NFC zu 03-15-06-02

Ernst Eilers im Arm seines Vaters Wilhelm Eilers, links neben ihm steht seine Schwester Hannelore, Brünninghausen, etwa 1941.
Privatbesitz Susanne Grünert.
GESCHWISTER EILERS
Zu den Geschwister-Kindern, die in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg aufgenommen wurden, gehören auch die vier Geschwister der Familie Eilers: Siegfried (geboren 1929), Hannelore (geboren 1937), Irmgard (geboren 1938) und Ernst (geboren 1939). Ihre Lebenswege verkörpern das gesamte Spektrum der Verfolgung von Kindern und Jugendlichen in der »NS-Psychiatrie«. Es reicht von Tötung bis hin zu lebenslangem Anstaltsaufenthalt. Zunächst wurde nur der elfjährige Siegfried, ältester Sohn des Arbeiters Wilhelm Heinrich Eilers und seiner Ehefrau Luise, geb. Schomburg, in die Rotenburger Anstalten der Inneren Mission eingewiesen. Mit der Aufnahme verband sich der Wunsch, ihn adäquat zu beschulen. Siegfried war gehörlos, da er jedoch fröhlich war und für praktische Dinge Aufmerksamkeit zeigte, bestand Optimismus.
Am 9. Oktober 1941 erfolgte Siegfrieds Verlegung in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg. Doch er entkam einer Aufnahme, da seine Mutter ihn am gleichen Tag in Lüneburg abholte und nach Hause holte. Es gibt Hinweise darauf, dass sie über kirchliche Kontakte vor einer Aufnahme in die »Kinderfachabteilung« gewarnt worden war. Ein Jahr später wurde Siegfried Eilers auf Initiative des Fürsorgeverbandes erneut in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg eingewiesen. Maßgeblich war nun, dass die Familie aufgrund einer inzwischen zerrütteten Ehe jetzt als »kinderreich, asozial« galt. Ein Versuch, ihn im Jahr 1943 in die Fürsorgeerziehung nach Wunstorf zu entlassen, scheiterte am Gutachten des Willi Baumert: »der Jugendliche kommt aus einer erblich belasteten, asozialen Großfamilie. […] In intellektueller Hinsicht zeigt er erhebliche Ausfälle, die nicht durch seine Taubstummheit verursacht sind.«
Willi Baumert war nicht nur hinsichtlich der anhaltenden Anstaltsunterbringung von Siegfried die Schlüsselfigur, sondern auch in Bezug auf dessen Geschwister. Sie wurden am 22. Januar 1943 der Mutter weggenommen und ins Provinzial-Jugendheim Wunstorf eingewiesen. Als ärztlicher Fachberater des Provinzial-Jugendheimes Wunstorf verfasste Baumert infolgedessen auch über Siegfrieds Geschwister Hannelore, Irmgard und Ernst identische Gutachten, die schlussendlich nicht in ein herkömmliches Heim, sondern zu ihrer gemeinsamen Einweisung in die von ihm geleitete »Kinderfachabteilung« führten. Am 28. Juni 1943 kamen die drei Kinder in Lüneburg an, begleitet von einer DRK-Schwester.
Die Schwestern seien am Anfang sehr anhänglich gewesen, auch hätten sich die Mädchen sehr über Begegnungen mit dem älteren und jüngeren Bruder gefreut, ist der Krankenakte zu entnehmen. Weil sich Irmgard und Hannelore allmählich interessiert zeigten, mit anderen Kindern sprachen, verstanden, was man ihnen auftrug, zielgerichtet spielten, dabei ausgelassen und fröhlich waren, sich selbständig zurechtfanden und sauber hielten, kam Willi Baumert nach einer mehrwöchigen Beobachtungszeit im Juli bzw. August 1943 zu der Beurteilung, dass bei den Schwestern Irmgard und Hannelore nun doch eine gewisse Bildungsfähigkeit vorläge. Am 26. Januar 1944 wurden die Schwestern gemeinsam nach Eben-Ezer (Lemgo) verlegt. Von dort wurden sie erst 1960 bzw. 1962 entlassen.
