
Postkarte der Heil- und Pflegeanstalt Loben (Lubliniec), 1920.
ArEGL 99.
LOBEN | LUBLINIEC
Die Anstalt Loben (Schlesien) wurde 1894 errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort etwa 1.500 Erkrankte untergebracht. Mitte September 1939 trat Ernst Buchalik seinen Dienst als Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Loben an. Unter seiner Leitung wurde dort 1941 eine »Kinderfachabteilung« eingerichtet.
Ab September 1944 befand sich in Loben auch eine »Ausländersammelstelle«. Der Einzugsbereich umfasste den Sudentengau, Ober- und Niederschlesien. Wie viele ausländische Erkrankte in der Sammelstelle aufgenommen und ermordet wurden, ist nicht bekannt.
Ernst Buchalik flüchtete am Ende des Zweiten Weltkriegs Richtung Westen. Er tauchte in Greiz (Thüringen) unter. Ab Anfang September 1945 praktizierte er dort als Nervenarzt. 1957 wurde er leitender Arzt in der Westfälischen Klinik in Niedermarsberg. Die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen ihn wurden 1974 eingestellt.
LOBEN
Loben ist eine Anstalt.
Sie gibt es seit 1894.
Sie hat 1.500 Betten.
Im 2. Welt-Krieg.
Da gibt es auch eine Kinder-Fach-Abteilung.
Ab 1941 werden Hunderte Kinder ermordet.
Im September 1944 gibt es eine Ausländer-Sammel-Stelle.
Das ist eine besondere Station.
Für Zwangs-Arbeiter aus dem Sudeten-Gau.
Und aus Schlesien.
Das sind sehr große Gebiete in Polen.
Keiner weiß wie Zwangs-Arbeiter ermordet werden.
Bei Kriegs-Ende flüchten die Mörder.
Sie gehen in den Westen.
Sie arbeiten als Ärzte.
Der Leiter von Loben ist sehr erfolg-reich.
Er leitet wieder eine Anstalt.
Jetzt in Nieder-Marsberg.
Es gibt Untersuchungen.
Für ein Gerichts-Verfahren.
Gegen die Mörder.
Aber die hören 1974 auf.
Keiner bekommt eine Strafe.