NFC zu E-K-03
WER MACHTE MIT?

Max Bräuner (Mitte) mit dem Examensabschlusskurs der Pflegekräfte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, um 1939.
ArEGL.
Viele Ärzt*innen und Pflegekräfte der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt waren an Zwangssterilisationen und Krankenmorden beteiligt. Namentlich waren es vor allem Willi Baumert, Gustav Marx, Rudolf Redepenning, Bernhard Winninghoff, Clara Schmidt und die Pflegekräfte Wilhelmine Wolff, Ingeborg Weber und Dora Vollbrecht. Hauptverantwortlich für diese Verbrechen war der Ärztliche Direktor Max Bräuner. Durch ihr Mitmachen wurden über 800 Menschen sterilisiert und rund 2.000 Menschen starben gewaltsam.
WER MACHTE MIT?
Der Kranken-Mord passiert in der Anstalt
in Lüneburg.
Viele Ärzte und Pfleger aus der Anstalt machen mit bei den Morden.
Sie machen mit bei Zwangs-Sterilisationen und bei Zwangs-Abtreibungen.
Sie entscheiden:
• Wer muss unfruchtbar gemacht werden.
• Wer soll sterben.
Beim Kranken-Mord in Lüneburg werden etwa 2.000 Kranke ermordet.
Und über 800 Kranke werden unfruchtbar gemacht.
Auf diesem Foto sieht man Pfleger
von der Anstalt in Lüneburg.
In der Mitte sitzt der Arzt Max Bräuner.
Er ist der Chef von der Anstalt in Lüneburg in der Nazi-Zeit.
Er hat die meiste Schuld am Kranken-Mord
in Lüneburg:
Er ist der Haupttäter.
HEINRICH BEHR (1871 – 1938)

Heinrich Behr, um 1924.
ArEGL.
Heinrich Behr stammte aus Celle. Er studierte in Göttingen. 1902 bewarb er sich bei der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, um dort als Hilfsarzt zu arbeiten. Ein Jahr später stieg er zum 4. Arzt auf. Er bekam eine Dienstwohnung auf dem Anstaltsgelände. Neben seiner Arbeit veröffentlichte er wissenschaftliche Arbeiten über Demenz. Dies machte ihn 1904 für eine leitende Stelle in der Nervenklinik Langenhagen in Hannover interessant. Doch Otto Snell ließ ihn nicht gehen und beförderte ihn 1905 zum 3. Arzt. Die Beförderung wurde zurückgenommen, nachdem es 1907 zu einem Vorfall kam, bei dem Behr handgreiflich geworden war. Daraufhin bewarb sich Behr auf die Stelle des 1. Oberarztes in Langenhagen und wurde dort 1908 auch stellvertretender Direktor.
Inzwischen hatte Heinrich Behr seine Frau Marie (geb. Henkel) geheiratet. 1905, 1906 und 1908 wurden drei Kinder geboren: Liselotte, Heinrich und Gertrud.
Zum 1. April 1919 kehrte Familie Behr nach Lüneburg zurück, als Behr auch dort 1. Oberarzt werden konnte. Erneut bezogen sie eine Wohnung mit Garten auf dem Gelände. Am 1. April 1924 wurde Heinrich Behr Ärztlicher Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Max Bräuner wurde sein Stellvertreter.
Ab 1934 war Heinrich Behr an der »erbbiologischen Erfassung« beteiligt und meldete Erkrankte für die Sterilisation. Er verzichtete jedoch darauf, sich an das Erbgesundheitsgericht Lüneburg abordnen zu lassen. Nach mehreren Herzanfällen im Sommer 1935 wurde er für dienstunfähig erklärt und zum Jahresende in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Er musste seine Dienstwohnung noch vor Dienstende räumen und zog in die Straße Am Werder 17. Er starb zwei Jahr später, im Januar 1938, seine Frau im Februar 1947.
HEINRICH BEHR
Heinrich Behr ist Arzt.
Er kommt im Jahr 1902 als Hilfsarzt
in die Anstalt in Lüneburg.
Heinrich Behr ist erfolgreich.
Im Jahr 1904 soll er Chef werden
in einem Krankenhaus in Hannover.
Aber der Chef von der Anstalt in Lüneburg Otto Snell sagt:
Nein, Heinrich Behr soll in Lüneburg bleiben.
Ein paar Jahre später schlägt Heinrich Behr einen Mann.
Danach kann er nicht mehr
in Lüneburg arbeiten.
Darum geht er jetzt doch nach Hannover.
Er wird dort zweiter Chef in einer Anstalt.
Er heiratet und bekommt
mit seiner Frau 3 Kinder.
Im Jahr 1919 kommt Heinrich Behr zurück
nach Lüneburg.
Er arbeitet als zweiter Chef in der Anstalt.
Im Jahr 1924 wird Heinrich Behr Chef
von der Anstalt in Lüneburg.
Im Jahr 1935 hat er Probleme mit dem Herz.
Er kann nicht mehr arbeiten.
Darum geht er in Rente.
Max Bräuner wird neuer Chef von der Anstalt in Lüneburg.
In der Nazi-Zeit macht Heinrich Behr
nicht viel mit.
Er wird kein Richter am Sondergericht.
Aber er muss Kranke
für die Zwangs-Sterilisation melden.
Im Jahr 1938 stirbt Heinrich Behr.
Da gibt es noch keinen Kranken-Mord.
Seine Frau stirbt 1947.

