
Postkarte, Heil- und Pflegeanstalt Eglfing bei München, nach 1945.
ArEGL 99.
EGLFING-HAAR
Die »Kinderfachabteilung« in Eglfing-Haar war die erste »Kinderfachabteilung« in Bayern und nahm im Oktober 1940 ihre Arbeit auf. Sie existierte bis Mai 1945. Ärztlicher Direktor der Heil- und Pflegeanstalt war ab 1938 Hermann Pfannmüller. In der »Kinderfachabteilung« arbeiteten die Ärzte Gustav Eidam, Fritz Kühnke und Ernst Wentzler. Wentzler war bereits »Vordenker« und Planer der »Kinder-Euthanasie« sowie Gutachter im »Reichsausschuss«.
In der »Kinderfachabteilung« der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar wurden mindestens 332 Kinder und Jugendliche ermordet. Ihre Gehirne wurden entnommen und an verschiedene Forschungseinrichtungen abgegeben.
Nur Pfannmüller wurde verurteilt und erhielt 1951 eine fünfjährige Haftstrafe. Er starb 1961. Eidam nahm sich 1945 das Leben. Kühnke, der auch zur »Kinderfachabteilung Wiesloch« reiste, um dort Kinder zu ermorden, arbeitete nach dem Krieg als Kinderarzt in Hamburg. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn wurden 1969 eingestellt. Wentzler betrieb nach dem Krieg weiterhin seine private Kinderklinik in Berlin-Frohnau und 1949 wurde die Strafermittlung gegen ihn eingestellt. Er starb 1973. Nur Hermann Pfannmüller bekam 1951 die Strafe fünf Jahre Haft.
EGLFING-HAAR
Eglfing-Haar ist die 1. Kinder-Fach-Abteilung.
In Bayern.
Es gibt sie 1940 bis 1945.
332 Kinder werden dort ermordet,
Von 3 Ärzten.
Es werden auch Gehirne entnommen.
Der Chef der 3 Mörder ist Hermann Pfannmüller.
Er geht nach dem Krieg ins Gefängnis.
Aber nur 5 Jahre.
Dann kommt er wieder frei.
Einer der Mörder ist Ernst Wentzler.
Er denkt sich den Kinder-Mord aus.
Er ist auch Gut-Achter.
Er entscheidet:
Das Kind darf leben.
Oder das Kind muss sterben.
Dann ist der Krieg vorbei.
Einer der 3 Ärzte bringt sich um.
Die anderen beiden arbeiten als Kinder-Ärzte.
Nur der Leiter vom besonderen Kranken-Haus muss 5 Jahre ins Gefängnis.