NFC zu N-K-03
UMGANG MIT DEN GRÄBERN

Brief des Friedhofsamtes der Stadt Lüneburg an die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg vom 2.10.1957.
StadtALg, VA2, 5001.
In Frankreich, in den Niederlanden und in Italien wurden die Toten der Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt. Von 1949 bis 1957 wurden ihre Leichen umgebettet. Die französischen und niederländischen Kriegstoten wurden in die Heimat überführt. Der Italiener Mariano Tedeschi kam auf den Friedhof Hamburg-Öjendorf.
In der Anstalt in Lüneburg werden in der Nazi-Zeit viele Menschen ermordet.
Auch Menschen aus anderen Ländern
werden ermordet.
Die Länder Frankreich und Niederlande sagen:
Diese Menschen sind Opfer vom Krieg.
Diese Menschen sind Opfer von den Nazis.
Darum bringt man die Leichen von den Opfern
in die Heimatländer zurück.
Dort bekommen die Opfer neue Gräber.
Es gibt auch ein Kriegs-Opfer aus Italien.
Sein Name ist: Mariano Tedeschi.
Er bekommt ein neues Grab auf dem Friedhof
in Hamburg-Öjendorf.
Leonardus Adrianus Krol (1918 – 1945) aus Noordwijk war Bäcker. Um sich vor der näher kommenden Westfront in Sicherheit zu bringen, war er ins Deutsche Reich geflüchtet. Da er aufgrund der Bombardierungen in Bremen nicht behandelt werden konnte, kam er nach Lüneburg und wurde am 8. Januar 1945 in die »Ausländersammelstelle« aufgenommen. Innerhalb von drei Monaten war er tot.
Leonardus Krol ist Bäcker.
Er kommt aus Noordwijk in den Niederlanden.
Im Zweiten Weltkrieg geht
Leonardus Krol nach Bremen.
Er denkt:
Hier bin ich sicher.
Aber er ist krank.
Und man kann ihn in Bremen nicht behandeln.
Darum kommt er am 8. Januar 1945
in die Anstalt nach Lüneburg.
Er kommt in die Abteilung für Ausländer.
Die Abteilung heißt: Ausländer-Sammelstelle.
3 Monate später stirbt Leonardus Krol.

Mitschrift zur Umbettung des Niederländers Leonardus Adrianus Krol vom 15.10.1953.
StadtALg, VA2, 5001.

Verzeichnis der auf dem Friedhof der Landes- Heil- und Pflegeanstalt in Lüneburg beerdigten Kriegsgefangenen französischer Staatsangehörigkeit, vor 1949.
StadtALg, VA2, 5001.
Pierre Adam (1908 – 1945) aus Paris gehört zu den umgebetteten französischen Toten. Er war Kriegsgefangener. Er wurde am 9. Mai 1945 in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg aufgenommen und starb nach vier Tagen. 1949 wurde er nach Frankreich überführt.
PIERRE ADAM
Pierre Adam ist aus Paris in Frankreich.
Er ist Soldat im Zweiten Weltkrieg.
Die Nazis nehmen ihn fest.
Er ist Kriegs-Gefangener.
Er kommt am 9. Mai 1945
in die Anstalt nach Lüneburg.
Pierre Adam stirbt 4 Tage später.
Im Jahr 1949 bringt man seine Leiche
nach Frankreich.
Er bekommt dort ein neues Grab.