Brief des Landesdirektoriums der Provinz Hannover an die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg vom 1.4.1924.
ArEGL.
CLARA SCHMIDT (1891 – 1969)


Gutachten für das Erbgesundheitsobergericht Celle [Auszug] über Thea Marienberg vom 29.5.1940, S. 23 und 24.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 2004/066 Nr. 09169.
Clara Schmidt stammte aus Stettin. Ihre Eltern waren Heinrich und Emilie Schmidt. In den 1910er-Jahren studierte sie Medizin. Sie war eine der wenigen Ärztinnen in Heil- und Pflegeanstalten und arbeitete 1928 in der Anstalt Königslutter. Vier Jahre später ging sie nach Göttingen und nach Osnabrück. Am 1. Juli 1939 nahm sie die Arbeit an der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg auf. Im Mai 1942 wurde sie nach Osnabrück versetzt und kehrte nach einem Jahr wieder nach Lüneburg zurück. Bis 1954 wohnte sie auf dem Anstaltsgelände und zog dann in eine Wohnung in der Lüneburger Heinrich-Heine-Straße. Dort starb sie am 31. März 1969. Sie blieb unverheiratet und hatte keine Kinder.
Clara Schmidt begutachtete Frauen und Männer für das Erbgesundheitsgericht Lüneburg und das Erbgesundheitsobergericht in Celle. Sie empfahl ohne gesetzliche Grundlage, vorbeugend zu sterilisieren. Sie wählte auch die Erkrankten für »planwirtschaftliche Verlegungen« in die »Aktion T4« aus. An Wochenenden hatte sie Dienst in der »Kinderfachabteilung«. Nach Kriegsende starben in ihrer ärztlichen Verantwortung zahlreiche erwachsene Erkrankte wegen Mangel- und Unterversorgung. Nachdem Max Bräuner außer Dienst gestellt worden war, übernahm sie die Leitung der »Kinderfachabteilung«. Im Juni 1946 wurde sie in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Zu ihrer Beteiligung an den Verbrechen wurde sie nie befragt.
CLARA SCHMIDT
Clara Schmidt kommt aus Stettin.
Sie ist Ärztin.
Frauen sind in dieser Zeit nicht oft Ärzte.
Denn nur wenige Frauen machen Abitur
und gehen zur Uni.
Frauen sind meist Frauen-Ärzte
oder Kinder-Ärzte.
Aber Clara Schmidt ist Psychiaterin.
Das ist sehr selten.
Sie arbeitet in Anstalten
• in Königslutter.
• in Osnabrück.
• und ab dem Jahr 1939 in Lüneburg.
Clara Schmidt ist nicht verheiratet.
Sie hat auch keine Kinder.
Sie wohnt auf dem Gelände von der Anstalt
in Lüneburg.
Sie macht mit bei der Zwangs-Sterilisation
in der Nazi-Zeit.
Und sie weiß vom Kranken-Mord.
Aber sie tut nichts gegen den Kranken-Mord.
Clara Schmidt entscheidet:
Welche Kranke sollen
in eine Tötungs-Anstalt.
Nach der Nazi-Zeit arbeitet sie weiter als Ärztin.
Auf ihrer Station sterben sehr viele Kranke.
Sie arbeitet auch in der Kinder-Fachabteilung.
Sie ist dort Nachfolgerin von Max Bräuner.
Keiner fragt sie nach den Verbrechen in der Nazi-Zeit.
Im Jahr 1954 geht sie in Rente.
Sie stirbt im Jahr 1969.
Es gibt kein Foto von Clara Schmidt.
Aber es gibt ihre Bewertungen über Kranke.
Darin steht zum Beispiel:
Diese Frau ist erbkrank.
Sie kann ihre Krankheit an ihre Kinder weitergeben.
Darum muss sie unfruchtbar gemacht werden.
Aber die Bewertung ist falsch:
Die Frau ist nicht krank.
Und sie hat auch keine Behinderung.
Clara Schmidt macht sie trotzdem unfruchtbar.
Das ist eine Bewertungen von Clara Schmidt über Thea Marienberg aus dem Jahr 1940.
Thea Marienberg wird unfruchtbar gemacht, obwohl sie nicht krank ist.
Und sie hat auch keine Behinderung.
Thea Marienberg wird unfruchtbar gemacht, weil Clara Schmidt es will.
WILLI BAUMERT (1909 – 1984)

Willi Baumert, um 1938.
ArEGL.
Willi Baumert stammte aus Osnabrück. Im September 1941 wurde er gefragt, ob er eine »Sonderaufgabe« übernehmen möchte. Er stimmte zu. Seine Entscheidung beendete seine Arbeit als Arzt bei der Waffen-SS. Er kehrte zurück zu seiner Frau Elsa (geb. Ludwig) und seinen zwei Töchtern (ein und drei Jahre alt). Im August 1942 wurde eine dritte Tochter geboren. Zunächst leitete er die Lüneburger »Kinderfachabteilung« nur in Teilzeit. Ab März 1944 zog er von Wunstorf, wo er ab Oktober 1941 im Jugendfürsorgeheim ebenfalls in Teilzeit tätig war, nach Lüneburg. Nur ein halbes Jahr bis zu seiner Rückkehr an die Front im September 1944 leitete er die Lüneburger »Kinderfachabteilung« in Vollzeit. Während seiner Zeit in der »Kinderfachabteilung« entschied er über Leben und Tod Hunderter Kinder und Jugendlicher mit Beeinträchtigungen.
WILLI BAUMERT
Willi Baumert kommt aus Osnabrück.
Er ist Arzt bei einer extra Gruppe
von den Nazis.
Die Gruppe heißt: SS.
Willi Baumert ist mit der SS
im Zweiten Weltkrieg.
Im Jahr 1941 fragen die Nazis ihn:
Willst du eine Sonderaufgabe machen?
Dann darfst du nach Hause zu deiner Familie.
Willi Baumert sagt: Ja.
Das ist die Sonderaufgabe:
Willi Baumert wird Chef
von der Kinder-Fachabteilung in Lüneburg.
Dort ermordet er
viele Kinder mit Behinderungen.
Er entscheidet wer leben darf und wer nicht.
Das macht er bis September 1944.

