NFC zu 03-16-01-02

Ingeborg Wahle im Kinderwagen, etwa 1940.
Privatbesitz Renate Beier.
INGEBORG WAHLE (1939 – 1945)
Ingeborg Wahle wurde am 13. Juni 1939 in Göttingen geboren. Sie war das zweite Kind von Elfriede, geborene Fendt, und Willi Wahle. Zwei Jahre später wurde ihre Schwester Renate geboren.
Ingeborg hatte einen schweren Start ins Leben, da sie eine Zangengeburt war. Außerdem habe eine Rhesus-Unverträglichkeit vorgelegen. Ihre Entwicklung blieb verzögert.
Nach Renates Geburt zog die fünfköpfige Familie in den heutigen Tulpenweg 6. Ingeborgs Bruder Heinz hatte ein eigenes Kinderzimmer, die Schwestern teilten sich eines. Ingeborg habe die meiste Zeit auf einem ausgepolsterten Stühlchen am Küchentisch gesessen.
Als Ingeborg vier Jahre alt war, mussten ihre Eltern sie auf Initiative des Wohlfahrtsamtes im Gesundheitsamt Göttingen vorstellen. Mit einer Einweisung in die »Kinderfachabteilung« erhofften sich die Eltern zunächst eine Therapie zur Besserung.
Ingeborg wurde am 4. April 1944 auf der Mädchen-Station im Obergeschoss von Haus 25 aufgenommen.
Neben zahlreichen Besuchen blieben die Eltern auch durch Briefe in Kontakt mit der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg.
Die Reaktionen der Ärzte auf die Briefe der Eltern fielen pessimistisch aus. Ingeborg sei in einem schlechten Zustand, die Eltern sollten sich auf einen schlechten Verlauf vorbereiten.
Auch Ingeborgs Mutter Elfriede erkundigte sich nach ihrer Tochter, nachdem Besuche kriegsbedingt nicht mehr möglich waren. Doch das Bemühen der Eltern verhinderte nicht, dass Ingeborg ermordet wurde. Sie starb am 24. Februar 1945.
Der letzte Besuch von Willi Wahle bei seiner Tochter Ingeborg erfolgte am Tag vor ihrer Ermordung. Der Besuch ist nicht dokumentiert.
INGEBORG WAHLE
Ingeborg Wahle ist am 13. Juni 1939 geboren.
Sie lebte in Göttingen.
Ihre Eltern sind Elfriede und Willi Wahle.
Sie hat zwei Geschwister.
Sie heißen Heinz und Renate.
Die Geburt von Ingeborg ist schwer.
Sie muss mit einer Zange geholt werden.
Ingeborg hat eine Behinderung.
Ingeborg und Renate teilen sich ein Kinder-Zimmer.
Heinz hat ein eigenes Kinder-Zimmer.
Ingeborg sitzt immer auf einem Stuhl.
In der Küche.
Das Sozial-Amt sagt:
Ingeborg ist nicht gesund.
Willi geht mit Ingeborg zum Gesundheits-Amt.
Ingeborg wird von einem Arzt unter-sucht.
Der Arzt sagt:
Ingeborg hat eine Behinderung.
Ingeborg muss in eine Anstalt.
Die Eltern denken:
Das ist gut.
Da wird Ingeborg wieder gesund.
Ingeborg kommt nach Lüneburg in die Anstalt.
Sie wird in Haus fünf-und-zwanzig auf-genommen.
Das ist im April 1944.
Da ist Ingeborg vier Jahre alt.
Die Eltern haben auch Briefe geschrieben.
An Ingeborg und an den Arzt in der Anstalt.
Der Arzt antwortet Willi Wahle.
Der Arzt schreibt:
Ingeborg geht es schlecht.
Ingeborg wird nicht wieder gesund.
Die Mutter von Ingeborg schreibt einen Brief.
Sie kann Ingeborg nicht mehr besuchen.
Der Krieg macht es nicht möglich.
