UECKERMÜNDE
Die Provinzialheilanstalt Ueckermünde bestand seit 1875 und bot zu Beginn des Zweiten Weltkriegs etwa 800 Erkrankten Platz. Im Laufe des Krieges stieg die Zahl der Erkrankten. Ab 1943 trafen vor allem Transporte aus dem Westen ein, unter anderem aus dem Rheinland mit 19 Kindern und Jugendlichen aus der »Kinderfachabteilung« Waldniel.
Der landwirtschaftliche Betrieb der Anstalt war im Januar 1939 eingestellt worden. Überbelegung und mangelnde Versorgung führten zu einem Hungersterben in der Provinzialheilanstalt. 1945 starben in Ueckermünde mehr als die Hälfte aller Erkrankten. Bereits 1940 war ein Krematorium gebaut worden, in dem die Leichen verbrannt werden konnten.
Ab 1941 wurden vermehrt Kinder und Jugendliche aufgenommen. Spätestens 1943 war Ueckermünde Standort einer »Kinderfachabteilung«. Die Kinder und Jugendlichen starben oft an Unterernährung und durch Medikamentengabe. Von den 19 aus Waldniel gekommenen Kindern und Jugendlichen starben zwölf innerhalb eines Monats. Bis Kriegsende sind mindestens 334 Todesfälle belegt.
Da der Direktor Hans-Dietrich Hilweg bei Kriegsende fast alle belastenden Akten vernichten ließ, gibt es keine Hinweise auf das verantwortliche Personal. Ermittlungsverfahren haben nie stattgefunden. Hilweg war noch bis 1962 in Westdeutschland als praktizierender Arzt tätig.
UECKERMÜNDE
Die Anstalt in Ueckermünde gibt es
seit dem Jahr 1875.
Die Anstalt hat Platz für 800 Kranke.
Ab dem Jahr 1938 kommen auch Kinder
in die Anstalt.
Ab dem Jahr 1941 gibt es
eine Kinder-Fachabteilung in der Anstalt Ueckermünde.
Im Jahr 1943 kommen 19 Kinder
aus der Kinder-Fachabteilung Waldniel nach Ueckermünde.
12 von diesen Kindern werden ermordet.
Die Nazis ermorden viele Kinder in Ueckermünde.
In der Nazi-Zeit sterben hier 334 Kinder.
Die Nazis verbrennen die toten Kinder
in einem Ofen.
Den Ofen gibt es schon im Jahr 1940.
Hans-Dietrich Hilweg ist der Chef von der Anstalt in Ueckermünde.
Er ist Arzt und er ist einer von den Mördern.
Dann ist der Zweite Weltkrieg vorbei.
Hans-Dietrich Hilweg verbrennt alle Akten.
Darum weiß man heute nur wenig über die Kinder-Fachabteilung Ueckermünde.
Man weiß nur wenig über die Kranken und
über die Mörder.
Darum gibt es keine Untersuchungen
zu den Verbrechen.
Und es gibt keine Strafen.
Der Chef Hans-Dietrich Hilweg arbeitet
einfach weiter.
Er geht im Jahr 1962 in Rente.