Ehemaliges Männerhaus II, in dem die Morde stattfanden, um 1960.

Archiv Gedenkstätte Bernburg.

BERNBURG

Die Tötungsanstalt Bernburg wurde von November 1940 bis Juli 1943 in einem abgetrennten Teil der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Bernburg an der Saale eingerichtet. Sie löste die Tötungsanstalt Brandenburg ab. Die meisten der in Brandenburg Beschäftigten setzten ihre Arbeit in Bernburg fort. Sie ermordeten im Rahmen der »Aktion T4« etwa 9.300 Erkrankte. Danach wurden in Bernburg ab August 1941 etwa 5.000 Häftlinge aus sechs Konzentrationslagern mit Gas ermordet. Die Häftlinge kamen aus Buchenwald, Groß-Rosen, Flossenbürg, Neuengamme, Ravensbrück und Sachsenhausen. Neben Hartheim war Bernburg also eine weitere Tötungsanstalt, die sich an der »Aktion 14f13« beteiligte. In der Zeit der Kranken- und Häftlingsmorde wurden die Erkrankten in den anderen Teilen der Bernburger Anstalt ohne Unterbrechung weiterversorgt. Bis 1942 wurde die Tötungsanstalt Bernburg vom Arzt Irmfried Eberl geleitet. Er wurde 1942 Kommandant des Vernichtungslagers Treblinka und ermordete dort im Rahmen der »Aktion Reinhardt« innerhalb weniger Monate mehr als eine Million Menschen. Nach dem Krieg wurde der Anstaltsbetrieb in Bernburg weitergeführt. Erst nach dem Ende der DDR wurde dort eine Gedenkstätte eingerichtet.

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