Es ist eine schwarz-weiße, leicht vergilbte Postkarte. Sie zeigt drei Gebäude, die von einer Steinmauer umgeben sind. Das linke ist dreistöckig und wirkt herrschaftlich. In seinem Dach befinden sich viele Erkerfenster. Auf dem Dach sind schmale Schornsteine Türmchen. Das mittlere Gebäude ist zweistöckig. In seinem Dach befinden sich ebenfalls viele Erkerfenster. Das rechte Gebäude ist kleiner und hat eine Art Kirchturm. Es könnte sich um eine kleine Kapelle handeln. An einer Seite des Gebäudes ist eine nicht lesbare Aufschrift zu erkennen. Außerhalb der Steinmauer stehen einige kahle Bäume. Oben rechts auf der Postkarte ist ein amtlicher Stempel. Zu lesen ist unter anderem: »Plebiscyt. Abstimmung«.

Postkarte der Heil- und Pflegeanstalt Loben (Lubliniec), 1920.

ArEGL 99.

LOBEN | LUBLINIEC

Die Anstalt Loben (Schlesien) wurde 1894 errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort etwa 1.500 Erkrankte untergebracht. Mitte September 1939 trat Ernst Buchalik seinen Dienst als Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Loben an. Unter seiner Leitung wurde dort 1941 eine »Kinderfachabteilung« eingerichtet.

Ab September 1944 befand sich in Loben auch eine »Ausländersammelstelle«. Der Einzugsbereich umfasste den Sudentengau, Ober- und Niederschlesien. Wie viele ausländische Erkrankte in der Sammelstelle aufgenommen und ermordet wurden, ist nicht bekannt.

Ernst Buchalik flüchtete am Ende des Zweiten Weltkriegs Richtung Westen. Er tauchte in Greiz (Thüringen) unter. Ab Anfang September 1945 praktizierte er dort als Nervenarzt. 1957 wurde er leitender Arzt in der Westfälischen Klinik in Niedermarsberg. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihn wurden 1974 eingestellt.

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