NFC zu 03-14-04-02

Friedrich Daps, 1938.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 Nr. 218.
FRIEDRICH DAPS (1932 – 1942)
Friedrich Daps wurde am 4. Oktober 1933 in Isernhagen bei Hannover geboren. Seine Eltern Willi und Alma Daps hatten noch zwei weitere Kinder. Friedrich war der Älteste. Friedrich hatte eine geistige Behinderung und kam am 17. Juli 1937, begleitet von seinem Vater Willi, in die Pestalozzi-Stiftung in Großburgwedel. Da war Friedrich noch keine vier Jahre alt. Warum die Eltern ihn dorthin brachten, ist nicht bekannt. Vermutlich waren die Eltern mit der Behinderung des Sohnes überfordert. Er sollte nur ein paar Tage dort bleiben.
Am 8. August 1937 wurde Friedrich Daps obligatorisch von einem Arzt begutachtet. Der kam zu dem Schluss, dass Friedrich »anstaltsbedürftig« sei. Die Pestalozzi-Stiftung schob Friedrich daraufhin schon wenig später am 10. August 1937 in die Heil- und Pflegeanstalt Langenhagen ab. Über die Eile war die Anstalt verwundert.
In einem Bericht der Stiftung wurde er als »erziehungsunfähig« bezeichnet. Von Langenhagen aus wurde er im März 1938 in die Anstalten der Inneren Mission Rotenburg verlegt. Die wenigen Einträge in Friedrichs Akte aus beiden Anstalten bezeichnen ihn als »schwachsinnig« und »nicht bildungsfähig«. Am 9. Oktober 1941 wurde er gemeinsam mit 137 anderen Kindern aus Rotenburg in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg verlegt.
Dort starb Friedrich am 21. März 1942. Er wurde nur acht Jahre alt. Die angebliche Todesursache »angeborener Schwachsinn« und »Lungenentzündung« kann bezweifelt werden. Höchstwahrscheinlich wurde Friedrich in der »Kinderfachabteilung« Lüneburg mit dem Medikament Luminal ermordet.
Telegrafisch wurde der Vater noch am gleichen Tag benachrichtigt, dass der Sohn bereits am Tag darauf um 15.30 Uhr auf dem Anstaltsfriedhof, dem heutigen Friedhof Nord-West, beerdigt werde. An eine Überstellung der Leiche nach Hannover war nicht gedacht. Vielmehr musste das Kind wohl schnell unter die Erde.
Friedrichs Gehirn wurde nach seinem Tod entnommen und zu Forschungszwecken in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geschickt. Dort wurde es mit den Gehirnschnitten von elf weiteren Kinder-Opfern aus der Lüneburger »Kinderfachabteilung« siebzig Jahre später aufgefunden. Diese sterblichen Überreste wurden am 25. August 2013 auf dem Nord-West-Friedhof bestattet, auf dem eine Gedenkanlage eingerichtet worden war.
Im Februar 2021 wurde in Großburgwedel eine Straße nach Friedrich Daps in der Nachbarschaft zur Pestalozzi-Stiftung benannt. Im Frühjahr 2022 wurde ihm in Isernhagen vor seinem ehemaligen Zuhause ein Stolperstein verlegt.
FRIEDRICH DAPS
Friedrich Daps ist am 4. Oktober 1933 in Isern-Hagen geboren.
Das ist in der Nähe von Hannover.
Hannover ist die Haupt-Stadt von Nieder-Sachsen.
Er hat 2 Brüder.
Sie sind jünger.
Friedrich ist das erste Kind.
Die Mutter kann sich nicht gut um Friedrich kümmern.
Sie hat nicht genug Kraft für Friedrich.
Und die Eltern haben ein Problem mit seiner Behinderung.
Friedrich kommt mit 4 Jahren in ein Heim.
Das Heim ist die Pestalozzi-Stiftung.
Die gibt es auch heute noch.
Friedrich soll nur wenige Tage da sein.
Doch es kommt anders.
Ein Arzt unter-sucht Friedrich.
Er stellt fest:
Friedrich will nicht mit anderen Kindern spielen.
Er ist sehr unruhig und wild.
Er macht nichts was man ihm sagt.