Berlin Document Center | Kopie ArEGL.
Willi Baumert war 1932 Mitglied der NSDAP und 1933 Mitglied der SS geworden. Er eignete sich auch deshalb für die Leitung der »Kinderfachabteilung«, weil er wusste, wie tote Körper geöffnet und Organe entnommen wurden. Seine Entscheidung, Kinder zu ermorden, begründete er mit der Erforschung von Erbkrankheiten. Dafür entnahm er mehr als 330 Kindern die Gehirne und übergab sie zur weiteren Forschung an die Universitätsklinik Hamburg.
Willi Baumert ist ein Nazi.
Er ist Mitglied in der Nazi-Partei
und bei der SS.
Er weiß, wie man tote Körper aufschneidet.
Und er weiß,
wie man Organe aus toten Körpern rausholt.
Zum Beispiel:
das Gehirn.
Darum wird er Chef
von der Kinder-Fachabteilung.
Er muss die toten Kinder-Körper aufschneiden.
Er guckt sich die Gehirne an.
Das macht er über 330-mal.
Er erforscht die Krankheiten
und die Behinderungen von den toten Kindern.
Danach gibt er die Gehirne weiter
an die Uni in Hamburg.
Willi Baumert lässt die Kinder ermorden,
damit er ihre Gehirne untersuchen kann.
Willi Baumert geriet nur kurz in Kriegsgefangenschaft und machte nach dem Krieg Karriere. Erst nachdem er durch Zeugenaussagen schwer belastet worden war, entschied er sich, seine Verbrechen zu gestehen. Er starb 1984.
Im Jahr 1944 muss Willi Baumert als Soldat
in den Krieg.
Dann ist der Krieg vorbei.
Willi Baumert wird verhaftet.
Er kommt für kurze Zeit
in ein Lager für Gefangene.
Man fragt ihn:
Was hast du mit den Kindern gemacht?
Er sagt: Gar nichts.
Er lügt.
Aber man glaubt ihm.
Willi Baumert darf wieder als Arzt arbeiten.
Er ist sehr erfolgreich.
Viele Jahre später kommt raus:
Willi Baumert hat Kinder ermordet.
Das gibt er jetzt zu.
Aber er kommt trotzdem nicht ins Gefängnis.
Er stirbt im Jahr 1984.
RUDOLF REDEPENNING (1883 – 1967)

Rudolf Redepenning (links) mit seiner Ehefrau Lili und den acht erwachsenen Kindern, November 1943.
Kopie ArEGL.
Rudolf Redepenning aus Wiedensahl war ab 1913 Oberarzt des Provinzial-Erziehungsheimes und ab 1927 Ärztlicher Leiter der Provinzial- Heil- und Erziehungsanstalt Göttingen. Von dort wechselte er 1930 zur »Volksnervenheilstätte« bei Göttingen. Er konvertierte 1920 zum Katholizismus und war in der Zentrumspartei aktiv. Das und seine Kritik an der NSDAP führten dazu, dass er 1934 aufgrund des »Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums« seine Stelle verlor. Um seine Großfamilie mit acht Kindern durchzubringen, entschied er, sich fortan den Nationalsozialisten anzupassen. 1934 arbeitete er in der Heil- und Pflegeanstalt Hildesheim. Anfang 1937 kam er gegen seinen Willen in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Dort leitete er ab 1944 die »Ostarbeiterabteilung« für Männer, in der Zwangsarbeiter und andere Erkrankte mit ausländischer Herkunft ermordet wurden. Es kam zu Sammelverlegungen in den Tod, an denen Redepenning beteiligt war.
RUDOLF REDEPENNING
Rudolf Redepenning ist aus Wiedensahl.
Er ist Arzt.
Er ist Chef von einer Anstalt in Göttingen.
Er ist verheiratet und hat 8 Kinder.
Rudolf Redepenning ist am Anfang
von der Nazi-Zeit kein Nazi.
Er glaubt an Gott und
ist Mitglied in einer christlichen Partei.
Er sagt: Nazis sind nicht christlich.
Die Nazis verbieten seine Partei.
Rudolf Redepenning verliert seine Arbeit
in Göttingen.
Darum nimmt er eine Arbeit in Hildesheim an.
Im Jahr 1937 kommt er an die Anstalt
in Lüneburg.
Er will gar nicht nach Lüneburg.
Denn in Lüneburg ist er nur noch zweiter Chef.
Aber er braucht die Arbeit,
damit er und seine Familie gut leben können.
Er bekommt die Morde an 3 Kindern und anderen Kranken mit.
Aber er sagt nichts.
Denn er will seine Arbeit nicht verlieren.
Rudolf Redepenning wird sogar Chef
von der Ausländer-Sammelstelle für Männer.
Dort macht er mit beim Kranken-Mord.
Auf diesem Foto ist Rudolf Redepenning
mit seiner Frau und den 8 Kindern.
Das Foto ist aus dem Jahr 1945.
Seine Kinder sind in dieser Zeit auch Nazis.
WILHELMINE WOLFF (1903 – 1962)
Wilhelmine Wolff aus Medingen bei Bad Bevensen verband mit der Arbeit in der »Kinderfachabteilung« einen Karrieresprung. Sie hatte 1927 im St. Jürgens-Asyl Bremen ihr Examen gemacht und war bereits ab 1934 an der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg beschäftigt. Für ihre Bereitschaft, in der »Kinderfachabteilung« zu arbeiten, wurde sie zur Oberin befördert. Da sie durch den Ärztlichen Direktor Max Bräuner über die »Euthanasie«-Maßnahme informiert worden war, wusste sie genau, wofür sie sich entschied. Baumert nannte ihr die Kinder, die zu ermorden seien. Sie verabreichte eine Überdosis des Medikamentes Luminal, bis die Kinder tot waren. Sie füllte die Sterbemeldungen aus und trug eine falsche Todesursache ein, meist »Lungenentzündung«. Ihre Kolleginnen Ingeborg Weber und Dora Vollbrecht halfen ihr.
WILHELMINE WOLFF
Wilhelmine Wolff kommt aus Medingen.
Sie ist Pflegerin in der Anstalt in Lüneburg.
Im Jahr 1941 will sie
in der Kinder-Fachabteilung arbeiten.
Sie entscheidet sich beim Kinder-Mord mitzumachen.
Dafür wird sie befördert:
Sie wird Chefin von den Pflegern.
Wilhelmine Wolff gibt den Kindern
zu viel von einem Medikament.
Das Medikament heißt: Luminal.
Die Kinder sterben daran.
Wilhelmine Wolff fälscht die Kranken-Akten von den Kindern.
In den Kranken-Akten steht:
Die Kinder sind an einer Lungen-Krankheit gestorben.
Wilhelmine Wolff ermordet die Kinder
nicht allein.
Die Pflegerinnen Dora Vollbrecht und Ingeborg Weber helfen ihr.

