
Bildunterschrift
Provenienz
TIEGENHOF | DZIEKANKA
Bis 1943 war Wladimir Nikolajew Ärztlicher Direktor von Tiegenhof und am Massaker an Erkrankten beteiligt, ihm folgte Viktor Ratka, der bis 1945 Direktor war. Heute liegt die Einrichtung in der Stadt Gnesen (Gniezno), im Nationalsozialismus lag sie 2,5 Kilometer außerhalb. Ende Oktober 1939 wurde die Provinz Posen (Poznań) dem Deutschen Reich angegliedert und die Anstalt in »Tiegenhof« umbenannt. Nahezu alle polnischen Beschäftigten wurden entlassen. Anfang 1940 ermordete das »Sonderkommando Lange« etwa 1.200 Erkrankte im Gas-Wagen. Ab Ende 1941 wurde Tiegenhof Tötungsanstalt.
Es wurden Erkrankte aus dem Deutschen Reich in die Heil- und Pflegeanstalt Tiegenhof verlegt, um sie dort mit Medikamenten oder durch Nahrungsentzug zu ermorden. 1943 bis 1944 gab es in Tiegenhof auch eine »Kinderfachabteilung«, in der Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen ermordet wurden.
Als die Rote Armee am 21. Januar 1945 eintraf, fanden sie 138 deutsche und polnische Kinder und Jugendliche im Alter von vier Monaten bis 14 Jahren vor. In den darauffolgenden Tagen bis Ende Januar 1945 starben 88 der Kinder und Jugendlichen.
Aufgrund der hohen Bettenzahl in der »Kinderfachabteilung Tiegenhof« und der offensichtlich großen Mordbereitschaft ist davon auszugehen, dass mehrere Hundert Kinder und Jugendliche ermordet wurden.
Ab September 1944 wurde Tiegenhof die Aufgabe einer »Ausländersammelstelle« übertragen. Es gibt den Verdacht, dass die im Alt-Reich gesammelten erkrankten Zwangsarbeiter*innen im Spätherbst 1944 entweder nach Tiegenhof oder nach Meseritz-Obrawalde verlegt wurden, um sie dort zu ermorden.
Insgesamt wurden in Tiegenhof mindestens 3.600 erwachsene Erkrankte ermordet.
TIEGENHOF
Tiegenhof ist ein besonderes Kranken-Haus.
In Gnesen.
Es gibt 2 Chefs in der Nazi-Zeit.
Beide machen beim Morden mit:
Wladimir Nikolajew.
Viktor Ratka.
1200 polnische Kranke werden ermordet.
Mit einem Gas-Wagen.
Ab 1941 wird Tiegenhof Tötungs-Anstalt.
Es kommen Kranke aus Deutschland.
Sie werden mit Medikamenten ermordet.
Und durch Hungern.
1943 und 1944 gibt es eine Kinder-Fach-Abteilung.
1944 gibt es eine Ausländer-Sammel-Stelle.
Dort werden Zwangs-Arbeiter ermordet.
Vielleicht auch welche aus Lüneburg.
Hunderte Kinder sterben.
Eine nicht bekannte Zahl Erwachsener sterben.
Insgesamt sterben über 3.600 Kranke.