Mit der Räumung von Haus 23 wurde der jüngere Bruder Ernst im Herbst/Winter 1944/1945 in das Haus 24 verlegt. Im Januar 1945 notierte Frau Kleim, Sekretärin des Ärztlichen Direktors, Ernst sei ein »nettes, anhängliches Kind. Interessiert an allen Vorgängen seiner Umgebung. Versucht durch Zeichen verständlich zu machen, was er will. Spielt sehr nett mit anderen Kindern zusammen mit Häusern und Bauklötzen.« Dass er zu den beliebten Kindern auf Station gehörte, rettete sein Leben nicht. Mit fast sechs Jahren wog er nur 16 Kilo und war unterernährt. Am 11. April 1945 starb Ernst. Die offizielle Todesursache lautete »Lungenentzündung« und »akute Nephritis«, also Nierenentzündung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit starb er infolge einer Mangelernährung.
Nach Ernsts Tod blieb Siegfried alleine in der »Kinderfachabteilung« zurück. Er hatte eine besonders vertraute Person verloren, seinen jüngeren Bruder, der wie er gehörlos gewesen war. Siegfried überlebte die »Kinderfachabteilung«, blieb jedoch Anstaltspatient. Einer Urlaubsmeldung vom 10. Juli 1947 kann entnommen werden, dass Siegfried aus der Anstaltsfürsorge offenbar nur ein einziges Mal nach Hause geholt wurde. 1955 bat seine Schwester Waltraut – es ist unklar, ob es sich bei ihr um die älteste Schwester handelt – Siegfried möge zu Weihnachten beurlaubt werden. Aus Fragen bzw. Zweifeln der Schwester Waltraut, ob Siegfried überhaupt in der Lage sei, eine Stellung anzunehmen, wie er wohl aussehen würde und wie sie sich ihn vorzustellen habe, wird deutlich, wie stark Siegfried von seiner Familie isoliert geblieben war und welch geringes Interesse ihm während seiner Zeit in der Anstalt entgegengebracht wurde.
In der Psychiatrie war Siegfried wohl schon mehrere Jahre im Rahmen der Arbeitstherapie in der Landwirtschaft eingesetzt gewesen und somit durchaus in der Lage, leichte Tätigkeiten auszuüben. Auch deswegen bot man der Schwester an, Siegfried gänzlich aus der Anstaltspflege zu entlassen. Aber es kam anders: Einen Tag, bevor Siegfried eigentlich beurlaubt und nach Hause abgeholt werden sollte, sagte Waltrauts Ehemann die Abholung ab. Weitere Versuche, Siegfried zu beurlauben bzw. zu sich zu holen, sind in der ansonsten relativ vollständigen Akte nicht dokumentiert. Siegfrieds Zeit in der Lüneburger Anstalt endete erst im Januar 1969. Mit elf Jahren als Kind aufgenommen, wurde er nach 29 Jahren ununterbrochener »Anstaltspflege« in Lüneburg als fast 40-jähriger Mann aus Haus 19 in die Außenstelle des Landeskrankenhauses Königslutter, nach Schloss Ringelheim in Salzgitter verlegt. Dort starb er im Jahr 1976.
GESCHWISTER EILERS
Waltraut, Siegfried, Hannelore, Irmgard und Ernst Eilers sind fünf Geschwister.
Siegfried, Hannelore, Irmgard und Ernst sind zwischen 1929 und 1939 geboren.
Siegfried ist der älteste Bruder.
Ernst ist der Jüngste.
Die Eltern sind Heinrich und Luise.
Der Vater ist Arbeiter.
Alle vier kommen in die Kinder-Fach-Abteilung nach Lüneburg.
Erst kommt nur Siegfried in die Anstalt.
Es ist eine Anstalt in Rotenburg.
Die hat eine Schule für Kinder mit Behinderungen.
In Rotenburg geht Siegfried zur Schule.
Siegfried kann nicht hören.
Er ist gehör-los.
Die Anstalt in Roten-Burg wird geschlossen.
Siegfried kommt in die Anstalt nach Lüneburg.