Lüneburger Landeszeitung, 15./16.3.1952, S. 4.
StadtALg 8.2-LLA-B, 1952-03.
Im Oktober 1945 wurde Wilhelmine Wolff von der britischen Militärregierung gekündigt. Nach ihrer Entlassung arbeitete sie als Heilpraktikerin und vertrieb das selbst hergestellte Heilmittel »Lungentrost«. Es sollte Tuberkulose heilen. 1949 wurde sie als »entlastet« entnazifiziert und gründete den Deutschen Bund der Naturheilfreunde, dessen 1. Vorsitzende sie wurde.
Nach der Nazi-Zeit darf Wilhelmine Wolff nicht mehr
in der Anstalt in Lüneburg arbeiten.
Sie verlässt die Anstalt im Oktober 1945.
Wilhelmine Wolff arbeitet zu Hause weiter.
Sie stellt selbst ein Medikament
gegen Lungen-Krankheiten her.
Das steht in diesem Zeitungs-Artikel
von der Lüneburger Zeitung.
Wilhelmine Wolff wird Heilpraktikerin.
Im Jahr 1949 gibt es einen Verein
für Heilpraktiker in Deutschland.
Wilhelmine Wolff ist die Chefin vom Verein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg prüft man:
Was hat Wilhelmine Wolff
in der Nazi-Zeit gemacht?
Aber man findet nichts raus.
Ihre Verbrechen bleiben geheim.
Bis zur Erarbeitung dieser Ausstellung.


ArEGL 100.
Dies ist eine Tablettendose des Barbiturates mit dem Handelsnamen Luminal aus den 1940er-Jahren. Max Bräuner und Willi Baumert entschieden sich, ihre Opfer überwiegend mit diesem Medikament zu ermorden. Aufgrund der hohen Verbrauchsmengen ist davon auszugehen, dass die Tabletten in Gläsern aufbewahrt wurden.
Diese Dose wurde 2018 von einem Historiker in einem Archiv gefunden und zusammen mit Glasspritzen verschiedenen Gedenkstätten angeboten. Die Gedenkstätte Hadamar stellt die Dose als Leihgabe zur Verfügung.
Das ist eine Dose
für ein Medikament .
Das Medikament heißt: Luminal.
Mit diesem Medikament werden
in der Nazi-Zeit viele Kinder ermordet.
Auch in der Kinder-Fachabteilung in Lüneburg ermordet man Kinder mit Luminal.
Dafür braucht man viel
von dem Medikament.
Darum gibt es bestimmt große Gläser
mit dem Medikament in der Nazi-Zeit.
Diese kleine Dose ist auch aus der Nazi-Zeit.
Man hat sie im Jahr 2018 gefunden.
Sie kommt nicht aus Lüneburg.
Sie gehört der Gedenkstätte in Hadamar.
Die Gedenkstätte Hadamar hat die Dose an die Gedenkstätte Lüneburg ausgeliehen.
DORA VOLLBRECHT (1906 – 1984)
Dora Vollbrecht stammte aus Hannover. Sie war ausgebildete und verbeamtete Anstaltspflegerin. Zum 1. Oktober 1941 wurden sie und ihre Kollegin Ingeborg Weber für eine »besondere Verwendung« in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg abgeordnet. Vollbrecht entschied sich, die Abordnung anzunehmen und sich an den »Euthanasie«-Maßnahmen zu beteiligen. 1942 stimmte sie ihrer dauerhaften Versetzung nach Lüneburg zu. Ab dann erkrankte sie häufiger für mehrere Monate, kehrte aber immer wieder pflichtbewusst in den Dienst zurück. Im Januar 1945 wurde ihr bescheinigt, dass sie zu krank für den Pflegeberuf sei. Erst im Oktober 1945 verließ sie die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg und zog nach Hannover. Ihre Taten prägten ihr weiteres Leben. Sie starb am 29. Oktober 1984 in Bremervörde.
DORA VOLLBRECHT
Dora Vollbrecht kommt aus Hannover.
Sie ist Pflegerin.
Im Jahr 1941 arbeitet sie
in der Kinder-Fachabteilung in Lüneburg.
Dort ermordet sie Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.
Dora Vollbrecht ist in den Jahren 1942, 1943 und 1944 oft krank.
Sie ist viele Wochen nicht bei der Arbeit.
Aber sie kommt immer wieder zurück.
Im Januar 1945 sagt ein Arzt:
Dora Vollbrecht ist zu krank um zu arbeiten.
Sie kann nicht mehr Pflegerin sein.
Aber sie arbeitet weiter.
Erst im Oktober 1945 verlässt sie
die Anstalt in Lüneburg.
Sie zieht um nach Hannover
und sie arbeitet nicht mehr.
Sie hat ein schlechtes Gewissen
wegen dem Kranken-Mord.
WHO TOOK PART?