Rudolf Redepenning beim Totengedenken anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, Sommer 1951.
ArEGL 159-2.
Das erste Totengedenken nach 1945 in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg fand im Zuge des 50-jährigen Bestehens der Anstalt statt. Für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs war in den 1930er-Jahren zwischen Haus 9 und Haus 34 ein Gedenkstein errichtet worden. Er wurde 1951 genutzt, um auch den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. Im Gegensatz dazu gab es für die Ermordeten auf dem Anstaltsfriedhof jahrzehntelang keinen Gedenkstein.
Im Ersten Weltkrieg sind Mitarbeiter
von der Anstalt gestorben.
Sie waren Soldaten.
Man soll sich an diese Mitarbeiter erinnern.
Darum gibt es einen Gedenkstein
für diese Mitarbeiter in der Anstalt.
Der Gedenkstein steht zwischen Haus 9 und
Haus 34.
Auch im Zweiten Weltkrieg sind Mitarbeiter
von der Anstalt gestorben.
Sie waren Soldaten.
Der Gedenkstein in der Anstalt soll auch
an diese Mitarbeiter erinnern.
Die Anstalt in Lüneburg hat einen Friedhof.
Hier sind die Gräber von vielen Kranken.
Es gibt auch Gräber von ermordeten Kranken
auf dem Friedhof.
Aber für lange Zeit gibt es keinen Gedenkstein
für die ermordeten Kranken aus der Anstalt.
An diese Menschen denkt früher keiner.
Im Jahr 1951 ist die Anstalt in Lüneburg 50 Jahre alt.
An diesem Tag denkt man an die Toten
von der Anstalt.
Man nennt das: Toten-Gedenken.
Es ist das erste Toten-Gedenken nach der Nazi-Zeit.
Das ist ein Foto aus dem Jahr 1951.
Auf dem Foto ist Rudolf Redepenning
beim Toten-Gedenken in der Anstalt.

Ausschnitt aus einem Luftbild, Anstaltsfriedhof, 13.4.1963, aus: Luftbild Bildflug Lüneburg-Barum (224), Bild-Nr. 3/142.
StadtALg, BS, Pos-Gr-3822.

Grab von Rudolf Redepenning, 2025.
Fotograf Mathias Mensch.
ArEGL.
Vor 1963 wurde auf dem Anstaltsfriedhof ein Ehrenhain angelegt, mutmaßlich für die Opfer des Krankenmordes in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Als Rudolf Redepenning 1967 starb, wurde er dort beigesetzt. Es befanden sich noch sämtliche Gräber der Opfer an Ort und Stelle. Für den Tod einzelner war er mitverantwortlich. Die Anlage ist heute ein Denkmal.
Es gibt einen Gedenkort auf dem Friedhof
von der Anstalt.
Der Gedenkort ist für die Opfer vom
Kranken-Mord in der Nazi-Zeit.
Auch die Gräber von den Opfern sind hier.
Den Gedenkort gibt es schon vor dem Jahr 1963.
Im Jahr 1967 stirbt Rudolf Redepenning.
Er ist Arzt in der Anstalt in der Nazi-Zeit.
Man begräbt ihn dort, wo der Gedenkort ist.
Das heißt:
Sein Grab ist zwischen den Gräbern
von den Opfern vom Kranken-Mord.
Rudolf Redepenning ist schuld am Tod
von vielen Opfern.
Er ist ein Mörder.
Der Mörder und die Opfer liegen jetzt nebeneinander auf dem Friedhof.
Die Gräber sind heute ein Denkmal.
Das ist ein Foto aus dem Jahr 1963.
Auf dem Foto sieht man den Friedhof von oben.
Man kann die Gräber und den Gedenkort sehen.
Der Gedenkort ist der Weg mit den Bäumen
in der Mitte vom Foto.
Das zweite Foto ist aus dem Jahr 2025.
Auf dem Foto ist der Grabstein
von Rudolf Redepenning.

Gräberliste (§ 6 Buchst. e des Kriegsgräbergesetzes vom 27. Mai 1952) zum Friedhof der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg vom 3.2.1954.
StadtALg, VA2, 5001.
Ab 1975 wurden hunderte Gräber der Opfer des Krankenmordes und der Nachkriegspsychiatrie nach abgelaufener Ruhezeit von 25 Jahren überbettet. Die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen und das sich daraus ableitende Gebot, alle Gräber erhalten zu müssen, interessierten niemanden. Das damalige Friedhofsamt verstieß damit gegen das Kriegsgräbergesetz.
In Deutschland ist es so:
Gräber bleiben für 25 Jahre auf einem Friedhof.
Danach löst man die Gräber auf.
Dann beerdigt man andere Tote in den Gräbern.
In der Anstalt löst man ab dem Jahr 1975
viele Gräber auf.
Es sind die Gräber von den Opfern
vom Kranken-Mord in der Nazi-Zeit.
Aber das ist falsch.
Denn nach den Untersuchungen vom Gericht
weiß man:
Es sind Gräber von Nazi-Opfern und
von Kriegs-Opfern.
Für diese Gräber gibt es extra Regeln:
Diese Gräber müssen bleiben,
weil es Kriegs-Gräber sind.
Kriegs-Gräber sind geschützt.
Das steht so im Gesetz.
Aber das Friedhofs-Amt in Lüneburg hält sich nicht an das Gesetz.

