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DIETER (1937 – 1943) UND ROSEMARIE BODE (1937 – 1942)
Die Zwillinge Rosemarie und Dieter Bode wurden am 27. April 1935 in Hannover geboren. Ihre Eltern waren der gelernte Maurer und Wachmann Wilhelm Bode und seine Frau Erika Bode (geborene Ebeler). Sie hatten noch eine jüngere Schwester, die heute noch leben könnte. Als die Mutter an der Lunge erkrankte und der Vater in die Wehrmacht eingezogen wurde, entschied Erika, ihre Zwillinge in die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission zu geben.
Wilhelm war mit der Einweisung seiner Zwillinge nicht einverstanden. Sein Ärger darüber war so groß, dass er sich zwei Wochen später von seiner Ehefrau trennte. Zwischen 1939 und 1941 blieben die Zwillinge in Rotenburg. Am 9. Oktober 1941 wurden Rosemarie und Dieter Bode zusammen mit über 130 weiteren Kindern in die Lüneburger »Kinderfachabteilung« verlegt. Rosemarie und ihr Bruder Dieter waren 1941 von den Rotenburger Anstalten der Inneren Mission an den »Reichsausschuss« nach Berlin gemeldet worden. Dort wurde die Einweisung in die »Kinderfachabteilung« angewiesen und eine »Behandlungsermächtigung« erteilt. Rosemarie wurde am 4. Februar 1942 ermordet. Dem Vater wurde mitgeteilt: »Ihre Tochter Rosemarie ist am 4. Februar 1942 an einer Lungentuberkulose gestorben.«
Wilhelm Bode konnte an der Beerdigung seiner Tochter nicht teilnehmen, weil er zum Todeszeitpunkt in Russland kämpfte. Auch die Mutter Erika nahm an der Beisetzung nicht teil, da sie sich noch in einer Lungenklinik befand. Dieter hatte den Mord an seiner Schwester miterlebt. Eine Woche nach ihrer Ermordung schrieb der Lüneburger Arzt den ersten Eintrag in Dieters Krankenakte. Dieter überlebte seine Zwillingsschwester Rosemarie nur ein Jahr und zwei Monate. Er wurde am 10. April 1943 ermordet. Die Leichen beider Kinder wurden seziert und ihre Gehirne entnommen. Die Gehirne wurden an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf abgegeben.
2012 konnten die Präparate gemeinsam mit zwölf weiteren identifiziert werden. 2013 wurden sie im Rahmen der Einweihung einer Gedenkanlage auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof, dem heutigen Lüneburger Friedhof Nord-West, bestattet. Rosemarie und Dieter Bodes sterbliche Überreste gehörten dazu. An der Bestattung nahmen viele noch lebende Geschwister der ermordeten Kinder teil.
DIETER UND ROSEMARIE BODE
Rosemarie und Dieter Bode sind Zwillinge.
Sie werden 1935 in Hannover geboren.
Sie haben noch eine jüngere Schwester.
Die Eltern heißen Wilhelm und Erika Bode.
Die Mutter wird krank.
Der Vater muss in den Krieg.
Darum kommen die Zwillinge in eine Anstalt.
Die Anstalt ist in Rotenburg.
Der Vater will das nicht.
Er ist sehr wütend.
Zwei Wochen später trennt er sich von seiner Frau.
Die Zwillinge bleiben zwei Jahre in der Anstalt.
Dann müssen sie in eine andere Anstalt.
Sie kommen nach Lüneburg.
Sie werden Patienten in der Kinder-Fach-Abteilung.
Das ist am 9. Oktober 1941.
Sie kommen mit über ein-hundert-dreißig anderen Kindern.
Ein Arzt in Rotenburg meldet Rosemarie und Dieter.
Er schreibt nach Berlin.
Er informiert ein besonderes Amt.
Das besondere Amt schickt die Zwillinge nach Lüneburg.
Das besondere Amt sagt:
Rosemarie und Dieter dürfen ermordet werden.
Die Ärzte in Lüneburg sollen das entscheiden.
Das ist ein Brief.
Er ist aus dem Jahr 1941.
Rosemarie wird am 4. Februar 1942 ermordet.
In einem Brief an den Vater steht: Rosemarie ist tot.
Sie stirbt an einer Lungen-Krankheit.
Das ist eine Lüge.
Der Brief ist aus dem Jahr 1942.
Der Vater kommt nicht zur Beerdigung.
Er kämpft als Soldat in Russland.
Das ist ein Land weit weg von Deutschland.
Die Mutter Erika kommt auch nicht.
Sie ist immer noch in einer Klinik.
Dieter ist beim Mord an seiner Schwester dabei.
Dieter ist dem Arzt egal.
Er untersucht ihn erst als seine Schwester tot ist.
Ein Jahr und zwei Monate später wird auch Dieter ermordet.
Er stirbt am 10. April 1943.
Die Kinder werden nach dem Tod unter-sucht.
Ihre Gehirne werden aus dem Kopf genommen.
Die Gehirne werden ins Kranken-Haus Eppendorf geschickt.
Im Jahr 2012 werden Teile von den Gehirnen gefunden.
Sie gehören zu zwölf Kindern.