Kein Zug fährt.
Will Wahle kann auch nicht mehr kommen.
Er ist Soldat in Posen.
Deswegen entscheidet der Arzt in der Anstalt:
Ingeborg muss sterben.
Die Eltern können es nicht mehr verhindern.
Ingeborg wird ermordet.
Sie stirbt am 24. Februar 1945.
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Ingeborg Wahle in a pram, around 1940.
Private property of Renate Beier.
INGEBORG WAHLE (1939 – 1945)
Ingeborg Wahle was born on June 13, 1939, in Göttingen. She was the second child of Elfriede, née Fendt, and Willi Wahle. Two years later, her sister Renate was born.
Ingeborg had a difficult start in life because she was delivered by forceps. She also had a rhesus incompatibility. Her development was delayed.
After Renate was born, the family of five moved to what is now Tulpenweg 6. Ingeborg’s brother Heinz had his own bedroom, while the sisters shared one. Ingeborg spent most of her time sitting on a padded chair at the kitchen table.
When Ingeborg was four years old, her parents had to take her to the health department in Göttingen on the initiative of the welfare office. By referring her to the »pediatric department,« her parents initially hoped that she would receive therapy to improve her condition.
Ingeborg was admitted on April 4, 1944, to the girls‘ ward on the upper floor of House 25.
In addition to numerous visits, the parents also kept in touch with the Lüneburg institution and nursing home through letters.
The doctors‘ responses to the parents‘ letters were pessimistic. Ingeborg was in poor condition, and her parents should prepare themselves for a poor prognosis.
Ingeborg’s mother Elfriede also inquired about her daughter after visits were no longer possible due to the war. But her parents‘ efforts did not prevent Ingeborg from being murdered. She died on February 24, 1945.
Willi Wahle’s last visit to his daughter Ingeborg took place the day before she was murdered. The visit is not documented.
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Ingeborg Wahle w wózku dziecięcym, około 1940 roku.
Własność prywatna Renate Beier.
INGEBORG WAHLE (1939 – 1945)
Ingeborg Wahle urodziła się 13 czerwca 1939 roku w Getyndze. Była drugim dzieckiem Elfriede z domu Fendt i Williego Wahle. Dwa lata później urodziła się jej siostra Renate.
Ingeborg miała trudny start w życiu, ponieważ urodziła się przy pomocy kleszczy. Miała również niezgodność czynnika Rh. Jej rozwój był opóźniony.
Po urodzeniu Renate pięcioosobowa rodzina przeniosła się do domu przy obecnej ulicy Tulpenweg 6. Brat Ingeborg, Heinz, miał własną sypialnię, a siostry dzieliły jedną. Ingeborg większość czasu spędzała siedząc na wyściełanym krześle przy kuchennym stole.
Kiedy Ingeborg miała cztery lata, jej rodzice musieli zabrać ją do wydziału zdrowia w Getyndze z inicjatywy urzędu pomocy społecznej. Kierując ją do »oddziału pediatrycznego«, rodzice mieli początkowo nadzieję, że otrzyma ona terapię, która poprawi jej stan zdrowia.
Ingeborg została przyjęta 4 kwietnia 1944 r. na oddział dla dziewcząt na piętrze budynku nr 25.
Oprócz licznych wizyt rodzice utrzymywali również kontakt z instytucją i domem opieki w Lüneburgu poprzez listy.
Odpowiedzi lekarzy na listy rodziców były pesymistyczne. Stan Ingeborg był zły, a jej rodzice powinni przygotować się na złe rokowania.
Matka Ingeborg, Elfriede, również pytała o córkę, gdy wizyty stały się niemożliwe z powodu wojny. Jednak wysiłki rodziców nie zapobiegły zamordowaniu Ingeborg. Zmarła 24 lutego 1945 roku.
Ostatnia wizyta Williego Wahle’a u jego córki Ingeborg miała miejsce dzień przed jej morderstwem. Wizyta ta nie została udokumentowana.