Else Wehde am Grab ihres Sohnes Fritz Wehde, nach 1945. Das Grab verschwand in den 1970er-Jahren.
Privatbesitz Uta Wehde.
Als Fritz Wehdes Grab wie die anderen über 300 Grabstätten von Kindern und Jugendlichen aufgelöst wurde, nahm man seinen Eltern den einzigen Ort der Trauer.
Das ist ein Foto aus einem Jahr nach 1945.
Auf dem Foto ist Else Wehde.
Sie steht am Grab von ihrem Sohn Fritz.
Fritz Wehde ist in der Anstalt in Lüneburg gestorben. Sein Grab ist auf dem Friedhof von der Anstalt.
Aber man löst sein Grab in den Jahren um 1970 auf.
Es gibt dann kein Grab mehr von Fritz.
Und die Familie hat keinen Ort mehr
für die Erinnerung an ihr Kind.
1975 wurde eine Kriegsgräberstätte mit Scheingräbern zu 50 »Euthanasie«-Opfern geschaffen. Ihre Umbettungen wurden vorgegeben, sie fanden nie statt. Zudem wurden 35 Gräber von Toten einbezogen, die nicht die ausgewiesenen »Euthanasie«-Opfer waren. Die diesbezügliche Gräberliste wurde gefälscht. Die Anlage wurde nie öffentlich eingeweiht. Auch nach ihrer Errichtung gab es bis 2013 dort kein öffentliches Gedenken.
Ab 1975 gibt es auf dem Friedhof von der
Anstalt Lüneburg eine Kriegsgräber-Stätte.
Hier gibt es 84 Gräber von Kriegs-Opfern.
Aber 49 von den Gräber sind keine echten Gräber.
Denn sie sind leer.
Es liegen keine Toten in den Gräbern.
Es sind nur Schein-Gräber.
Nur 35 Gräber sind echt.
Aber:
Keiner weiß, wer die Toten in diesen Gräbern sind.
Alle Unterlagen zu den Gräbern sind falsch.
Die Kriegs-Gräber-Stätte in Lüneburg ist
keinem wichtig.
Die Gräber sind sehr einfach gemacht.
Es gibt keine Eröffnung
von der Kriegs-Gräber-Stätte.
Es gibt keine Gedenktage
an der Kriegs-Gräber-Stätte.
Erst im Jahr 2013 gibt es dort den ersten Gedenktag.

Brief der Stadt Lüneburg an den Regierungspräsidenten vom 15.9.1975.
Friedhofsamt der Hansestadt Lüneburg, Loseblattsammlung, Kopie ArEGL.

StadtALg, VA2, 5001.
Aufmaß für die Errichtung einer Kriegsgräberstätte auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof vom 12.9.1975. Die gärtnerischen Arbeiten wurden von der Gärtnerei des Landeskrankenhauses ausgeführt. Hieran waren auch damalige Erkrankte beteiligt.
Das ist eine Zeichnung
von der Kriegs-Gräber-Stätte in Lüneburg.
Die Zeichnung ist aus dem Jahr 1975.
Die Anstalt hat eine eigene Gärtnerei.
Mitarbeiter von der Gärtnerei legen
die Kriegs-Gräber-Stätte an.
Kranke helfen dabei.
Die schlicht gehaltene Anlage (Rasen mit einer zweireihigen Grabreihe, Kissensteine für »Einzelgräber«) erhielt eine Hecke und ein Holzkreuz mit der Inschrift »1933 – 1945«. In dieser Form war die Anlage gut zu mähen und kostete kaum Geld.
Das sind 2 Fotos von der Kriegs-Gräber-Stätte
in Lüneburg aus dem Jahr 2014.
Die Kriegs-Gräber-Stätte ist sehr einfach gemacht.
Es sind Steine mit Namen im Rasen.
Eine Hecke geht um die Steine herum.
Es gibt ein großes Kreuz aus Holz.
Auf dem Kreuz steht: 1933 – 1945.
Die Kriegs-Gräber-Stätte soll wenig Arbeit machen und wenig Geld kosten.

