Es ist ein schwarz-weißes Bild. Es sind viele große dreistöckige Gebäude zu erkennen. Die Gebäude stehen an einem Rundweg angeordnet. Umgeben ist die Anlage von Bäumen und Ländereien. Am rechten Rand des Areals ist ein hoher Schornstein zu sehen.

Postkarte, Heil- und Pflegeanstalt Ansbach i[n] Bayern, Original-Fliegeraufnahme, 1934.

ArEGL 99.

ANSBACH

Die »Kinderfachabteilung« der Heil- und Pflegeanstalt Ansbach bestand von Dezember 1942 bis März 1945. Sie war die letzte der insgesamt drei »Kinderfachabteilungen« in Bayern. Bereits im April 1941 wurden Kinder und Jugendliche in die Anstalt aufgenommen, aber im August 1942 nach Kaufbeuren verlegt.

Ärztlicher Direktor in Ansbach war Hubert Schuch. Leiterin der »Kinderfachabteilung« war die Ärztin Irene Asam-Bruckmüller. Sie wurde vom Assistenten Prießmann unterstützt, der sich am Kriegsende das Leben nahm. Insgesamt wurden 303 Kinder und Jugendliche in die »Kinderfachabteilung« aufgenommen, mindestens 156 von ihnen starben. Die Auswertung der 144 erhaltenen Krankenakten verstorbener Kinder ergibt eine Altersspanne von einer Woche bis zu 16 Jahren. In mindestens 86 Fällen wurden die Gehirne der Kinder entnommen und nach Eglfing-Haar und an das Deutsche Forschungsinstitut für Psychiatrie (Kaiser-Wilhelm-Institut) in München abgegeben.

Keiner der Verantwortlichen für die Kindermorde in Ansbach wurde verurteilt. Alle Beteiligten wurden lediglich als Zeugen befragt, und sämtliche Ermittlungen gegen sie selbst wurden eingestellt. Irene Asam-Bruckmüller starb im Jahr 2000.

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