Das ist am 9. Oktober 1941.
Er kommt in die Kinder-Fach-Abteilung.
Dort gibt es keine Schule.
Die Mutter von Siegfried bekommt eine Nachricht.
Ein Pastor sagt ihr:
Siegfried ist in Lüneburg.
Seine Mutter findet das nicht gut.
Sie holt ihn ab.
Sie holt ihn nach Hause.
Das ist auch am 9. Oktober 1941.
Ein Jahr vergeht.
Die Eltern von Siegfried trennen sich.
Die Mutter ist mit den vier Kindern alleine.
Andere sagen:
Die Familie Eilers ist anders.
Die benehmen sich anders.
Die sollen so nicht sein.
Darum muss Siegfried wieder in die Anstalt.
Er muss wieder in die Kinder-Fach-Abteilung.
Er kommt am 9. Oktober 1942 an.
1943 entscheidet der Arzt Willi Baumert:
Siegfried muss in der Anstalt bleiben.
Der Arzt entscheidet:
Die drei Geschwister von Siegfried sollen auch in die Anstalt.
Der Arzt untersucht Hannelore, Irmgard und Ernst.
Er sagt:
Hannelore ist dumm.
Sie kann nichts.
Irmgard ist dumm.
Sie kann nichts.
Ernst ist dumm.
Er kann nichts.
Danach müssen alle Kinder auch in die Kinder-Fach-Abteilung.
Sie kommen nach Lüneburg.
Sie kommen zu Siegfried.
Die Schwestern freuen sich.
Sie sehen ihren Bruder Siegfried wieder.
Das tut ihnen gut.
Sie sind fröhlich.
Sie spielen.
Sie können sich waschen.
Sie machen alles richtig.
Deswegen entscheidet der Arzt:
Hannelore und Irmgard sollen doch zur Schule gehen.
Hannelore und Irmgard kommen in eine andere Anstalt.
Sie kommen nach Lemgo.
Da gibt es eine Schule.
Sie bleiben in Lemgo.
Auch als der Krieg aus ist.
1960 und 1962 dürfen sie nach Hause.
Da sind sie keine Kinder mehr.
Da sind sie erwachsene Frauen.
Ernst und Siegfried bleiben in der Anstalt.
Die Brüder bleiben zusammen.
Im Januar 1945 ändert sich das.
Ernst muss auf eine andere Station.
Ernst ist beliebt.
Alle mögen ihn.
Aber Ernst bekommt zu wenig zu essen.
Er wird ganz dünn.
Er wird auch krank.
Er verhungert.
Er stirbt im April 1945.
Sein Bruder Siegfried ist bei ihm.
Siegfried bekommt den Tod von Ernst mit.
Er ist sehr traurig.
Eine Woche später ist der Krieg aus.
Siegfried ist jetzt alleine.
Er bleibt in der Anstalt.
Er darf nur für ein paar Tage nach Hause.
Seine Schwester Waltraut will mit ihm Weihnachten feiern.
Das ist im Jahr 1955.
Waltraut will Siegfried wieder-sehen.
Sie hat ihn drei-zehn Jahre lang nicht gesehen.
Sie fragt:
Was kann mein Bruder Siegfried?
Kann er arbeiten?
Ein Arzt in der Anstalt antwortet:
Siegfried kann arbeiten.
Er kann auf einem Bauern-Hof helfen.
Er muss nicht in der Anstalt bleiben.
Er kann zu Waltraut.
Er kann auf ihrem Bauern-Hof arbeiten.
Aber:
Waltraut bekommt Angst.
Sie ist sich unsicher.
Sie holt ihn nicht ab.
Sie entscheidet:
Siegfried muss in der Anstalt bleiben.
Viele Jahre vergehen.
Siegfried ist kein Kind mehr.
Er ist ein Mann.
Er ist fast vierzig Jahre alt.
Er kommt in eine andere Anstalt.
Er kommt von Lüneburg nach Königs-Lutter.
Das ist im Jahr 1969.
Sieben Jahre später stirbt Siegfried.
Er ist nie wieder aus der Anstalt raus-gekommen.
