GRAZ

Die Grazer Heil- und Pflegeanstalt »Am Feldhof« diente ab 1940 als Zwischenanstalt für die »planwirtschaftlichen Verlegungen« nach Hartheim. 1941 oder 1942 wurde dort eine »Kinderfachabteilung« eingerichtet. Zuständig für die Zusammenarbeit mit dem »Reichsausschuss« waren die Anstaltsleiter Oskar Begusch und Ernst Sorger (ab 1944). Verantwortlich für die Durchführung waren unter anderem der Leiter der »Kinderfachabteilung« Hans Machan und der Arzt Peter Korp. Sie wurden von Gabriele Eder und Josephine Hermann unterstützt.

Die »Kinderfachabteilung Am Feldhof« war keine abgegrenzte Abteilung. Die Kinder und Jugendlichen waren zusammen mit den Erwachsenen in den Frauen- und Männerabteilungen untergebracht. Auffällig viele Kinder und Jugendliche starben in der Abteilung C2, für die Hans Machan verantwortlich war. Sie wurden durch überdosierte Medikamente ermordet. Es gab Leichenöffnungen und Gehirnentnahmen, zunächst vor Ort, ab Juni 1943 im Pathologischen Institut der Universität Graz.

Die »Kinderfachabteilung Am Feldhof« bestand bis 1945. Die unmittelbar nach Kriegsende durchgeführten Strafermittlungen wurden eingestellt, nachdem der Anstaltsleiter Ernst Sorger Selbstmord begangen hatte. Zudem waren die Krankenakten »gesäubert« und belastende Dokumente vernichtet worden. Korp und Hermann machten nach dem Krieg in der Heil- und Pflegeanstalt Graz Karriere.

Von Januar 1938 bis Dezember 1945 starben in der »Kinderfachabteilung Am Feldhof« mindestens 267 Kinder und Jugendliche. Wie viele von ihnen ermordet wurden, ist nicht zu ermitteln.

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