Es ist eine leicht vergilbte Postkarte. Sie zeigt drei Fotos aus Landsberg. Eine Stadtansicht, die Kirche und unten links ein Bild mit der Aufschrift »Irrenanstalt«. Unten rechts ist ein handschriftlicher Text eingetragen.

Postkarte, Landsberg (Warthe) mit einer Abbildung der »Irrenanstalt«, 1899.

ArEGL 99.

LANDSBERG (WARTHE)

Die Landesanstalt Landsberg liegt etwa 150 km östlich von Berlin und wurde 1888 eröffnet. Ab 1929 befand sich in Landsberg die zentrale Prosektur für die brandenburgischen Landesanstalten. Leiter der Prosektur war der Hirnforscher Julius Hallervorden. 1936 zog Hallervorden mit seinem Forschungslabor in die Landesanstalt Potsdam um.

Ab 1938 fanden in Landsberg zahlreiche Verlegungen und Aufnahmen statt. Überbelegung und Mangelversorgung führten dazu, dass viele Erkrankte starben.

Ab Frühjahr 1944 spitzte sich die Situation weiter zu. Durch die Einrichtung eines Hilfskrankenhauses für die Stadt Berlin, stand weniger Raum zur Verfügung. Deshalb wurden 250 Erkrankte in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt.

Trotzdem fiel im September 1944 die Entscheidung, in Landsberg eine »Ausländersammelstelle« einzurichten. Die Sammelstelle sollte Zwangsarbeiter*innen aus Pommern, Mecklenburg und Berlin aufnehmen. In welchem Umfang ausländische Erkrankte nach Landsberg kamen, ist bisher nicht erforscht. Bekannt ist aber, dass zwei Zwangsarbeiter und eine Zwangsarbeiterin im Frühjahr 1944 von dort nach Hadamar verlegt und ermordet wurden.

Am 31. Januar 1945 wurde Landsberg von der Roten Armee besetzt. Somit kann die »Ausländersammelstelle«, wenn überhaupt, nur wenige Monate bestanden haben.

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