Er hat die Kinder-Fach-Abteilung überlebt.
Er ist aber nie frei und immer alleine.
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Ernst Eilers in the arms of his father Wilhelm Eilers, with his sister Hannelore standing to his left, Brünninghausen, around 1941.
Private property of Susanne Grünert.
THE EILERS SIBLINGS
The siblings who were admitted to the »children’s ward« in Lüneburg also included the four siblings of the Eilers family: Siegfried (born in 1929), Hannelore (born in 1937), Irmgard (born in 1938) and Ernst (born in 1939). Their life stories embody the entire spectrum of persecution of children and adolescents in »Nazi psychiatry«, ranging from murder to lifelong institutionalisation. Initially, only eleven-year-old Siegfried, the eldest son of worker Wilhelm Heinrich Eilers and his wife Luise, née Schomburg, was admitted to the Rotenburg institutions of the Inner Mission. The admission was accompanied by the desire to provide him with adequate schooling. Siegfried was deaf, but as he was cheerful and showed an interest in practical matters, there was cause for optimism.
On 9 October 1941, Siegfried was transferred to the »children’s ward« in Lüneburg. However, he escaped admission because his mother picked him up in Lüneburg on the same day and took him home. There are indications that she had been warned about admission to the »special children’s ward« through church contacts. A year later, on the initiative of the welfare association, Siegfried Eilers was again admitted to the »special children’s ward« in Lüneburg. The decisive factor now was that the family was considered »large and antisocial« due to a marriage that had since broken down. An attempt to release him to welfare education in Wunstorf in 1943 failed due to Willi Baumert’s expert opinion: »The young person comes from a genetically burdened, antisocial extended family. […] Intellectually, he shows considerable deficits that are not caused by his deafness and muteness.«
Willi Baumert was not only the key figure in Siegfried’s continued institutionalisation, but also in relation to his siblings. They were taken away from their mother on 22 January 1943 and admitted to the Provincial Youth Home in Wunstorf. As medical consultant to the Provincial Youth Home in Wunstorf, Baumert consequently also wrote identical reports on Siegfried’s siblings Hannelore, Irmgard and Ernst, which ultimately led not to their placement in a conventional home, but to their joint admission to the »children’s ward« he headed. On 28 June 1943, the three children arrived in Lüneburg, accompanied by a German Red Cross nurse.
According to the medical records, the sisters were very affectionate at first, and the girls were also very happy to meet their older and younger brothers. Because Irmgard and Hannelore gradually showed interest, talked to other children, understood what they were told to do, played purposefully, were exuberant and cheerful, found their way around independently and kept themselves clean, Willi Baumert came to the conclusion after several weeks of observation in July and August 1943 that the sisters Irmgard and Hannelore did indeed have a certain capacity for education. On 26 January 1944, the sisters were transferred together to Eben-Ezer (Lemgo). They were not released from there until 1960 and 1962, respectively.
When House 23 was cleared, his younger brother Ernst was transferred to House 24 in the autumn/winter of 1944/1945. In January 1945, Mrs Kleim, secretary to the medical director, noted that Ernst was a »nice, affectionate child. Interested in everything going on around him. He tries to make himself understood by drawing pictures. He plays very nicely with other children, using houses and building blocks.« The fact that he was one of the most popular children on the ward did not save his life. At almost six years of age, he weighed only 16 kilograms and was malnourished. Ernst died on 11 April 1945. The official cause of death was »pneumonia« and »acute nephritis,« i.e. kidney inflammation. It is highly likely that he died as a result of malnutrition.
After Ernst’s death, Siegfried remained alone in the »children’s ward.« He had lost someone particularly close to him, his younger brother, who, like him, had been deaf. Siegfried survived the »children’s ward« but remained an institutionalised patient. A holiday notification dated 10 July 1947 indicates that Siegfried was apparently only taken home from institutional care once. In 1955, his sister Waltraut – it is unclear whether she was his eldest sister – asked for Siegfried to be granted leave for Christmas. Questions and doubts raised by his sister Waltraut as to whether Siegfried was even capable of taking a job, what he would look like and how she should imagine him, make it clear how isolated Siegfried had remained from his family and how little interest was shown in him during his time in the institution.