Er kann nicht hören und sprechen.
Er ist dumm.
Der Arzt entscheidet:
Friedrich muss in eine Anstalt.
2 Tage später kommt er in eine Anstalt in Hannover.
Friedrich soll schnell weg.
Die Pestalozzi-Stiftung will ihn los-werden.
Die Anstalt in Hannover ist sehr überrascht.
Die Eltern von Friedrich werden nicht gefragt.
Friedrich kommt nach 8 Monaten in eine zweite Anstalt.
Die ist in Rotenburg.
Dort bleibt Friedrich 2 Jahre und 7 Monate.
Dort interessiert er sich nur für besondere Sachen.
Zum Beispiel für Licht, Glitzern, Brummen.
Ärzte denken deshalb:
Friedrich ist dumm und blöde.
Im Jahr 1941 kommt Friedrich nach Lüneburg.
In ein Krankenhaus.
Er kommt in die Kinder-Fach-Abteilung.
Er kommt in das Haus 25.
Der Lüneburger Arzt entscheidet:
Friedrich wird nicht wieder gesund.
Er muss sterben.
Eine Kranken-Schwester gibt ihm ein Medikament.
Sie gibt ihm viel zu viel.
Damit Friedrich daran stirbt.
Er wird ermordet.
Er stirbt am 21. März 1942.
Da ist er 9 Jahre alt.
Der Arzt nimmt danach das Gehirn von Friedrich aus dem Kopf.
Er unter-sucht das Gehirn.
Und er schickt es in ein Krankenhaus nach Hamburg.
Das bleibt alles geheim.
Friedrich wird auf dem Anstalts-Friedhof beerdigt.
Ohne die Eltern.
Sie bekommen die Nachricht über den Tod zu spät.
So schnell können sie nicht nach Lüneburg kommen.
Der Mord an Friedrich bleibt auch geheim.
Bis Forscher Teile von dem Gehirn von Friedrich finden.
Das ist erst 70 Jahre später.
Die Gehirn-Teile sind immer noch in dem Krankenhaus in Hamburg.
Man hat sie einfach vergessen.
Nach dem Ende des Zweiten Welt-Krieges.
Auch die Gehirn-Teile von elf anderen Kindern wurden vergessen.
Alle diese Kinder wurden in Lüneburg ermordet.
In der Kinder-Fach-Abteilung in der Lüneburger Anstalt.
Die Gehirn-Teile werden 2013 beerdigt.
Es gibt eine Gedenk-Anlage.
Sie erinnert an Friedrich.
Im Jahr 2021 bekommt eine Straße den Namen Friedrich Daps-Weg.
Die Straße ist in der Nähe von der Pestalozzi-Stiftung.
Im Jahr 2022 bekommt Friedrich einen Stolper-Stein.
Er liegt vor dem Haus von der Familie von Friedrich.
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Friedrich Daps, 1938.
NLA Hanover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 No. 218.
FRIEDRICH DAPS (1932 – 1942)
Friedrich Daps was born on 4 October 1933 in Isernhagen near Hanover. His parents, Willi and Alma Daps, had two other children. Friedrich was the eldest. Friedrich had an intellectual disability and was brought to the Pestalozzi Foundation in Großburgwedel on 17 July 1937, accompanied by his father Willi. Friedrich was not yet four years old at the time. It is not known why his parents brought him there. Presumably, they were overwhelmed by their son’s disability. He was only supposed to stay there for a few days.
On 8 August 1937, Friedrich Daps was compulsorily examined by a doctor. The doctor concluded that Friedrich was »in need of institutional care«. Shortly afterwards, on 10 August 1937, the Pestalozzi Foundation transferred Friedrich to the Langenhagen sanatorium and nursing home. The institution was surprised by the haste with which this was done.
In a report by the foundation, he was described as »uneducable«. In March 1938, he was transferred from Langenhagen to the institutions of the Inner Mission in Rotenburg. The few entries in Friedrich’s file from both institutions describe him as »feeble-minded« and »uneducable«. On 9 October 1941, he was transferred together with 137 other children from Rotenburg to the »children’s ward« in Lüneburg.