Hochkreuz der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Nord-West, 2014.

Grabreihen mit Scheingräbern als Teil der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof Nord-West, 2014.
ArEGL.

Schreiben (Entwurf) des Friedhofsamtes der Stadt Lüneburg an Jadwiga Cichon vom 4.7.1978.
StadtALg, VA2, 5001.
Als sich Jadwiga Cichon, die Ehefrau von Jon Cichon (1892 – 1945), 1978 nach der Grablage ihres Mannes erkundigte, wurde sie vom Friedhofsamt an die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg verwiesen. Sein Grab wurde bei der Errichtung der Kriegsgräberstätte nicht berücksichtigt. Angehörige wurden in den Umgang mit den Gräbern ihrer Toten nicht einbezogen.
Das ist ein Brief von der Stadt Lüneburg
an Jadwiga Cichon.
Der Brief ist aus dem Jahr 1978.
Jadwiga Cichon ist die Ehefrau von Jon Cichon.
Er ist in der Anstalt in Lüneburg gestorben.
Jadwiga Cichon will wissen, wo sein Grab ist.
Aber Jon hat kein Grab mehr.
Man hat sein Grab aufgelöst.
Er hat kein Grab
in der Kriegs-Gräber-Stätte bekommen.
Keiner gibt den Familien von den Toten
Infos über die Gräber.
Die Aufarbeitung der Verbrechen dauert bis in die Gegenwart an. Zu Beginn wurden die Morde verschwiegen. Es brauchte viele Jahrzehnte, bis die Verbrechen aufgedeckt und öffentlich sichtbare Zeichen gesetzt wurden. Bis heute erfahren Angehörige oft zum ersten Mal von der Gewalt, die ihren Familienmitgliedern angetan wurde. Seit 2013 werden die Namen der Opfer genannt und ihre Lebensgeschichten aufgeschrieben. Auch deshalb gibt es seit 2025 diese Ausstellung.
ZEICHEN SETZEN UND ANDERS ERINNERN
Auch heute forschen viele Menschen
zu den Verbrechen in der Nazi-Zeit.
Es gibt auch Forschung zum Kranken-Mord und
zur Zwangs-Sterilisation.
Aber vieles aus der Nazi-Zeit
weiß man heute immer noch nicht.
Kurz nach der Nazi-Zeit redet keiner
über die Nazi-Verbrechen.
Keiner denkt an die Opfer von Zwangs-Sterilisation und Kranken-Mord.
Es dauert viele Jahre
• bis man über die Nazi-Verbrechen redet.
• bis man an die Opfer erinnert.
Viele Familien wissen erst heute:
Ein Familien-Mitglied ist Opfer von Nazi-Verbrechen.
Die Familien erfahren erst jetzt,
was damals passiert ist.
Seit dem Jahr 2013 schreibt man
die Namen von den Opfern auf.
Und man erzählt die Lebens-Geschichten
von diesen Menschen.
Darum gibt es seit dem Jahr 2025 diese Ausstellung.
Wir wollen von diesen Menschen und
ihrem Leben erzählen.

Holzkreuz auf dem Anstaltsfriedhof, 1.7.1983.
ArEGL 19.
Mitglieder der Zivilgesellschaft setzten unabhängig von den Bemühungen der Behörde und des Landeskrankenhauses ein Zeichen. Im Frühjahr 1983 stellten sie auf dem Anstaltsfriedhof ein Holzkreuz auf. Da es durch einen Unbekannten errichtet worden war und nicht den Vorstellungen des Ärztlichen Direktors entsprach, wurde das Holzkreuz Anfang Juli 1983 abgebaut und in der Gärtnerei des Landeskrankenhauses aufbewahrt.
Menschen aus Lüneburg wollen an die Opfer
von den Nazi-Verbrechen erinnern.
Darum stellen sie ein Holz-Kreuz auf den Friedhof von der Anstalt.
Das ist im Frühling 1983.
Keiner weiß, wer das Holz-Kreuz aufstellt.
Dem Chef vom Landeskrankenhaus gefällt
das Holz-Kreuz nicht.
Darum baut man es ab.
Ab Juli 1983 steht das Holz-Kreuz in der Gärtnerei vom Landeskrankenhaus.
Das ist ein Foto von dem Holz-Kreuz
vom 1. Juli 1983.
»…. damit sie nicht vergessen werden
Folgen des Faschismus:
zum Gedenken an 300 Kinder, die der
Nazi-Herrschaft zum Opfer fielen.«
Auf dem Holz-Kreuz steht:
Man darf die 300 ermordeten Kinder
aus der Nazi-Zeit nicht vergessen.