Max Bräuner (centre) with the graduating nursing staff of the Lüneburg sanatorium and nursing home, around 1939.
ArEGL.
Many doctors and nurses at the Lüneburg sanatorium and nursing home were involved in forced sterilisations and murders of the sick. In particular, Willi Baumert, Gustav Marx, Rudolf Redepenning, Bernhard Winninghoff, Clara Schmidt and the nursing staff Wilhelmine Wolff, Ingeborg Weber and Dora Vollbrecht. The medical director Max Bräuner was mainly responsible for these crimes. Through their involvement, over 800 people were sterilised and around 2,000 people died violently.

Heinrich Behr, around 1924.
ArEGL.
HEINRICH BEHR
(1871 – 1938)
Heinrich Behr came from Celle. He studied in Göttingen. In 1902, he applied to the Lüneburg sanatorium and nursing home to work there as an assistant doctor. A year later, he was promoted to 4th doctor. He was given an official flat on the grounds of the institution. In addition to his work, he published scientific papers on dementia. This made him interesting for a managerial position at the Langenhagen mental hospital in Hanover in 1904. However, Otto Snell refused to let him go and promoted him to 3rd doctor in 1905. The promotion was revoked after an incident in 1907 in which Behr became violent. Behr then applied for the post of 1st senior physician in Langenhagen and became deputy director there in 1908.
In the meantime, Heinrich Behr had married his wife Marie (née Henkel). Three children were born in 1905, 1906 and 1908: Liselotte, Heinrich and Gertrud.
The Behr family returned to Lüneburg on 1 April 1919, when Behr was also able to become the first senior physician there. Once again, they moved into a flat with a garden on the grounds. On 1 April 1924, Heinrich Behr became Medical Director of the Lüneburg Sanatorium and Nursing Home. Max Bräuner became his deputy.
From 1934, Heinrich Behr was involved in »hereditary biology registration« and reported sick people for sterilisation. However, he refrained from being seconded to the hereditary health court in Lüneburg. After suffering several heart attacks in the summer of 1935, he was declared unfit for duty and took early retirement at the end of the year. He had to vacate his official residence before the end of his service and moved to Am Werder 17. He died two years later, in January 1938, his wife in February 1947.

Letter from the Provincial Directorate of Hanover to the Lüneburg Mental Hospital dated 1 April 1924.
ArEGL.
CLARA SCHMIDT
(1891 – 1969)
Clara Schmidt came from Stettin. Her parents were Heinrich and Emilie Schmidt. She studied medicine in the 1910s. She was one of the few female doctors in sanatoriums and nursing homes and worked at the Königslutter institution in 1928. Four years later, she moved to Göttingen and Osnabrück. On 1 July 1939, she began working at the Lüneburg sanatorium and nursing home. In May 1942, she was transferred to Osnabrück and returned to Lüneburg after a year. She lived on the grounds of the institution until 1954 and then moved into a flat in Heinrich-Heine-Straße in Lüneburg. She died there on 31 March 1969, remained unmarried and had no children.
Clara Schmidt examined women and men for the Hereditary Health Court in Lüneburg and the Higher Hereditary Health Court in Celle. She recommended preventive sterilisation without any legal basis. She also selected the sick for »planned economic transfers« to »Aktion T4«. At weekends, she was on duty in the »Children’s special wards«. After the end of the war, numerous adult patients died under her medical care due to inadequate and insufficient care. After Max Bräuner was decommissioned, she took over the management of the »Children’s special wards«. She was given early retirement in June 1946. She was never questioned about her involvement in the crimes.


