Es ist eine schwarz-weiße Zeichnung. Das Gebäude ist vierstöckig und erhebt sich hinter einer parkähnlichen Anlage. Es hat halbrunde Sprossenfenster mit kunstvollen runden Ornamenten in der Fassade.

Abbildung aus Bresler, Johannes: Deutsche Heil- und Pflegeanstalten für Psychischkranke in Wort und Bild, Halle a. S. 1910, S. 241.

TIEGENHOF | DZIEKANKA

Die polnische Anstalt Dziekanka bei Gniezno (Polen) wurde erst nach der deutschen Besetzung zur deutschen Heil- und Pflegeanstalt Tiegenhof. Die »Kinderfachabteilung« dort wurde Anfang 1943 eingerichtet und bestand mindestens bis 1944.

Ärztlicher Direktor von Tiegenhof war bereits ab 1934 Viktor Ratka, der bis 1945 am Krankenmord beteiligt war. Von 1941 bis 1943 übernahm er Sonderaufgaben für die »T4«-Zentrale. Während dieser Zeit leitete der Baltendeutsche Wladimir Nikolajew die Heil- und Pflegeanstalt. Er war im Zuge der Umsiedlung 1939 nach Tiegenhof gekommen. Ab Sommer 1942 leitete Warhold Ortleb die Anstalt vertretungsweise. Leiter der »Kinderfachabteilung« Tiegenhof war Walter Kipper.

Die ersten Kinder und Jugendlichen wurden im Februar 1943 aufgenommen. Bis 1945 nahm die »Kinderfachabteilung« 138 polnische, volksdeutsche und deutsche Kinder und Jugendliche im Alter von vier Monaten bis 14 Jahren auf. Bis 1945 wurden 88 Kinder und Jugendliche ermordet. Tiegenhof lag im zentralen Ansiedlungsgebiet der Volksdeutschen.

Insgesamt wurden in Tiegenhof über 2.000 erwachsene Erkrankte ermordet. Viele Erkrankte wurden darüber hinaus im Fort VII und mit Gaswagen ermordet.

Nach dem Krieg lebte Nikolajew in Uelzen und arbeitete als Privatarzt. Er starb 1975. Ratka befand sich 1945 in der Heil- und Pflegeanstalt Pfafferode und floh 1949 nach Nordhessen. Er starb 1966 in Baden. Kipper ging nach Gmunden (Österreich) und arbeitete als Arzt. Alle Ermittlungen gegen die Ärzte wurden eingestellt.

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