Es ist ein schwarz-weißes Foto. Hinter einer gepflegten Gartenanlage liegt ein helles dreistöckiges Haus. Es hat hohe Sprossenfenster und zwei niedrigere Flügel auf jeder Seite.

Postkarte, Heil- und Pflegeanstalt Schleswig-Hesterberg, 22.11.1915.

ArEGL 99.

SCHLESWIG-HESTERBERG

In Schleswig gab es zwei Anstalten: eine für Erwachsene in Schleswig-Stadtfeld und eine Kinder- und Jugendeinrichtung in Schleswig-Hesterberg. Eine Anstalt für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen wurde bereits 1852 eröffnet und bezog 1872 die Gebäude am Hesterberg. Während des Zweiten Weltkriegs war der Verwaltungsbeamte Alfred Hartwig Direktor des Landesaufnahme- und Erziehungsheims Hesterberg. Ärztliche Leiterin war Erna Pauselius.

Ab Herbst 1939 führten Überbelegung und mangelnde Versorgung zu einer erhöhten Sterblichkeit im Erziehungsheim. Um Hesterberg zu entlasten, wurden im April 1941 mehr als hundert Kinder in die Heil- und Pflegeanstalt Schleswig-Stadtfeld verlegt.

Im Herbst 1941 wurde Hesterberg Standort einer »Kinderfachabteilung«. Sie war keine eigenständige Abteilung, sondern die »Reichsausschuss-Kinder« waren auf verschiedenen Stationen untergebracht. Die »Reichsausschuss-Kinder« unterstanden ausschließlich und in besonderem Maße der Ärztlichen Leiterin Erna Pauselius.

Als die Anstalt Hesterberg ab Februar 1942 als Reservelazarett genutzt wurde, zog die »Kinderfachabteilung« mit 242 Kindern und Jugendlichen nach Schleswig-Stadtfeld um. Bereits ab Mai 1940 war in einzelnen Gebäuden des Erziehungsheims Hesterberg ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet worden. Mit dem Lazarett wurden auch die übrigen Gebäude militärisch genutzt.

Auch Erna Pauselius und die in der »Kinderfachabteilung« eingesetzten Pflegekräfte wechselten nach Stadtfeld. Ab Mitte 1942 übernahm Johannes Krey die Leitung der neu eingerichteten »Kinderfachabteilung«. Sein Nachfolger wurde ab November Hans Burkhardt, der sich zunächst sträubte, letztendlich aber doch mitmachte.

Insgesamt starben in Schleswig-Stadtfeld und -Hesterberg während des Zweiten Weltkriegs 216 Kinder und Jugendliche, die meisten an fehlender pflegerischer und medizinischer Versorgung. Wie viele von ihnen gezielt ermordet wurden, ist nicht bekannt.

Sämtliche Ermittlungsverfahren gegen die am Mord Beteiligten wurden eingestellt.

SCHLESWIG-HESTERBERG

In Schleswig gibt es 2 besondere Krankenhäuser.
Eines davon ist in Hesterberg.
Schon ab 1852 gibt es das besondere Krankenhaus für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.

Schon 1939 und 1940 sterben viele Kinder und Jugendliche in Hesterberg.
Sie bekommen nicht genug zu essen und werden schlecht behandelt.

Im April 1941 werden über 100 Kinder in das andere besondere Krankenhaus in Schleswig verlegt.

Ab Herbst 1941 gibt es eine Kinder-Fach-Abteilung in Hesterberg.
Die Ärztin Erna Pauselius leitet die Kinder-Fach-Abteilung.

Es gibt sie nur wenige Monate.
Das besondere Krankenhaus wird für das Militär gebraucht.
Es wird ein Krankenhaus für Verwundete.

Im Februar 1942 zieht die Kinder-Fach-Abteilung um.
242 Kinder und Jugendliche werden verlegt.
In das andere besondere Krankenhaus in Schleswig.
Das heißt Stadtfeld.

Die Leiterin der Kinder-Fach-Abteilung geht wenig später.
Dann werden die Kinder von 2 Ärzten ermordet.

In Hesterberg und Stadtfeld werden insgesamt 216 Kinder ermordet.
Keiner der Mörder wurde bestraft.

Auf der Post-Karte ist das besondere Krankenhaus Schleswig-Hesterberg zu sehen.

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