NFC zu 03-22-00-02
VERONAL
Das Medikament mit dem Handelsnamen Veronal (Wirkstoff Barbitursäure) wurde 1903 zugelassen und kommerziell sehr erfolgreich vertrieben. Es galt in kleinen Dosen als schlaffördernd und in größeren Dosen narkotisierend. Ab 1908 war Veronal allerdings nur noch rezeptpflichtig in den Apotheken erhältlich. Das Medikament führte schnell zu Abhängigkeit, beeinflusste die Stoffwechselprozesse im Körper und konnte bei einer Überdosierung zur Vergiftung führen.
In psychiatrischen Anstalten kam es an Patient*innen zu Medikamentenerprobungen. Hierbei zeigte sich, dass das Medikament eine lange Wirkdauer im Körper hatte und die Einnahme mit etlichen Nebenwirkungen einhergehen konnte. In der »Kinderfachabteilung« Lüneburg wurde Veronal im Rahmen der »Kinder-Euthanasie« zur Ermordung eingesetzt. Durch ärztliche Anweisung wurde eine bestimmte Dosis des Schlafmittels verabreicht, das konnte neben Veronal auch Luminal, Morphium-Scopalamin oder Chloral-Hydrat sein. Die Pflegerin Dora Vollbrecht sagte in einem gegen sie geführten Ermittlungsverfahren aus, dass die Kinder innerhalb von ein bis zwei Tagen an diesen Gaben verstorben seien.
VERONAL
Veronal ist ein Medikament.
Das gibt es schon sehr lange.
Schon seit 120 Jahren.
Das Medikament ist sehr beliebt.
Es hilft beim Ein-Schlafen.
Viele Menschen nehmen das.
Man darf aber nicht zu viel nehmen.
Das ist gefährlich.
Da wird man krank.
Oder stirbt.
Viele Menschen nehmen trotzdem zu viel davon.
Sie haben viele Neben-Wirkungen.
Einige Menschen sind süchtig.
Sie können nicht auf-hören das Medikament zu nehmen.
Viele Menschen sterben.
Sie haben zu viel Veronal genommen.
Deswegen kann man es nur in der Apotheke kaufen.
Ein Arzt muss ein Rezept schreiben.
Nur dann darf man es kaufen.
Mit dem Medikament werden Kinder ermordet.
Im National-Sozialismus.
In Kinder-Fach-Abteilungen.
In Anstalten.
Da gibt es Kinder die seelisch krank sind.
Kinder mit Behinderungen.
Kinder die nicht laufen können.
Oder nicht sprechen.
Die Ärzte sagen:
Dieses Kind ist krank.
Dieses Kind ist dumm.
Darum muss es sterben.
Sie geben ihnen das Medikament.
Aber zu viel davon.
Die Kinder sterben daran.
Das ist Mord mit dem Medikament Veronal.
Die Ärzte schreiben das nicht in die Kranken-Akte.
Sie schreiben einen falschen Grund rein.
Wieso das Kind gestorben ist.
Sie lügen.
Sie verheimlichen das Medikament.
Keiner merkt das.
Es fällt nicht auf.
Darum wird kein Arzt bestraft.
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VERONAL
The drug with the trade name Veronal (active ingredient barbituric acid) was approved in 1903 and was commercially very successful. In small doses, it was considered to promote sleep, and in larger doses, it had a narcotic effect. From 1908 onwards, however, Veronal was only available in pharmacies on prescription. The drug quickly led to dependence, affected metabolic processes in the body and could lead to poisoning in the event of an overdose.
In psychiatric institutions, drug trials were conducted on patients. These trials showed that the drug had a long duration of action in the body and that its use could be associated with a number of side effects. In the »children’s ward« in Lüneburg, Veronal was used to murder children as part of the »children’s euthanasia« programme. A specific dose of the sleeping pill was administered on the instructions of a doctor; in addition to Veronal, this could also be Luminal, morphine-scopolamine or chloral hydrate. The nurse Dora Vollbrecht testified in an investigation against her that the children died within one to two days of receiving these doses.
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VERONAL
Lek o nazwie handlowej Veronal (substancja czynna: kwas barbiturowy) został dopuszczony do obrotu w 1903 roku i odniósł duży sukces komercyjny. W małych dawkach uważano, że wspomaga sen, a w większych dawkach miał działanie narkotyczne. Od 1908 roku Veronal był jednak dostępny w aptekach wyłącznie na receptę. Lek szybko prowadził do uzależnienia, wpływał na procesy metaboliczne w organizmie i mógł prowadzić do zatrucia w przypadku przedawkowania.
W placówkach psychiatrycznych przeprowadzano badania kliniczne na pacjentach. Badania te wykazały, że lek ma długotrwałe działanie w organizmie, a jego stosowanie może wiązać się z szeregiem skutków ubocznych. Na »oddziale dziecięcym« w Lüneburgu Veronal był stosowany do zabijania dzieci w ramach programu »eutanazji dzieci«. Na polecenie lekarza podawano określoną dawkę tabletki nasennej; oprócz Veronalu mogła to być również Luminal, morfina-skopolamina lub hydrat chloralu. Pielęgniarka Dora Vollbrecht zeznała w dochodzeniu przeciwko niej, że dzieci umierały w ciągu jednego do dwóch dni od podania tych dawek.

