NFC zu 03-14-03-03

Hans-Herbert Niehoff im Alter von viereinhalb Jahren, Aufnahmefoto der Rotenburger Anstalten der Inneren Mission, 1938.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 Nr. 334.
HANS-HERBERT NIEHOFF (1933 – 1942)
Hans-Herbert Niehoff wurde acht Jahre alt. Er wurde am 30. Oktober 1933 in Hannover geboren. Seine Eltern waren der Drogist Hans-Hermann Niehoff und seine Frau Marie Niehoff, geborene Appel. Bereits im Alter von sieben Monaten gaben seine Eltern ihn in ein Kinderheim in Hannover-Mecklenheide. Am 30. November 1934 kam Hans-Herbert aufgrund einer schweren Lungentuberkulose in die Heilanstalt Heidehaus Hannover. Als er nicht einmal zwei Jahre alt war, verstarb dort auch seine Mutter Marie an Tbc. Es ist anzunehmen, dass Mutter und Kind in der Zeit ihres gemeinsamen Aufenthaltes miteinander Kontakt hatten.
Nach dem Tod der Mutter dauerte es noch zwei weitere Jahre, bis das Heidehaus eine Unterbringung von Hans-Herbert in der Landes- Heil- und Pflegeanstalt Hannover-Langenhagen empfahl. Am 19. April 1937 erfolgte seine Einweisung in die Anstalt, zunächst nur zur Beobachtung. Sein Vater war zwischenzeitlich nach Algermissen in den Landkreis Hildesheim gezogen. In der Anstalt Hannover-Langenhagen angekommen, wurde Hans-Herbert als »stumpf« und »blödsinnig« bezeichnet. Seine Diagnose lautete »angeborener Schwachsinn«. Damit war sein weiterer Lebensweg entschieden.
Am 31. Mai 1937 wechselte Hans-Herbert auf die Kinderstation und blieb dort bis zu seiner Verlegung in die Anstalten der Inneren Mission Rotenburg im Jahr 1938. Der letzte Eintrag vor seiner Verlegung nach Rotenburg lautete: »Zuweilen erhöhte Temperatur. Springt gern umher. Macht sonst keine Fortschritte. Tiefstehender Junge, trotzdem er ganz niedlich aussieht.«
In Rotenburg wurde Hans-Herbert einfach nur verwahrt. Erst über ein halbes Jahr nach seiner Ankunft erfolgte der erste Eintrag. Bis zu seiner Verlegung in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg folgten nur noch zwei weitere Einträge, der letzte folgenschwer: »Kommt geistig nicht weiter, spielt nicht geordnet, läuft meist planlos umher. Bildungsunfähig.« Weil die Mutter verstorben und der Vater inzwischen als Sanitäter an der Front war, ging die Mitteilung über die Verlegung in die »Kinderfachabteilung« direkt an die Großmutter.
Hans-Herbert Niehoff hatte fast sein gesamtes Leben in einem Heim bzw. in einer Anstalt verbracht, als er am 30. März 1942 im Alter von acht Jahren in Lüneburg starb. Die wenigen Eintragungen in der Krankenakte von Hans-Herbert aus seiner Lüneburger Zeit deuten darauf hin, dass er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ermordet wurde. In der Akte finden sich widersprüchliche Angaben zur Todesursache und zum Todeszeitpunkt.
Hans-Herberts Großmutter Marta, die aufgrund des Fronteinsatzes des Vaters die Vormundschaft besaß, wurde per Post über den Tod ihres Enkels informiert. Es ist unwahrscheinlich, dass sie oder ein anderes Familienmitglied an der Beerdigung teilnahmen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich die Familie in irgendeiner Weise für ihren Jungen interessiert hatte. In den sieben Jahren, in denen Hans-Herbert in verschiedenen Einrichtungen gelebt hatte, erkundigten sich Vater und Großmutter kein einziges Mal nach ihm. Erst mit dem Tod von Hans-Herbert fragte der Vater nach der Krankheitsgeschichte. Die Großmutter interessierte nur ein Schaukelpferd, das auf seinen Stationen durch verschiedene Heime und Anstalten wohl verloren gegangen war.
HANS-HERBERT NIEHOFF
Hans-Herbert Niehoff ist 1933 in Hannover geboren.
Sein Vater arbeitet in einem Laden.
Da kann man Seife und Zahn-Pasta kaufen.
Hans-Herbert hat eine Behinderung.
Er entwickelt sich sehr langsam.
Seine Eltern geben ihn in ein Kinder-Heim.
