Es ist eine schwarz-weiße Zeichnung. Das Gebäude ist vierstöckig und erhebt sich hinter einer parkähnlichen Anlage. Es hat halbrunde Sprossenfenster mit kunstvollen runden Ornamenten in der Fassade.

Abbildung aus Bresler, Johannes: Deutsche Heil- und Pflegeanstalten für Psychischkranke in Wort und Bild, Halle a. S. 1910, S. 241.

TIEGENHOF | DZIEKANKA

Vor der deutschen Besetzung Polens trug die 1894 gegründete Heil- und Pflegeanstalt den Namen »Dziekanka«. Die Anstalt hatte 1.200 Betten. Es wurden fortschrittliche Methoden und Therapien angewendet. Das endete mit Beginn der deutschen Besatzung.

Ende Oktober 1939 wurde die Provinz Posen (Poznań) dem Deutschen Reich angegliedert. Die polnischen Erkrankten der Anstalt wurden ermordet, die Anstalt in »Tiegenhof« umbenannt. Sie nahm nun Erkrankte aus dem Deutschen Reich auf.

Ab Februar 1943 gab es eine »Kinderfachabteilung«, in der Hunderte Kinder und Jugendliche unter der ärztlichen Leitung von Walter Kipper ermordet wurden.

Ab September 1944 befand sich in Tiegenhof auch eine »Ausländersammelstelle«. Sie war zuständig für Ost- und Westpreußen sowie das Wartheland. Es gibt die Vermutung, dass die im »Alt-Reich« gesammelten erkrankten Zwangsarbeiter*innen im Spätherbst 1944 entweder nach Tiegenhof oder nach Meseritz-Obrawalde verlegt wurden, um sie dort zu ermorden.

Insgesamt wurden in Tiegenhof etwa 3.600 Erkrankte ermordet, unter ihnen auch mehrere Hundert Kinder und Jugendliche. Die Anzahl der Opfer der »Ausländersammelstelle« ist unbekannt.

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