NFC zu 03-14-02-04

Eckart Willumeit im Alter von zehn Jahren. Aufnahmefoto der Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1938.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 Nr. 424.
ECKART WILLUMEIT (1928 – 1942)
Eckart Willumeit wurde am 21. August 1928 als viertes Kind des Malermeisters Gottlieb Willumeit und dessen Ehefrau Marie Else Willumeit in Celle geboren. Neben zwei Brüder hatte er noch eine ältere Schwester. Die Ehe der Eltern ging wenige Jahre nach Eckarts Geburt in die Brüche. Der Vater war zwischen 1927 und 1933 für die NSDAP im Celler Stadtrat. Später kandidierte er nicht mehr.
In den Unterlagen steht, Eckart habe sich langsam entwickelt. Erst am Ende des zweiten Lebensjahres habe er angefangen zu laufen, mit dreieinhalb Jahren sei es mit dem Sprechen losgegangen. Insgesamt wird Eckart als »zurück« und »mongoloid« beschrieben. Die Schule lehnte ihn ab, auch die Hilfsschule schickte ihn wieder nach Hause. Zum Zeitpunkt seiner ersten Untersuchung 1937 lebten die Eltern bereits getrennt. Eckart blieb zusammen mit seinen Geschwistern bei der Mutter.
Als Eckart neun Jahre alt war, folgte seine Mutter der Aufforderung, beim Gesundheitsamt des Stadt- und Landkreises Celle vorstellig zu werden. Auf wessen Initiative dies geschah, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Der Amtsarzt kam zu dem Ergebnis: »Im ganzen gesehen hat man den Eindruck, daß es noch bildungsfähig ist, jedoch scheint die Mutter nicht in der Lage zu sein, sich derart mit dem Kinde zu beschäftigen, daß davon ein Erfolg zu erhoffen ist. Um einer drohenden vollständigen Verblödung vorzubeugen, halte ich eine Aufnahme in eine entsprechende Anstalt, z.B. Langenhagen, jetzt für dringend erforderlich.« Der Mutter wurde unterstellt, sie sei mit der Förderung
ihres Sohnes überfordert.
Daraufhin wurde Eckart durch das Amt in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Langenhagen angemeldet und am 13. August 1937 dort aufgenommen. Die Trennung fiel Mutter und Sohn schwer. Eckart schrieb seiner Mutter mit Unterstützung der Krankenschwester schon gleich in der ersten Woche. Ein Antwortbrief der Mutter ist erhalten geblieben. Die Zeilen lassen erkennen, dass Eckart (»Karlchen«) zuvor ein behütetes Leben hatte. Die Mutter bemühte sich, den Kontakt zu ihrem Sohn zu halten. Es entwickelte sich ein reger Briefverkehr zwischen Eckart und seiner Mutter. Sie besuchte ihn regelmäßig und holte ihn »auf Urlaub« zu sich nach Hause.
Eckart lebte sich allmählich in Langenhagen ein. Er sei ein gehorsamer Junge, mache keine besonderen Schwierigkeiten, sei »zutraulich und willig«, heißt es in seiner Krankenakte. Ab Oktober 1937 besuchte er sogar die Schule, lernte Buchstaben kennen, las einzelne Worte. Er entwickelte sich gut. Anfang Januar 1938 erfuhr Eckarts Mutter, dass er zusammen mit anderen Kindern in die Anstalten der Inneren Mission Rotenburg verlegt werden sollte. Tatsächlich erfolgte die Verlegung am 18. März 1938. Dieser Ortswechsel, so kann der Akte entnommen werden, warf Eckart erheblich zurück. Eine Postkarte seiner Mutter deutet zudem darauf hin, dass sie Eckart ab dieser Zeit nicht mehr ohne weiteres besuchen konnte.
