Es ist ein schwarz-weißes Bild des Haupthauses. Vor dem Haus ist eine angelegte Parkanlage zu sehen. Das Haus hat ein Eingangsportal und zu jeder Seite einen Flügel. Über dem Eingang ist eine große Uhr mit Glockenturm.

Postkarte der Heil- und Pflegeanstalt Pfafferode, nach 1945.

ArEGL 99.

PFAFFERODE

Ab April 1943 übernahm Theodor Steinmeyer die Leitung der Heil- und Pflegeanstalt Pfafferode in Thüringen. Zuvor war er Ärztlicher Direktor in Niedermarsberg, während dort die »Kinderfachabteilung« bestand. Danach war er Gutachter in der Zentrale der »Aktion T4« und leitete vertretungsweise die Tötungsanstalt Bernburg. Spätestens mit Steinmeyers Dienstantritt in Pfafferode starben Erkrankte dort nicht nur an Mangelversorgung, sondern wurden auch mit Medikamenten ermordet. Damit rühmte er sich gegenüber seinen Kollegen.

Obwohl Pfafferode im Sommer 1944 schon überbelegt war, bot die zuständige Provinzialverwaltung sich an, »geisteskranke Ostarbeiter aus Mitteldeutschland« in Pfafferode zusammenzuziehen. Damit griff sie dem Erlass zur Errichtung von Sammelstellen vor. Pfafferode wurde wichtiger Knotenpunkt für die »Ostarbeiter-Euthanasie«. Es gab sogar Pläne, dafür ein Krematorium zu errichten.

Insgesamt waren während des Zweiten Weltkriegs rund 365 ausländische Erkrankte in Pfafferode. Die Erkrankten stammten aus Polen, Russland, der Ukraine, Frankreich und Italien. Mehr als die Hälfte, nämlich mindestens 190 von ihnen, starb in Pfafferode, die meisten zwischen Juni 1944 und März 1945.

Am 4. April 1945 wurde Pfafferode von den Amerikanern besetzt. Das Aufnahmebuch vermerkt für die folgenden Tagen die Entlassung von rund 80 ausländischen Erkrankten. Es ist ungeklärt, ob bereits Verstorbene noch als »entlassen« registriert wurden.

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