Es ist ein Schwarz-Weiß-Bild. Es ist leicht vergilbt. Inmitten von Feldern liegt ein helles viertstöckiges Gebäude mit einem hohen zwiebelförmigen Glockenturm. Das Gebäude hat viele Fenster in jedem Stockwerk und ein hohen dunkles Dach. An den Ecken sind kleine runde Erker mit Turm obenauf.

Tötungsanstalt Schloss Hartheim, etwa Herbst 1940.
Fotograf Karl Schuhmann.

Copyright: Dokumentationsstelle Hartheim.

HARTHEIM

Die Tötungsanstalt Hartheim befand sich in einem ehemaligen Schloss in Alkoven bei Linz in Österreich. Das Morden begann im Mai 1940 und endete erst im Dezember 1944. Die Gaskammer befand sich im Erdgeschoss des Schlosses, die Beschäftigten der »Aktion T4« wohnten in den Stockwerken darüber. Um die todgeweihten Erkrankten nicht sehen zu müssen, wurde im Schlosshof ein Bretterzaun aufgestellt, der die Sicht versperrte. In Hartheim wurde genau erfasst, wie viele Erkrankte ermordet wurden und wieviel Geld dadurch eingespart wurde. Diese »Hartheimer Statistik« war Grundlage für spätere Gerichtsprozesse. In Hartheim wurden im Rahmen der »Aktion T4« mehr als 18.000 Erkrankte ermordet. Sie kamen aus dem angegliederten Österreich und Bayern. Nach Beendigung der »Aktion T4« am 24. August 1941 wurde Hartheim weiter als Tötungsstätte genutzt, ab dann für nicht arbeitsfähige Konzentrationslagerhäftlinge. Diese Aktion hatte die Bezeichnung »14f13« und dauerte bis Dezember 1944. In Hartheim wurden etwa 12.000 Lagerhäftlinge mit Gas getötet. Außerdem war hier die Verwaltung der sogenannten »Ausländersammelstellen« untergebracht. Nach dem Ende des Mordens wurde das Schloss in wenigen Wochen in den Zustand von 1939 zurückversetzt. In der Nachkriegszeit diente es als Flüchtlingsunterkunft. Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte.

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