und Pflegeheim eingerichtet. Die Kinderabteilung wurde aufgelöst. Ein Teil der Kinder kam unter anderem in die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission. Die Abteilungen für psychisch Erkrankte wurden zur »Nervenklinik Langenhagen«.

In der Anstalt wurden hunderte Zwangssterilisationen durchgeführt. Direkte Transporte aus Langenhagen in die Tötungsanstalten der »Aktion T4« fanden nicht statt. Allerdings wurden Erkrankte aus Langenhagen in andere Einrichtungen verbracht, darunter die Heil- und Pflegeanstalten in Wunstorf und in Kalmenhof. Von diesen Zwischenstationen erfolgten anschließend die Transporte in die zentralen Tötungsanstalten, in erster Linie nach Hadamar.

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