Friedrich died there on 21 March 1942. He was only eight years old. The alleged cause of death, »congenital mental deficiency« and »pneumonia«, is questionable. It is highly probable that Friedrich was murdered in the »paediatric ward« in Lüneburg with the drug Luminal.
A telegram was sent to the father on the same day informing him that his son would be buried the following day at 3:30 p.m. in the institution’s cemetery, now known as the North-West Cemetery. There was no thought of transferring the body to Hanover. Rather, the child had to be buried quickly.
Friedrich’s brain was removed after his death and sent to the University Medical Centre Hamburg-Eppendorf for research purposes. Seventy years later, it was found there alongside brain sections from eleven other child victims from the Lüneburg »paediatric ward«. These remains were buried on 25 August 2013 in the North-West Cemetery, where a memorial had been erected.
In February 2021, a street in Großburgwedel was named after Friedrich Daps in the neighbourhood of the Pestalozzi Foundation. In spring 2022, a Stolperstein was laid in front of his former home in Isernhagen.
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Friedrich Daps, 1938.
NLA Hanower Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 nr 218.
FRIEDRICH DAPS (1932 – 1942)
Friedrich Daps urodził się 4 października 1933 roku w Isernhagen koło Hanoweru. Jego rodzice, Willi i Alma Daps, mieli jeszcze dwoje innych dzieci. Friedrich był najstarszy. Friedrich miał niepełnosprawność intelektualną i 17 lipca 1937 roku został przywieziony do Fundacji Pestalozzi w Großburgwedel w towarzystwie swojego ojca Williego. Friedrich nie miał wtedy jeszcze czterech lat. Nie wiadomo, dlaczego rodzice go tam przywieźli. Prawdopodobnie byli przytłoczeni niepełnosprawnością syna. Miał tam zostać tylko przez kilka dni.
8 sierpnia 1937 r. Friedrich Daps został poddany przymusowemu badaniu lekarskiemu. Lekarz stwierdził, że Friedrich »wymaga opieki instytucjonalnej«. Niedługo potem, 10 sierpnia 1937 r., Fundacja Pestalozziego przeniosła Friedricha do sanatorium i domu opieki w Langenhagen. Instytucja była zaskoczona pośpiechem, z jakim dokonano tej decyzji.
W raporcie fundacji opisano go jako »niezdolnego do nauki«. W marcu 1938 r. przeniesiono go z Langenhagen do placówek Inner Mission w Rotenburgu. Nieliczne wpisy w aktach Friedricha z obu instytucji opisują go jako »słabego umysłowo« i »niezdolnego do nauki«. 9 października 1941 r. wraz z 137 innymi dziećmi został przeniesiony z Rotenburga do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu.
Friedrich zmarł tam 21 marca 1942 roku. Miał zaledwie osiem lat. Podana przyczyna śmierci, »wrodzona niedorozwój umysłowy« i »zapalenie płuc«, budzi wątpliwości. Jest wysoce prawdopodobne, że Friedrich został zamordowany na »oddziale pediatrycznym« w Lüneburgu za pomocą leku Luminal.
Tego samego dnia wysłano telegram do ojca, informując go, że jego syn zostanie pochowany następnego dnia o godz. 15:30 na cmentarzu przy zakładzie, znanym obecnie jako Cmentarz Północno-Zachodni. Nie rozważano przeniesienia ciała do Hanoweru. Dziecko musiało zostać pochowane jak najszybciej.
Po śmierci Friedricha jego mózg został pobrany i wysłany do Centrum Medycznego Uniwersytetu w Hamburgu-Eppendorf w celach badawczych. Siedemdziesiąt lat później znaleziono go tam wraz z fragmentami mózgów jedenastu innych dzieci, które były ofiarami »oddziału pediatrycznego« w Lüneburgu. Szczątki te zostały pochowane 25 sierpnia 2013 r. na cmentarzu North-West Cemetery, gdzie wzniesiono pomnik.
W lutym 2021 roku jedna z ulic w Großburgwedel została nazwana imieniem Friedricha Dapsa w dzielnicy Fundacji Pestalozziego. Wiosną 2022 roku przed jego dawnym domem w Isernhagen położono kamień Stolperstein.
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