Da ist Hans-Herbert noch ein Baby.
Er ist erst 7 Monate alt.
Mit 1 Jahr wird er krank.
Er bekommt eine Lungen-Krankheit.
Er muss in eine Anstalt.
Dort ist auch seine Mutter.
Sie hat die gleiche Lungen-Krankheit.
Sie stirbt an der Krankheit.
Da ist Hans-Herbert fast 2 Jahre alt.
Er bleibt in der Heil-Anstalt.
2 Jahre ist er da alleine.
Seine Mutter ist tot.
Sein Vater kümmert sich nicht.
Er zieht in eine andere Stadt.
Er will mit Hans-Herbert nichts zu tun haben.
Mit 4 Jahren kommt Hans-Herbert woanders hin.
Er kommt in die Anstalt nach Hannover-Langen-Hagen.
Ein Arzt sagt:
Hans-Herbert hat eine Behinderung.
Er ist dumm.
Er kann nichts.
1 Jahr später kommt er wieder in eine andere Anstalt.
Er kommt nach Rotenburg.
Da bleibt er 3 Jahre.
Der Vater ist jetzt Kranken-Pfleger.
Er ist in Russland im Krieg.
Er kann sich immer noch nicht kümmern.
Das macht die Oma von Hans-Herbert.
Aber sie macht es nicht wirklich.
Sie besucht ihn nicht.
Sie schreibt ihm nicht.
Hans-Herbert ist ihr egal.
Eines Tages bekommt die Oma einen Brief.
Darin steht:
Hans-Herbert muss in die Kinder-Fach-Abteilung nach Lüneburg.
Am 31. März 1942 stirbt Hans-Herbert.
Er wird in Lüneburg ermordet.
In der Kinder-Fach-Abteilung.
Die Oma bekommt wieder einen Brief.
Darin steht:
Hans-Herbert ist tot.
Er wird in Lüneburg beerdigt.
Erst jetzt antworten Oma und Opa.
Sie fragen den Arzt:
Was ist mit Hans-Herbert passiert?
Wo ist sein Schaukel-Pferd?
Das Schaukel-Pferd ist schon lange nicht mehr da.
Das haben sie nicht mit-bekommen.
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Hans-Herbert Niehoff at the age of four and a half, photograph taken at the Rotenburg Institutions of the Inner Mission, 1938.
NLA Hanover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 No. 334.
HANS-HERBERT NIEHOFF (1933 – 1942)
Hans-Herbert Niehoff lived to be eight years old. He was born on 30 October 1933 in Hanover. His parents were Hans-Hermann Niehoff, a chemist, and his wife Marie Niehoff, née Appel. At the age of seven months, his parents placed him in a children’s home in Hannover-Mecklenheide. On 30 November 1934, Hans-Herbert was admitted to the Heidehaus Hannover sanatorium due to severe pulmonary tuberculosis. When he was not even two years old, his mother Marie also died there of tuberculosis. It can be assumed that mother and child had contact with each other during their stay together.
After his mother’s death, it took another two years before the Heidehaus recommended that Hans-Herbert be admitted to the Hanover-Langenhagen State Hospital and Nursing Home. On 19 April 1937, he was admitted to the institution, initially only for observation. In the meantime, his father had moved to Algermissen in the district of Hildesheim. Upon arrival at the Hannover-Langenhagen institution, Hans-Herbert was described as »dull« and »stupid.« His diagnosis was »congenital mental deficiency.« This sealed his fate for the rest of his life.
On 31 May 1937, Hans-Herbert was transferred to the children’s ward, where he remained until his transfer to the Inner Mission Rotenburg institutions in 1938. The last entry before his transfer to Rotenburg read: »Occasional elevated temperature. Likes to jump around. Otherwise makes no progress. A low-spirited boy, even though he looks quite cute.«
In Rotenburg, Hans-Herbert was simply kept in custody. It was more than six months after his arrival that the first entry was made. Until his transfer to the »children’s ward« in Lüneburg, there were only two further entries, the last of which was momentous: »Makes no mental progress, does not play in an orderly manner, usually runs around aimlessly. Unable to learn.« Because his mother had died and his father was now serving as a medic at the front, the notification of his transfer to the »children’s ward« went directly to his grandmother.
Hans-Herbert Niehoff had spent almost his entire life in a home or institution when he died in Lüneburg on 30 March 1942 at the age of eight. The few entries in Hans-Herbert’s medical records from his time in Lüneburg indicate that he was almost certainly murdered. The file contains contradictory information about the cause and time of death.