Expert opinion for the Higher Hereditary Health Court of Celle [extract] on Thea Marienberg dated 29 May 1940, pp. 23 and 24.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 2004/066 Nr. 09169.
WILLI BAUMERT (1909 – 1984)

Willi Baumert, around 1938.
ArEGL.
Willi Baumert came from Osnabrück. In September 1941, he was asked whether he would like to take on a »Special task«. He agreed. His decision ended his work as a doctor with the Waffen SS. He returned to his wife Elsa (née Ludwig) and his two daughters (one and three years old). A third daughter was born in August 1942. Initially, he was only in charge of the Lüneburg »Children’s special wards« part-time. From March 1944, he moved from Wunstorf, where he had also worked part-time in the »welfare home for adolescents« (»Jugendfürsorgeheim«) from October 1941, to Lüneburg. He ran the Lüneburg »Specialised children’s department« full-time for just six months until his return to the front in September 1944. During his time in the »Children’s special wards«, he decided the lives and deaths of hundreds of children and young people with disabilities.

Berlin Document Center | Copy „ArEGL“.
Willi Baumert had joined the NSDAP in 1932 and became a member of the SS in 1933. He was also suitable to head the »Children’s special wards« because he knew how dead bodies were opened and organs removed. He justified his decision to murder children with research into hereditary diseases. To this end, he removed the brains of more than 330 children and handed them over to Hamburg University Hospital for further research.
Willi Baumert was only briefly taken prisoner of war and made a career for himself after the war. He only decided to confess to his crimes after being heavily incriminated by witnesses. He died in 1984.

Rudolf Redepenning (left) with his wife Lili and their eight grown-up children, November 1943.
Kopie ArEGL.
RUDOLF REDEPENNING (1883 – 1967)
Rudolf Redepenning from Wiedensahl was senior physician at the Provinzial-Erziehungsheim from 1913 and medical director of the Provinzial- Heil- und Erziehungsanstalt Göttingen from 1927. From there he moved to the »Volksnervenheilstätte« near Göttingen in 1930. He converted to Catholicism in 1920 and was active in the Centre Party. This and his criticism of the NSDAP led to him losing his job in 1934 due to the »Law for the Restoration of the Professional Civil Service«. In order to support his extended family with eight children, he decided to adapt to the National Socialists from then on. In 1934, he worked at the Hildesheim sanatorium and nursing home. At the beginning of 1937, he was transferred against his will to the Lüneburg sanatorium and nursing home. From 1944, he was in charge of the »foreigners’ collection point« for men there, where forced labourers and other sick people of foreign origin were murdered. Redepenning was involved in the collection centre’s transfers to death.
WILHELMINE WOLFF (1903 – 1962)
Wilhelmine Wolff from Medingen near Bad Bevensen made a career leap with her work in the »Children’s special wards«. She had graduated from St Jürgens Asylum in Bremen in 1927 and had already been working at the Lüneburg sanatorium and nursing home from 1934. She was promoted to matron for her willingness to work in the »Children’s special wards«. As she had been informed about the »Euthanasia« measure by the medical director Max Bräuner, she knew exactly what she was deciding in favour of. Baumert told her which children were to be murdered. She administered an overdose of the drug Luminal until the children were dead. She filled out the death reports and entered a false cause of death, usually »Pneumonia«. Her colleagues Ingeborg Weber and Dora Vollbrecht helped her.

Lüneburger Landeszeitung, 15/16 March 1952, p. 4.
StadtALg 8.2-LLA-B, 1952-03.
In October 1945, Wilhelmine Wolff was dismissed by the British military government. After her release, she worked as a naturopath and sold the home-made remedy »Lungentrost«. It was supposed to cure tuberculosis. In 1949, she was denazified as »Exonerated« and founded the German Association of Naturopaths, of which she became the first chairwoman.
This can was found in an archive by a Hamburg historian in 2018 and offered to various memorials together with glass syringes. The Hadamar Memorial is making the can available on loan.


ArEGL 100.
This is a tablet tin of the barbiturate with the trade name Luminal from the 1940s. Max Bräuner and Willi Baumert decided to murder their victims mainly with this drug. Due to the large quantities used, it can be assumed that the tablets were stored in glass jars.
This can was found in an archive by a Hamburg historian in 2018 and offered to various memorials together with glass syringes. The Hadamar Memorial is making the can available on loan.
DORA VOLLBRECHT (1906 – 1984)
Dora Vollbrecht came from Hanover. She was a trained and civil servant institutional carer. On 1 October 1941, she and her colleague Ingeborg Weber were seconded to the Lüneburg »Children’s department« for »Special use«. Vollbrecht decided to accept the secondment and take part in the »Euthanasia« measures. In 1942, she agreed to her permanent transfer to Lüneburg. From then on, she frequently fell ill for several months, but always dutifully returned to work. In January 1945, she was certified as being too ill for the nursing profession. It was not until October 1945 that she left the Lüneburg sanatorium and nursing home and moved to Hanover. Her actions shaped the rest of her life. She died on 29 October 1984 in Bremervörde.
KTO WZIĄŁ UDZIAŁ?

Max Bräuner (w środku) z dyplomowanym personelem pielęgniarskim sanatorium i domu opieki w Lüneburgu, około 1939 r.
ArEGL.
Wielu lekarzy i pielęgniarek w sanatorium i domu opieki w Lüneburgu było zaangażowanych w przymusowe sterylizacje i morderstwa chorych. W szczególności Willi Baumert, Gustav Marx, Rudolf Redepenning, Bernhard Winninghoff, Clara Schmidt oraz personel pielęgniarski Wilhelmine Wolff, Ingeborg Weber i Dora Vollbrecht. Główną odpowiedzialność za te zbrodnie ponosił dyrektor medyczny Max Bräuner. Dzięki ich zaangażowaniu wysterylizowano ponad 800 osób, a około 2000 zmarło w wyniku przemocy.