Siegfried had been working in agriculture for several years as part of occupational therapy at the psychiatric hospital and was therefore perfectly capable of performing light duties. For this reason, among others, the nurse was offered the opportunity to release Siegfried from institutional care altogether. But things turned out differently: one day before Siegfried was supposed to be discharged and picked up to go home, Waltraut’s husband cancelled the pick-up. Further attempts to release Siegfried or bring him home are not documented in the otherwise relatively complete file. Siegfried’s time in the Lüneburg institution did not end until January 1969. Admitted as an 11-year-old child, he was transferred from House 19 to the branch of the Königslutter State Hospital at Ringelheim Castle in Salzgitter after 29 years of uninterrupted »institutional care« in Lüneburg as a man of almost 40. He died there in 1976.
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Ernst Eilers w ramionach swojego ojca Wilhelma Eilersa, z siostrą Hannelore stojącą po jego lewej stronie, Brünninghausen, około 1941 roku.
Własność prywatna Susanne Grünert.
RODZEŃSTWO EILERSÓW
Wśród rodzeństwa przyjętego na »oddział dziecięcy« w Lüneburgu znalazło się również czworo rodzeństwa z rodziny Eilersów: Siegfried (ur. w 1929 r.), Hannelore (ur. w 1937 r.), Irmgard (ur. w 1938 r.) i Ernst (ur. w 1939 r.). Ich historie życia odzwierciedlają całe spektrum prześladowań dzieci i młodzieży w »nazistowskiej psychiatrii«, od morderstw po dożywotnią instytucjonalizację. Początkowo tylko jedenastoletni Siegfried, najstarszy syn robotnika Wilhelma Heinricha Eilersa i jego żony Luise z domu Schomburg, został przyjęty do instytucji Inner Mission w Rotenburgu. Przyjęciu towarzyszyła chęć zapewnienia mu odpowiedniego wykształcenia. Siegfried był głuchy, ale ponieważ był wesoły i wykazywał zainteresowanie sprawami praktycznymi, istniały powody do optymizmu.
9 października 1941 r. Siegfried został przeniesiony do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu. Jednak uniknął przyjęcia, ponieważ tego samego dnia jego matka odebrała go z Lüneburga i zabrała do domu. Istnieją przesłanki wskazujące, że została ona ostrzeżona o przyjęciu do »specjalnego oddziału dziecięcego« poprzez kontakty kościelne. Rok później, z inicjatywy stowarzyszenia pomocy społecznej, Siegfried Eilers został ponownie przyjęty do »specjalnego oddziału dziecięcego« w Lüneburgu. Decydującym czynnikiem było teraz to, że rodzina została uznana za »dużą i antyspołeczną« z powodu rozpadłego małżeństwa. Próba skierowania go do placówki opiekuńczej w Wunstorfie w 1943 roku nie powiodła się z powodu opinii eksperckiej Williego Baumerta: »Młody człowiek pochodzi z obciążonej genetycznie, antyspołecznej rodziny wielopokoleniowej. […] Pod względem intelektualnym wykazuje znaczne deficyty, które nie są spowodowane jego głuchotą i niemotą«.
Willi Baumert był nie tylko kluczową postacią w dalszej instytucjonalizacji Siegfrieda, ale także w odniesieniu do jego rodzeństwa. Zostali oni odebrani matce 22 stycznia 1943 r. i przyjęci do Prowincjonalnego Domu Młodzieży w Wunstorfie. Jako konsultant medyczny Prowincjonalnego Domu Młodzieży w Wunstorfie, Baumert sporządził identyczne raporty dotyczące rodzeństwa Siegfrieda – Hannelore, Irmgard i Ernsta, co ostatecznie doprowadziło nie do umieszczenia ich w tradycyjnym domu dziecka, ale do wspólnego przyjęcia do kierowanego przez niego »oddziału dziecięcego«. 28 czerwca 1943 r. troje dzieci przybyło do Lüneburga w towarzystwie pielęgniarki Niemieckiego Czerwonego Krzyża.