Am 9. Oktober 1941 wurde Eckart in die »Kinderfachabteilung« nach Lüneburg verlegt. An die Mutter erging eine Woche später die Mitteilung: »Ich teile Ihnen mit, dass Ihr Kind Eckart Willumeit am 9. Oktober aus der Rotenburger Anstalt hier überführt worden ist.« Die in Lüneburg gemachten Eintragungen in seiner Krankenakte und der Verlauf seines Aufenthaltes deuten darauf hin, dass Eckart mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aufgrund von »Bildungsunfähigkeit« mit dem Medikament Luminal ermordet wurde. Eckart starb am 18. Februar 1942 im Alter von 13 Jahren.
Am Todestag wurde die Mutter per Telegramm über den Tod informiert: »Sohn Eckart entschlafen. Beerdigung Sonnabend, 14.30 Uhr angesetzt. Heilanstalt.« Er sollte am 21. März bestattet werden. Doch die Mutter setzte eine Überführung von Eckart nach Celle durch. In der Bescheinigung für die Überführung heißt es: »[…] starb in hiesiger Anstalt der Knabe Eckart-Adolf Willumeit aus Celle an katarrh. Lungenentzündung bei Mongoloider Idiotie und bdrs. Hilusdrüsentuberkulose. […] Der Tod ist nicht durch Gewalteinwirkung eingetreten.«
ECKART WILLUMEIT
Eckart Willumeit ist 1928 geboren.
Er kommt aus Celle.
Er hat 3 ältere Geschwister.
Eckart wird mit dem Down-Syndrom geboren.
Er hat eine Behinderung.
Er entwickelt sich langsamer als andere Kinder.
Deshalb darf er nicht zur Schule gehen.
Auch auf die Schule für Kinder mit Behinderungen darf er nicht gehen.
Der Vater von Eckart ist von Beruf Maler.
Und er ist National-Sozialist.
Er ist zwischen dem Jahr 1927 und 1933 im Stadt-Rat.
Für die NSDAP.
Das ist die Partei der National-Sozialisten.
Die Eltern trennen sich.
Eckart bleibt bei seiner Mutter.
Ein Arzt im Gesundheits-Amt will Eckhardt sehen.
Da ist Eckart 9 Jahre alt.
Der Arzt unter-sucht ihn.
Er entscheidet:
Eckhardt kann zur Schule gehen.
Aber der Arzt sagt auch:
Die Mutter von Eckart ist nicht gut für ihn.
Sie hilft ihm nicht genug.
Zu Hause bleibt er dumm.
Darum muss Eckart in eine Anstalt.
Er kommt in eine Anstalt nach Hannover.
Seine Mutter besucht ihn oft.
Sie holt ihn auf Urlaub nach Hause.
Und sie schreibt ihm Briefe.
Sie hat große Sehn-Sucht nach ihm.
Eckart ist auch sehr traurig.
Er vermisst seine Familie.
Aber er geht zur Schule.
Er lernt Buchstaben.
Und er lernt lesen.
1 Jahr vergeht.
Eckart kommt in eine Anstalt nach Rotenburg.
Dort gibt es keine Schule.
Es geht im schlechter.
Im Oktober 1941 kommt Eckart nach Lüneburg.
In die Kinder-Fach-Abteilung.
Dort geht es im noch schlechter.
Er bekommt zu viel von einem Medikament.
Daran stirbt er.
Er wird ermordet.
Das ist im Februar 1942.
Eckhardt ist da 13 Jahre alt.
Eckhardt wird in Celle beerdigt.
So will es seine Mutter.
Sie holt seinen toten Körper nach Hause.
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Eckart Willumeit at the age of ten. Photograph taken at the Rotenburg Institutions of the Inner Mission, 1938.
NLA Hanover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 No. 424.
ECKART WILLUMEIT (1928 – 1942)
Eckart Willumeit was born on 21 August 1928 in Celle, the fourth child of master painter Gottlieb Willumeit and his wife Marie Else Willumeit. He had two brothers and an older sister. His parents‘ marriage broke down a few years after Eckart’s birth. His father was a member of the NSDAP in the Celle city council between 1927 and 1933. He did not run for office again later.