Heinrich Behr, około 1924 r.
ArEGL.
HEINRICH BEHR
(1871 – 1938)
Heinrich Behr pochodził z Celle. Studiował w Getyndze. W 1902 r. zgłosił się do sanatorium i domu opieki w Lüneburgu, aby pracować tam jako asystent lekarza. Rok później awansował na czwartego lekarza. Otrzymał oficjalne mieszkanie na terenie instytucji. Oprócz pracy publikował prace naukowe na temat demencji. To uczyniło go interesującym kandydatem na stanowisko kierownicze w szpitalu psychiatrycznym Langenhagen w Hanowerze w 1904 roku. Jednak Otto Snell odmówił mu odejścia i awansował go na trzeciego lekarza w 1905 roku. Awans został cofnięty po incydencie w 1907 roku, w którym Behr stał się agresywny. Następnie Behr ubiegał się o stanowisko 1. starszego lekarza w Langenhagen i został tam zastępcą dyrektora w 1908 roku.
W międzyczasie Heinrich Behr poślubił swoją żonę Marie (z domu Henkel). W latach 1905, 1906 i 1908 urodziło się troje dzieci: Liselotte, Heinrich i Gertrud.
Rodzina Behr powróciła do Lüneburga 1 kwietnia 1919 r., kiedy to Behr został tam pierwszym starszym lekarzem. Ponownie przeprowadzili się do mieszkania z ogrodem na terenie posesji. 1 kwietnia 1924 r. Heinrich Behr został dyrektorem medycznym sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Max Bräuner został jego zastępcą.
Od 1934 r. Heinrich Behr zajmował się „rejestracją biologii dziedzicznej” i zgłaszał chorych do sterylizacji. Powstrzymał się jednak przed oddelegowaniem do dziedzicznego sądu sanitarnego w Lüneburgu. Po kilku atakach serca latem 1935 r. został uznany za niezdolnego do pracy i pod koniec roku przeszedł na wcześniejszą emeryturę. Musiał opuścić swoją oficjalną rezydencję przed końcem służby i przeniósł się do Am Werder 17. Zmarł dwa lata później, w styczniu 1938 r., Jego żona w lutym 1947 r.

List dyrekcji prowincji Hanower do szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu z dnia 1 kwietnia 1924 r.
ArEGL.
CLARA SCHMIDT
(1891 – 1969)
Clara Schmidt pochodziła ze Szczecina. Jej rodzicami byli Heinrich i Emilie Schmidt. Studiowała medycynę w latach 1910. Była jedną z niewielu kobiet lekarzy w sanatoriach i domach opieki, a w 1928 roku pracowała w instytucji Königslutter. Cztery lata później przeniosła się do Getyngi i Osnabrück. 1 lipca 1939 r. rozpoczęła pracę w sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. W maju 1942 r. została przeniesiona do Osnabrück, a po roku wróciła do Lüneburga. Do 1954 r. mieszkała na terenie instytucji, a następnie przeprowadziła się do mieszkania przy Heinrich-Heine-Straße w Lüneburgu. Zmarła tam 31 marca 1969 r., pozostała niezamężna i nie miała dzieci.
Clara Schmidt badała kobiety i mężczyzn dla Dziedzicznego Sądu Zdrowia w Lüneburgu i Wyższego Dziedzicznego Sądu Zdrowia w Celle. Zalecała prewencyjną sterylizację bez żadnej podstawy prawnej. Wybierała również chorych do »Planowanych transferów ekonomicznych« w ramach »Akcji T4«. W weekendy dyżurowała na »Oddziale pediatrycznym«. Po zakończeniu wojny wielu dorosłych pacjentów zmarło pod jej opieką z powodu niedożywienia i nieodpowiedniej opieki. Po zwolnieniu Maxa Bräunera przejęła zarządzanie »Oddziałem pediatrycznym«. W czerwcu 1946 r. przeszła na wcześniejszą emeryturę. Nigdy nie przesłuchano jej w sprawie udziału w zbrodniach.


Opinia biegłego dla Wyższego Dziedzicznego Sądu Zdrowia w Celle [wyciąg] w sprawie Thei Marienberg z dnia 29 maja 1940 r., s. 23 i 24.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 2004/066 n. 09169.
WILLI BAUMERT (1909 – 1984)

Willi Baumert, około 1938 roku.
ArEGL.
Willi Baumert pochodził z Osnabrück. We wrześniu 1941 r. zapytano go, czy chciałby podjąć się »zadania specjalnego«. Zgodził się. Jego decyzja zakończyła jego pracę jako lekarza w Waffen SS. Wrócił do swojej żony Elsy (z domu Ludwig) i dwóch córek (rocznej i trzyletniej). Trzecia córka urodziła się w sierpniu 1942 roku. Początkowo kierował »Oddziałem pediatrycznym« w Lüneburgu tylko w niepełnym wymiarze godzin. Od marca 1944 r. przeniósł się do Lüneburga z Wunstorf, gdzie od października 1941 r. pracował również w niepełnym wymiarze godzin w ośrodku opieki nad młodzieżą. Prowadził »Specjalistyczny oddział dziecięcy« w Lüneburgu w pełnym wymiarze godzin przez zaledwie sześć miesięcy, aż do powrotu na front we wrześniu 1944 roku. Podczas swojej pracy na »Oddziale pediatrycznym« decydował o życiu i śmierci setek niepełnosprawnych dzieci i młodzieży.

