BRESLAU | WROCŁAW
1943 wurde auch im Breslauer Krankenhaus Nord, im Institut für Psychiatrie und psychische Erbforschung, eine »Kinderfachabteilung« eingerichtet. Leiter des Instituts war Heinrich Tewes, Heinz W. Neumann leitete die »Kinderfachabteilung«.
Nur wenige Kilometer entfernt befand sich das Neurologische Forschungsinstitut der Universität Breslau. Dort wurde nachweislich an Gehirnen von Kindern und Jugendlichen geforscht, die in der »Kinderfachabteilung« Loben (Lubliniec) ermordet worden waren. Ob auch Gehirne vom Krankenhaus Nord an das Forschungsinstitut übermittelt wurden, ist nicht belegt.
Weder die Zahl der aufgenommenen noch der getöteten Kinder und Jugendlichen ist bekannt. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wurden jedoch mindestens 145 Kinder und Jugendliche im Krankenhaus Nord ermordet.
In den vorhandenen Krankenakten werden als Todesursachen auffällig oft Lungenentzündung, Bronchialpneumonie und Atemlähmung genannt.
Die »Kinderfachabteilung« dürfte bis Anfang 1945 bestanden haben. Neumann tauchte unter, Heinrich Tewes praktizierte nach dem Krieg in Passau und starb 1984.
BRESLAU | WROCŁAW
Breslau ist heute eine Stadt in Polen.
In der Nazi-Zeit gehört Breslau zu Deutschland.
In Breslau gibt es eine Anstalt.
Ab dem Jahr 1943 gibt es
eine Kinder-Fachabteilung in der Anstalt in Breslau.
Dort ermorden die Nazis
145 Kinder und Jugendliche.
Vielleicht sind es auch mehr.
Das weiß man heute nicht genau.
Die Ärzte nehmen die Gehirne
von den toten Kindern raus.
Sie geben die Gehirne an die Universität in Breslau.
Dort untersucht man die Gehirne.
Im Jahr 1945 macht die Kinder-Fachabteilung
in Breslau zu.
Ein Arzt versteckt sich.
Keiner weiß, was er nach dem Krieg macht.
Ein Arzt geht nach dem Krieg nach Bayern.
Dort arbeitet er als Arzt.
Die Ärzte aus Breslau bekommen keine Strafe.