Es ist ein schwarz-weißes Foto. Es ist aus einer etwas erhöhten Perspektive aufgenommen worden. Zu sehen ist eine Weggabelung, im Vordergrund angelegte Gärten. Dahinter eine Siedlung aus vielen, meist zweistöckigen Häusern. Diese haben geschwungene Sprossenfenster und verzierte Backsteinmauern. Am rechten Bildrand ist ein hoher Turm halb erkennbar.Es ist ein schwarz-weißes Foto. Es ist aus einer etwas erhöhten Perspektive aufgenommen worden. Zu sehen ist eine Weggabelung, im Vordergrund angelegte Gärten. Dahinter eine Siedlung aus vielen, meist zweistöckigen Häusern. Diese haben geschwungene Sprossenfenster und verzierte Backsteinmauern. Am rechten Bildrand ist ein hoher Turm halb erkennbar.

Postkarte, Heil- und Pflegeanstalt Obrawalde bei Meseritz, vor 1933.

Sammlung Katarzyna Szluba-Frachowiak.

MESERITZ-OBRAWALDE | MIĘDZYRZECZ

Die »Kinderfachabteilung« Obrawalde wurde vermutlich in der zweiten Jahreshälfte 1942 eingerichtet, nachdem Theophil Mootz Ärztlicher Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Obrawalde geworden war. Walter Grabowski war wirtschaftlicher Leiter. Die Leitung der »Kinderfachabteilung« übernahm die Ärztin Hilde Wernicke, die bereits seit 1929 Oberärztin der Anstalt war. Die »Kinderfachabteilung« befand sich in Gebäude 3.

In den Jahren 1943 und 1944 wählte Wernicke nachweislich etwa 600 erkrankte Erwachsene, Kinder und Jugendliche für den Krankenmord aus. Oberschwester Helene Wieczorek spritzte tödliche Dosen von Morphin-Skopolamin.

Zum Kriegsende tauchten Wernicke und Wieczorek in Wernigerode unter. Sie wurden aufgespürt und im August 1945 verhaftet. Beiden wurde am Landgericht Berlin ein Prozess wegen der Beteiligung an »Euthanasie«-Verbrechen gemacht, der im März 1946 mit ihrem Todesurteil endete.

Die »Kinder-Euthanasie« spielte im Verfahren eine nachrangige Rolle. Im Vordergrund stand ihre Beteiligung am Mord an Hunderten erwachsener Erkrankter. In Obrawalde wurden mehr als 10.000 Erkrankte ermordet, jüngere Forschungen gehen von weit mehr Opfern aus. Deshalb wird die Anstalt als Tötungsanstalt eingestuft.

Wernicke und Wieczorek wurden am 14. Januar 1947 im Gefängnis Berlin-Moabit mit dem Fallbeil hingerichtet.

zurück