Berlin Document Center | Kopie ArEGL.
Willi Baumert wstąpił do NSDAP w 1932 roku, a w 1933 roku został członkiem SS. Nadawał się również do kierowania »Wydziałem pediatrycznym«, ponieważ wiedział, jak otwierano zwłoki i usuwano organy. Swoją decyzję o mordowaniu dzieci uzasadniał badaniami nad chorobami dziedzicznymi. W tym celu usunął mózgi ponad 330 dzieci i przekazał je Szpitalowi Uniwersyteckiemu w Hamburgu do dalszych badań.
Willi Baumert tylko przez krótki czas był jeńcem wojennym, a po wojnie zrobił karierę. Zdecydował się przyznać do swoich zbrodni dopiero po tym, jak został mocno obciążony przez świadków. Zmarł w 1984 roku.

Rudolf Redepenning (po lewej) z żoną Lili i ośmiorgiem dorosłych dzieci, listopad 1943 r.
Kopie ArEGL.
RUDOLF REDEPENNING (1883 – 1967)
Rudolf Redepenning z Wiedensahl był starszym lekarzem w Provinzial-Erziehungsheim od 1913 roku i dyrektorem medycznym Provinzial- Heil- und Erziehungsanstalt Göttingen od 1927 roku. Stamtąd przeniósł się do »Ludowy szpital psychiatczny« w pobliżu Getyngi w 1930 roku. W 1920 r. przeszedł na katolicyzm i był aktywny w Partii Centrum. To i jego krytyka NSDAP doprowadziły go do utraty pracy w 1934 r. z powodu »Ustawy o przywróceniu zawodowej służby cywilnej«. Aby utrzymać swoją wielodzietną rodzinę z ośmiorgiem dzieci, postanowił dostosować się do narodowych socjalistów. W 1934 r. pracował w sanatorium i domu opieki w Hildesheim. Na początku 1937 r. został przeniesiony wbrew swojej woli do sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Od 1944 r. był tam odpowiedzialny za »punkt zbiórki cudzoziemców« dla mężczyzn, gdzie mordowano robotników przymusowych i innych chorych obcego pochodzenia. Redepenning był zaangażowany w transporty na śmierć w punkcie zbiorczym.
WILHELMINE WOLFF (1903 – 1962)
Wilhelmine Wolff z Medingen niedaleko Bad Bevensen dokonała skoku w swojej karierze dzięki pracy na »Oddziale pediatrycznym«. Ukończyła St Jürgens Asylum w Bremie w 1927 roku i już od 1934 roku pracowała w sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Została awansowana na matronę za gotowość do pracy na »Oddziale pediatrycznym«. Ponieważ została poinformowana o »Eutanazji« przez dyrektora medycznego Maxa Bräunera, wiedziała dokładnie, za czym się opowiada. Baumert powiedział jej, które dzieci mają zostać zamordowane. Podawała przedawkowany lek Luminal, aż dzieci były martwe. Wypełniała raporty zgonów i wpisywała fałszywą przyczynę śmierci, zwykle »Zapalenie płuc«. Pomagały jej koleżanki Ingeborg Weber i Dora Vollbrecht.

Lüneburger Landeszeitung, 15/16 marca 1952 r., s. 4.
StadtALg 8.2-LLA-B, 1952-03.
W październiku 1945 r. Wilhelmine Wolff została zwolniona przez brytyjski rząd wojskowy. Po zwolnieniu pracowała jako naturoterapeutka i sprzedawała domowej roboty lek »Lungentrost«. Miał on leczyć gruźlicę. W 1949 r. została zdenazyfikowana jako »oczyszczona z zarzutów« i założyła Niemieckie Stowarzyszenie Naturopatów, którego została pierwszą przewodniczącą.
Puszka ta została znaleziona w archiwum przez hamburskiego historyka w 2018 roku i ofiarowana różnym pomnikom wraz ze szklanymi strzykawkami. Miejsce Pamięci Hadamar udostępnia puszkę na zasadzie wypożyczenia.


ArEGL 100.
Jest to puszka po tabletkach barbituranu o nazwie handlowej Luminal z lat czterdziestych XX wieku. Max Bräuner i Willi Baumert postanowili mordować swoje ofiary głównie za pomocą tego leku. Ze względu na duże ilości można przypuszczać, że tabletki były przechowywane w szklanych słoikach.
Puszka ta została znaleziona w archiwum przez hamburskiego historyka w 2018 roku i ofiarowana różnym pomnikom wraz ze szklanymi strzykawkami. Miejsce Pamięci Hadamar udostępnia puszkę na zasadzie wypożyczenia.
DORA VOLLBRECHT (1906 – 1984)
Dora Vollbrecht pochodziła z Hanoweru. Była wyszkoloną i urzędową opiekunką instytucjonalną. W dniu 1 października 1941 r. wraz ze swoją koleżanką Ingeborg Weber została oddelegowana do »Oddziału dziecięcego« w Lüneburgu do »Zadania specjalnego«. Vollbrecht zdecydowała się przyjąć oddelegowanie i wziąć udział w »Eutanazji«. W 1942 r. zgodziła się na stałe przenieść do Lüneburga. Od tego czasu często chorowała przez kilka miesięcy, ale zawsze sumiennie wracała do pracy. W styczniu 1945 r. została uznana za zbyt chorą, by wykonywać zawód pielęgniarki. Dopiero w październiku 1945 r. opuściła sanatorium i dom opieki w Lüneburgu i przeniosła się do Hanoweru. Jej działania ukształtowały resztę jej życia. Zmarła 29 października 1984 r. w Bremervörde.

