PFLEGEKRÄFTE

Übersicht der Pflegekräfte in der »Kinderfachabteilung« vom 4.10.1947.
NLA Hannover Nds. 721 Lüneburg Acc. 8/98 Nr. 3.
In der »Kinderfachabteilung« Lüneburg arbeiteten 22 Pflegerinnen. Sie wurden dazu verpflichtet. Marie Jürgen schied als Oberin bereits nach zehn Tagen aus. Ingeborg Weber nahm sich das Leben. Beide fehlen deshalb auf der nach 1945 zusammengestellten Liste, die der Strafermittlung diente. Über die Pflegerinnen ist bisher nur wenig bekannt. Einzelne werden hier beispielhaft vorgestellt.
PFLEGEKRÄFTE
Das ist eine Liste aus dem Jahr 1947.
Auf der Liste stehen 22 Pflegerinnen
von der Kinder-Fachabteilung in Lüneburg.
2 Pflegerinnen fehlen auf der Liste:
Die eine Pflegerin hat nur 10 Tage gearbeitet.
Die andere Pflegerin hat sich selbst getötet.
Darum stehen diese beiden Pflegerinnen
nicht auf der Liste.
Man weiß nicht viel über die Pflegerinnen
auf der Liste.
Es gibt kaum Infos über sie.
Darum schreiben wir hier nur
von wenigen Pflegerinnen.
MARIE-LUISE HEUSMANN (1913 – 1984)
Marie-Luise Heusmann stammte aus Hannover. Dort besuchte sie acht Jahre eine private Töchter-Schule. Im Anschluss ging sie ein Jahr auf die Hauswirtschaftsschule und arbeitete als Hausmädchen. 1931 bis 1932 ließ sie sich zur Säuglingspflegerin ausbilden. 1934 wurde sie Lern-Schwester und machte 1936 in der Heil- und Pflegeanstalt Langenhagen ihr Examen. Mit Auflösung der Anstalt im Jahr 1938 kam sie in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Ab Oktober 1943 arbeitete sie in der »Kinderfachabteilung« Lüneburg und übernahm ab Oktober 1945 die Abteilungsleitung. 1947 befragt, erklärte sie die erhöhte Kindersterblichkeit als Folge der Beeinträchtigungen der Kinder. Eine Tötung schloss sie aus. Sie starb am 20. März 1984 in Lüneburg.
MARIE-LUISE HEUSMANN
Marie-Luise Heusmann ist aus Hannover.
Sie geht 8 Jahre lang zur Schule.
Danach arbeitet sie als Hausmädchen.
Dann lernt sie Kinder-Pflegerin.
Im Jahr 1936 wird sie Pflegerin.
Sie kommt im Jahr 1938
in die Anstalt in Lüneburg.
Ab dem Jahr 1943 arbeitet sie
in der Kinder-Fachabteilung.
Sie macht mit beim Kinder-Mord.
Nach der Nazi-Zeit arbeitet sie weiter in Lüneburg.
Sie wird Chef-Pflegerin
in der Kinder-Fachabteilung.
Sie sagt:
Sie wusste nichts von den Kinder-Morden in der Nazi-Zeit.
Sie bekommt keine Strafe.