Entwurfsskizze von Uwe Mencke, 9.9.1983.
ArEGL 19.
Das Landessozialamt übernahm die Kosten für den Gedenkstein in Höhe von etwa 1.750 DM. Der Entwurf stammte vom Lüneburger Steinmetz Mencke. Bei der Planung und Errichtung beabsichtigte man, ausschließlich der ermordeten Kinder zu gedenken. Die getöteten Erkrankten ausländischer Herkunft, die offiziell auf der Kriegsgräberstätte nebenan lagen, wurden weder in die Überlegungen noch in die Gestaltung einbezogen. Sie blieben völlig unbeachtet.
Das ist eine Zeichnung von einem Gedenkstein
für die Opfer vom Kranken-Mord.
Die Zeichnung zeigt:
So soll der echte Gedenkstein später aussehen.
Man sagt dazu auch: Entwurfs-Zeichnung.
Die Zeichnung ist von dem Steinmetz
Gustav Mencke aus dem Jahr 1983.
Das Landessozialamt bezahlt den Gedenkstein.
Der Gedenkstein ist nur für die Kinder,
die in der Anstalt ermordet wurden.
Aber die Nazis haben auch Kranke
aus anderen Ländern in der Anstalt ermordet.
Für diese Menschen gibt es keinen Gedenkstein.
Keiner denkt an sie.

Gedenkstein am Standort gegenüber des Geräteschuppens nach der Errichtung, 1983.
ArEGL.
Am 20. November 1983 wurde der Gedenkstein auf dem Anstaltsfriedhof eingeweiht. Als Standort wurde ein Platz gegenüber des Geräteschuppens abseits der Hauptwege gewählt. Die Einweihung fand nur im kleinen Kreis der Beschäftigten statt. Es wurden keine Einladungen verschickt.
Am 20. November 1983 stellt man
den Gedenkstein auf.
Der Gedenkstein steht auf dem Friedhof
von der Anstalt vor einem Schuppen.
Es gibt eine Gedenkfeier.
Aber es kommen nur wenige Menschen
zur Gedenkfeier.
Denn es gibt keine Einladung.
Zum Beispiel: für die Familien von den Opfern.
Es kommen nur Mitarbeiter von der Anstalt.

Zeitungsbericht mit dem Titel »Gedenkstein als Mahnung«. Lüneburger Landeszeitung vom 21.11.1983.
ArEGL.