Zgodnie z dokumentacją medyczną siostry były początkowo bardzo serdeczne, a dziewczynki były również bardzo szczęśliwe, że poznały swoich starszych i młodszych braci. Ponieważ Irmgard i Hannelore stopniowo wykazywały zainteresowanie, rozmawiały z innymi dziećmi, rozumiały, co im kazano robić, bawiły się celowo, były żywiołowe i wesołe, samodzielnie odnajdywały się w otoczeniu i dbały o higienę, Willi Baumert po kilku tygodniach obserwacji w lipcu i sierpniu 1943 r. doszedł do wniosku, że siostry Irmgard i Hannelore rzeczywiście mają pewne zdolności do nauki. 26 stycznia 1944 r. siostry zostały razem przeniesione do Eben-Ezer (Lemgo). Zostały stamtąd zwolnione dopiero w 1960 i 1962 r.
Kiedy dom nr 23 został opróżniony, jego młodszy brat Ernst został przeniesiony do domu nr 24 jesienią/zimą 1944/1945 roku. W styczniu 1945 roku pani Kleim, sekretarka dyrektora medycznego, odnotowała, że Ernst był »miłym, czułym dzieckiem. Interesuje się wszystkim, co dzieje się wokół niego. Próbuje się porozumieć, rysując obrazki. Bardzo ładnie bawi się z innymi dziećmi, używając domków i klocków«. Fakt, że był jednym z najpopularniejszych dzieci na oddziale, nie uratował mu życia. W wieku prawie sześciu lat ważył zaledwie 16 kilogramów i był niedożywiony. Ernst zmarł 11 kwietnia 1945 roku. Oficjalną przyczyną śmierci było »zapalenie płuc« i »ostre zapalenie nerek«, czyli zapalenie nerek. Jest wysoce prawdopodobne, że zmarł w wyniku niedożywienia.
Po śmierci Ernsta Siegfried pozostał sam w »oddziale dziecięcym«. Stracił kogoś szczególnie bliskiego, swojego młodszego brata, który podobnie jak on był głuchy. Siegfried przeżył pobyt w »oddziale dziecięcym«, ale pozostał pacjentem instytucji. Z zawiadomienia o urlopie z dnia 10 lipca 1947 r. wynika, że Siegfried najwyraźniej tylko raz został zabrany z placówki opiekuńczej do domu. W 1955 r. jego siostra Waltraut – nie jest jasne, czy była to jego najstarsza siostra – poprosiła o udzielenie Siegfriedowi urlopu na Boże Narodzenie. Pytania i wątpliwości siostry Waltraut dotyczące tego, czy Siegfried jest w stanie podjąć pracę, jak wygląda i jak powinna go sobie wyobrazić, pokazują, jak bardzo Siegfried był odizolowany od rodziny i jak mało zainteresowania okazywano mu podczas pobytu w zakładzie.
Siegfried przez kilka lat pracował w rolnictwie w ramach terapii zajęciowej w szpitalu psychiatrycznym i dzięki temu był w stanie wykonywać lekkie prace. Z tego powodu, między innymi, pielęgniarka otrzymała propozycję całkowitego zwolnienia Siegfrieda z opieki instytucjonalnej. Jednak sprawy potoczyły się inaczej: dzień przed planowanym wypisaniem Siegfrieda ze szpitala i odebraniem go do domu mąż Waltraut odwołał odbiór. Dalsze próby zwolnienia Siegfrieda lub sprowadzenia go do domu nie są udokumentowane w stosunkowo kompletnej dokumentacji. Pobyt Siegfrieda w zakładzie w Lüneburgu zakończył się dopiero w styczniu 1969 roku. Przyjęty jako 11-letnie dziecko, po 29 latach nieprzerwanej »opieki instytucjonalnej« w Lüneburgu, jako prawie 40-letni mężczyzna został przeniesiony z Domu 19 do oddziału Państwowego Szpitala Königslutter w zamku Ringelheim w Salzgitter. Zmarł tam w 1976 roku.