The documents state that Eckart developed slowly. He did not start walking until the end of his second year, and did not begin speaking until he was three and a half years old. Overall, Eckart is described as »retarded« and »mongoloid.« The school rejected him, and the special school sent him home again. At the time of his first examination in 1937, his parents were already separated. Eckart stayed with his mother, together with his siblings.
When Eckart was nine years old, his mother complied with a request to appear before the health authorities of the city and district of Celle. The documents do not reveal whose initiative this was. The medical officer came to the following conclusion: »Overall, one has the impression that he is still capable of learning, but his mother does not seem to be able to engage with the child in such a way that success can be expected. In order to prevent the threat of complete mental deterioration, I consider admission to an appropriate institution, e.g. Langenhagen, to be urgently necessary at this point.« The mother was accused of being overwhelmed by the task of supporting her son.
Eckart was then registered by the authorities at the Langenhagen State Mental Hospital and admitted there on 13 August 1937. The separation was difficult for both mother and son. With the help of the nurse, Eckart wrote to his mother in the very first week. A reply letter from his mother has been preserved. The lines reveal that Eckart (»Karlchen«) had previously led a sheltered life. His mother made every effort to maintain contact with her son. A lively correspondence developed between Eckart and his mother. She visited him regularly and took him home with her »on holiday.«
Eckart gradually settled into life in Langenhagen. According to his medical records, he was an obedient boy who caused no particular problems and was »trusting and willing.« From October 1937, he even attended school, learned the alphabet and read individual words. He developed well. In early January 1938, Eckart’s mother learned that he was to be transferred, along with other children, to the institutions of the Inner Mission in Rotenburg. The transfer actually took place on 18 March 1938. According to the file, this change of location set Eckart back considerably. A postcard from his mother also indicates that she was no longer able to visit Eckart without difficulty from that time on.
On 9 October 1941, Eckart was transferred to the »children’s ward« in Lüneburg. A week later, his mother received the following message: »I hereby inform you that your child Eckart Willumeit was transferred here from the Rotenburg institution on 9 October.« The entries made in his medical records in Lüneburg and the course of his stay there indicate that Eckart was almost certainly murdered with the drug Luminal on the grounds of »educational incapacity.« Eckart died on 18 February 1942 at the age of 13.
On the day of his death, his mother was informed of his death by telegram: »Son Eckart has passed away. Funeral scheduled for Saturday at 2:30 p.m. Sanatorium.« He was to be buried on 21 March. But his mother insisted on having Eckart transferred to Celle. The certificate for the transfer states: »[…] the boy Eckart-Adolf Willumeit from Celle died in this institution of catarrh. Pneumonia with Mongoloid idiocy and bdrs. Hilus gland tuberculosis. […] Death was not caused by violence.«
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Eckart Willumeit w wieku dziesięciu lat. Zdjęcie wykonane w Instytucjach Misji Wewnętrznej w Rotenburgu, 1938 r.
NLA Hanower Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 n. 424.
ECKART WILLUMEIT (1928 – 1942)
Eckart Willumeit urodził się 21 sierpnia 1928 roku w Celle jako czwarte dziecko mistrza malarstwa Gottlieba Willumeita i jego żony Marie Else Willumeit. Miał dwóch braci i starszą siostrę. Małżeństwo jego rodziców rozpadło się kilka lat po narodzinach Eckarta. Jego ojciec był członkiem NSDAP w radzie miasta Celle w latach 1927–1933. Później nie ubiegał się już o urząd.
Dokumenty wskazują, że Eckart rozwijał się powoli. Zaczął chodzić dopiero pod koniec drugiego roku życia, a mówić dopiero w wieku trzech i pół lat. Ogólnie rzecz biorąc, Eckart jest opisywany jako »upośledzony« i »mongoloidalny«. Szkoła go odrzuciła, a szkoła specjalna odesłała go z powrotem do domu. W momencie jego pierwszego badania w 1937 roku jego rodzice byli już w separacji. Eckart pozostał z matką wraz z rodzeństwem.