Hans-Herbert’s grandmother Marta, who had custody of him because his father was serving at the front, was informed of her grandson’s death by post. It is unlikely that she or any other family member attended the funeral. There is no evidence that the family took any interest in their boy. During the seven years that Hans-Herbert lived in various institutions, his father and grandmother never once inquired about him. It was only after Hans-Herbert’s death that his father asked about his medical history. His grandmother was only interested in a rocking horse that had apparently been lost during his stays in various homes and institutions.
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Hans-Herbert Niehoff w wieku czterech i pół lat, zdjęcie wykonane w Instytucjach Misji Wewnętrznej w Rotenburgu, 1938 r.
NLA Hanower Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 n. 334.
HANS-HERBERT NIEHOFF (1933 – 1942)
Hans-Herbert Niehoff dożył ośmiu lat. Urodził się 30 października 1933 roku w Hanowerze. Jego rodzicami byli Hans-Hermann Niehoff, chemik, i jego żona Marie Niehoff, z domu Appel. W wieku siedmiu miesięcy rodzice umieścili go w domu dziecka w Hannover-Mecklenheide. 30 listopada 1934 r. Hans-Herbert został przyjęty do sanatorium Heidehaus Hannover z powodu ciężkiej gruźlicy płuc. Kiedy nie miał jeszcze dwóch lat, jego matka Marie również zmarła tam na gruźlicę. Można przypuszczać, że matka i dziecko miały ze sobą kontakt podczas wspólnego pobytu.
Po śmierci matki minęły kolejne dwa lata, zanim Heidehaus zalecił przyjęcie Hansa-Herberta do państwowego szpitala i domu opieki w Hanowerze-Langenhagen. 19 kwietnia 1937 r. został przyjęty do tej placówki, początkowo tylko na obserwację. W międzyczasie jego ojciec przeniósł się do Algermissen w powiecie Hildesheim. Po przybyciu do placówki w Hanowerze-Langenhagen Hans-Herbert został opisany jako »tępy« i »głupi«. Zdiagnozowano u niego »wrodzoną niedorozwój umysłowy«. To przesądziło o jego losie na resztę życia.
31 maja 1937 roku Hans-Herbert został przeniesiony na oddział dziecięcy, gdzie pozostał do momentu przeniesienia do instytucji Inner Mission Rotenburg w 1938 roku. Ostatni wpis przed przeniesieniem do Rotenburga brzmiał: »Czasami podwyższona temperatura. Lubi skakać. Poza tym nie robi żadnych postępów. Chłopiec o słabym duchu, mimo że wygląda całkiem uroczo«.
W Rotenburgu Hans-Herbert był po prostu przetrzymywany w areszcie. Pierwszy wpis pojawił się dopiero ponad sześć miesięcy po jego przybyciu. Do czasu przeniesienia go do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu pojawiły się tylko dwa kolejne wpisy, z których ostatni był bardzo ważny: »Nie robi postępów umysłowych, nie bawi się w sposób uporządkowany, zazwyczaj biegnie bez celu. Niezdolny do nauki«. Ponieważ jego matka zmarła, a ojciec służył jako medyk na froncie, powiadomienie o przeniesieniu do »oddziału dziecięcego« trafiło bezpośrednio do jego babci.
Hans-Herbert Niehoff spędził prawie całe życie w domu dziecka lub instytucji, zanim zmarł w Lüneburgu 30 marca 1942 roku w wieku ośmiu lat. Nieliczne wpisy w dokumentacji medycznej Hansa-Herberta z okresu jego pobytu w Lüneburgu wskazują, że prawie na pewno został zamordowany. Dokumentacja zawiera sprzeczne informacje dotyczące przyczyny i czasu zgonu.
Babcia Hansa-Herberta, Marta, która sprawowała nad nim opiekę, ponieważ jego ojciec służył na froncie, została poinformowana o śmierci wnuka listownie. Jest mało prawdopodobne, aby ona lub którykolwiek z członków rodziny uczestniczył w pogrzebie. Nie ma żadnych dowodów na to, że rodzina interesowała się swoim synem. Przez siedem lat, kiedy Hans-Herbert mieszkał w różnych placówkach, jego ojciec i babcia ani razu nie zapytali o niego. Dopiero po śmierci Hans-Herberta jego ojciec zapytał o jego historię medyczną. Babcia interesowała się jedynie konikiem na biegunach, który najwyraźniej zaginął podczas jego pobytów w różnych domach i placówkach.