Im Jahr 2013 werden die Gehirn-Teile bestattet.
Auf dem Friedhof Nord-West.
Das ist der Fried-Hof der Anstalt.
Die Gehirn-Teile von Rosemarie und Dieter gehören dazu.
Zu der Beerdigung kommen viele Geschwister.
Es sind Brüder und Schwestern von den ermordeten Kindern.
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DIETER (1937 – 1943) aND ROSEMARIE BODE (1937 – 1942)
The twins Rosemarie and Dieter Bode were born on 27 April 1935 in Hanover. Their parents were Wilhelm Bode, a trained bricklayer and security guard, and his wife Erika Bode (née Ebeler). They had a younger sister who may still be alive today. When their mother fell ill with tuberculosis and their father was drafted into the Wehrmacht, Erika decided to place her twins in the Rotenburg institutions of the Inner Mission.
Wilhelm did not agree with the placement of his twins. He was so upset about it that he separated from his wife two weeks later. The twins remained in Rotenburg between 1939 and 1941. On 9 October 1941, Rosemarie and Dieter Bode were transferred to the »children’s ward« in Lüneburg along with over 130 other children. Rosemarie and her brother Dieter had been reported to the »Reich Committee« in Berlin by the Rotenburg institutions of the Inner Mission in 1941. There, their admission to the »Kinderfachabteilung« was ordered and ‘treatment authorisation’ was granted. Rosemarie was murdered on 4 February 1942. Her father was informed: »Your daughter Rosemarie died of pulmonary tuberculosis on 4 February 1942.«
Wilhelm Bode was unable to attend his daughter’s funeral because he was fighting in Russia at the time of her death. Her mother Erika also did not attend the funeral because she was still in a lung clinic. Dieter had witnessed his sister’s murder. A week after her murder, the Lüneburg doctor wrote the first entry in Dieter’s medical records. Dieter survived his twin sister Rosemarie by only one year and two months. He was murdered on 10 April 1943. The bodies of both children were dissected and their brains removed. The brains were sent to the University Medical Centre Hamburg-Eppendorf.
In 2012, the remains were identified along with twelve others. In 2013, they were buried as part of the inauguration of a memorial site at the former institution cemetery, now known as Lüneburg Cemetery North-West. The remains of Rosemarie and Dieter Bode were among them. Many of the surviving siblings of the murdered children attended the burial.
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DIETER (1937 – 1943) i ROSEMARIE BODE (1937 – 1942)
Bliźnięta Rosemarie i Dieter Bode urodzili się 27 kwietnia 1935 roku w Hanowerze. Ich rodzicami byli wykwalifikowany murarz i strażnik Wilhelm Bode oraz jego żona Erika Bode (z domu Ebeler). Mieli jeszcze młodszą siostrę, która prawdopodobnie nadal żyje. Kiedy matka zachorowała na płuca, a ojciec został powołany do Wehrmachtu, Erika postanowiła oddać bliźniaki do zakładów Rotenburger Anstalten der Inneren Mission.
Wilhelm nie zgadzał się na umieszczenie swoich bliźniaków w ośrodku. Był tak rozgniewany tą decyzją, że dwa tygodnie później rozstał się z żoną. W latach 1939–1941 bliźniaki pozostały w Rotenburgu. 9 października 1941 roku Rosemarie i Dieter Bode wraz z ponad 130 innymi dziećmi zostali przeniesieni do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu. W 1941 roku Rosemarie i jej brat Dieter zostali zgłoszeni przez instytucje Inner Mission w Rotenburgu do »Komisji Rzeszy« w Berlinie. Tam nakazano skierowanie ich do »Kinderfachabteilung« i wydano »upoważnienie do leczenia«. Rosemarie została zamordowana 4 lutego 1942 roku. Ojcu przekazano następującą informację: »Pańska córka Rosemarie zmarła 4 lutego 1942 roku na gruźlicę płuc«.
Wilhelm Bode nie mógł uczestniczyć w pogrzebie swojej córki, ponieważ w chwili jej śmierci walczył w Rosji. Matka Erika również nie uczestniczyła w pogrzebie, ponieważ przebywała w klinice pulmonologicznej. Dieter był świadkiem morderstwa swojej siostry. Tydzień po jej zabójstwie lekarz z Lüneburga napisał pierwszy wpis w karcie chorego Dietera. Dieter przeżył swoją siostrę bliźniaczkę Rosemarie tylko o rok i dwa miesiące. Został zamordowany 10 kwietnia 1943 roku. Ciała obojga dzieci zostały poddane sekcji zwłok, a ich mózgi zostały usunięte. Mózgi przekazano do kliniki uniwersyteckiej w Hamburgu-Eppendorf.
W 2012 roku udało się zidentyfikować te szczątki wraz z dwunastoma innymi. W 2013 roku zostały one pochowane w ramach uroczystości otwarcia pomnika na dawnym cmentarzu zakładowym, obecnie cmentarzu Lüneburger Friedhof Nord-West. Wśród nich znalazły się szczątki Rosemarie i Dietera Bodes. W pogrzebie wzięło udział wielu żyjących rodzeństwa zamordowanych dzieci.
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