Kiedy Eckart miał dziewięć lat, jego matka zgodziła się na wezwanie przed władze sanitarne miasta i powiatu Celle. Dokumenty nie ujawniają, z czyjej inicjatywy to nastąpiło. Lekarz urzędowy doszedł do następującego wniosku: »Ogólnie rzecz biorąc, można odnieść wrażenie, że nadal jest on zdolny do nauki, ale jego matka nie wydaje się być w stanie nawiązać z dzieckiem kontaktu w sposób, który dawałby nadzieję na sukces. Aby zapobiec zagrożeniu całkowitym pogorszeniem się stanu psychicznego, uważam, że w tej chwili pilnie konieczne jest przyjęcie go do odpowiedniej placówki, np. w Langenhagen«. Matce zarzucano, że nie radzi sobie z zadaniem wspierania syna.
Eckart został następnie zarejestrowany przez władze w Państwowym Szpitalu Psychiatrycznym w Langenhagen i przyjęty tam 13 sierpnia 1937 roku. Rozstanie było trudne zarówno dla matki, jak i dla syna. Z pomocą pielęgniarki Eckart napisał do matki już w pierwszym tygodniu pobytu. Zachowała się odpowiedź matki. Z listu wynika, że Eckart (»Karlchen«) prowadził dotychczas życie w izolacji. Matka dokładała wszelkich starań, aby utrzymać kontakt z synem. Między Eckartem a matką nawiązała się ożywiona korespondencja. Matka regularnie go odwiedzała i zabierała do domu »na wakacje«.
Eckart stopniowo przystosował się do życia w Langenhagen. Według dokumentacji medycznej był posłusznym chłopcem, który nie sprawiał żadnych szczególnych problemów i był »ufny i chętny do współpracy«. Od października 1937 r. uczęszczał nawet do szkoły, nauczył się alfabetu i czytał pojedyncze słowa. Rozwijał się dobrze. Na początku stycznia 1938 roku matka Eckarta dowiedziała się, że wraz z innymi dziećmi zostanie on przeniesiony do placówek Inner Mission w Rotenburgu. Przeniesienie faktycznie nastąpiło 18 marca 1938 roku. Zgodnie z dokumentacją, zmiana miejsca zamieszkania znacznie wpłynęła na Eckarta. Pocztówka od matki wskazuje również, że od tego czasu nie była ona w stanie bez trudności odwiedzać Eckarta.
9 października 1941 r. Eckart został przeniesiony do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu. Tydzień później jego matka otrzymała następującą wiadomość: »Niniejszym informuję, że Państwa dziecko Eckart Willumeit zostało przeniesione tutaj z placówki w Rotenburgu w dniu 9 października«. Wpisy w jego dokumentacji medycznej w Lüneburgu oraz przebieg jego pobytu tam wskazują, że Eckart został prawie na pewno zamordowany za pomocą leku Luminal z powodu »niezdolności do nauki«. Eckart zmarł 18 lutego 1942 r. w wieku 13 lat.
W dniu jego śmierci matka została poinformowana o tym telegramem: »Syn Eckart zmarł. Pogrzeb odbędzie się w sobotę o godz. 14:30 w sanatorium«. Pogrzeb miał się odbyć 21 marca. Jednak matka nalegała, aby Eckart został przeniesiony do Celle. W zaświadczeniu o przeniesieniu napisano: »[…] chłopiec Eckart-Adolf Willumeit z Celle zmarł w tej placówce na zapalenie błony śluzowej. Zapalenie płuc z idiotyzmem mongoloidalnym i bdrs. Gruźlica gruczołów Hilusa. […] Śmierć nie była spowodowana przemocą«.