Leserbrief in der Lüneburger Landeszeitung von Margrit Küntzel-Hansen vom 23.11.1983.
ArEGL 19.
Da die Zeitung – informiert über den nicht eingeladenen Arbeitskreis »Machtergreifung« – vorab berichtet hatte, kamen auch Interessierte aus der Stadtbevölkerung zur Einweihung des Gedenksteins. Die Möglichkeit, dass es Familien in der Region gibt, die noch immer um ihre Kinder trauern und denen ein solcher Stein viel bedeuten könnte, zog niemand in Betracht. Die Angehörigen der Ermordeten wurden übergangen.
Das ist ein Leser-Brief
aus der Lüneburger Landeszeitung.
Der Leser-Brief ist von Margit Küntzel-Hansen.
Sie schreibt:
Es gibt jetzt einen Gedenkstein
auf dem Friedhof von der Anstalt.
Und es gab eine Gedenkfeier für die Ermordeten
aus der Nazi-Zeit.
Die Zeitung hat davon geschrieben,
aber es gab keine Einladung.
Darum wussten viele Menschen nichts
von der Gedenkfeier.
Auch viele Familien von den Opfern wussten
nichts davon.
Das ist falsch.
Denn der Gedenkstein ist wichtig für die Familien.
Hier können sie um ihre toten Kinder trauern.
Aber keiner denkt an die Familien.
1999 bildete sich eine AG aus Beschäftigten, Angehörigen von Erkrankten und Mitgliedern der Zivilgesellschaft. Sie erarbeiten eine Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen Bestehen des Landeskrankenhauses. Jürgen Lotze leitete die AG. Er hatte die Vision einer Gedenkstätte. Bei der Sanierung des Wasserturmes 1989 sorgte er dafür, dass auf fünf Ebenen Betondecken eingezogen wurden. Sie sollten eine zukünftige »museale Nutzung« ermöglichen. Sein Nachfolger wurde Sebastian Stierl.
Im Jahr 1999 gibt es eine Arbeits-Gruppe.
In der Arbeits-Gruppe sind:
• Mitarbeiter von der Anstalt
• Familien von Kranken
• Menschen aus Lüneburg
Die Arbeits-Gruppe soll über die Geschichte
von der Anstalt forschen.
Denn die Anstalt wird 100 Jahre alt.
Dazu soll es auch ein Fest geben.
Jürgen Lotze leitet die Arbeits-Gruppe.
Er ist Arzt und Chef von der Anstalt.
Jürgen Lotze möchte eine Gedenkstätte.
Denn viele Menschen sollen sich
an die ermordeten Kranken erinnern.
Die Gedenkstätte soll im Wasser-Turm
von der Anstalt sein.
Darum lässt Jürgen Lotze im Wasser-Turm
5 Etagen einbauen.
Dann kann man später den Wasser-Turm
für eine Ausstellung benutzen.
Sebastian Stierl ist auch Arzt.
Er hilft Jürgen Lotze.
Sebastian Stierl ist später der Nachfolger
von Jürgen Lotze:
Sebastian Stierl ist dann Chef von der Anstalt und leitet die Arbeits-Gruppe.
»[…] der Wassertank kann auch bei musealer Nutzung des Turmes erhalten bleiben. Immerhin stehen dann 5 Geschoßebenen zur Verfügung.«
Handschriftliche Notiz in der Bauakte vom 5.10.1989.
Bauamt der Hansestadt Lüneburg | Kopie ArEGL.
![Es ist ein DIN-A5 Papier, leicht vergilbt. Darauf befindet sich eine handschriftliche Notiz. Die Kernaussage ist: »[…] Ich meine, der Wassertank kann auch bei musealer Nutzung des Turmes erhalten bleiben. Immerhin stehen dann 5 Geschoßebenen zur Verfügung. […]«.](https://k2.gedenkstaette-lg.de/wp-content/uploads/2025/07/05-07-20-01.jpg)
Auszug aus der Bauakte, 1989.
StadtALg, VA2, 5001.

Jürgen Lotze, 2012.
ArEGL.
JÜRGEN LOTZE (1941 – 2020)
Jürgen Lotze stammte aus Sülze und besuchte das Celler Hermann-Billung-Gymnasium. Ab 1962 studierte er Medizin in Marburg, Berlin und Heidelberg. 1969 schloss er das Studium mit einer Doktorarbeit ab, in der er untersuchte, ob sich die soziale Herkunft auf Herz- und Krebsleiden auswirkt.
Als medizinischer Leiter der Drogenberatung »Drobs« in Hannover setzte er zwischen 1972 und 1974 als bundesweit Erster die Ersatzdroge Methadon ein. Zwischen 1974 und 1987 arbeitete er in den Psychiatrien Wehnen und Wunstorf sowie an der Medizinischen Hochschule und der Neurologischen Klinik Hannover. Von 1987 bis 2007 wirkte er am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Lüneburg, in den letzten Jahren als dessen Ärztlicher Direktor.
Er unterstützte sozialpsychiatrische Ansätze und führte die wohnortnahe Versorgung von Erkrankten ein. Ab 1999 war er treibende Kraft für die Gründung einer Gedenkstätte in Lüneburg und ihr stellvertretender Vorsitzender. Zeit seines Lebens setzte er sich für jene ein, die auch innerhalb der Gruppe der psychisch Erkrankten zu den Verletzlichsten zählten.
JÜRGEN LOTZE
Jürgen Lotze ist Arzt.
Er arbeitet 20 Jahre lang in der Anstalt in Lüneburg:
von 1987 bis 2007.
Am Ende ist er der Chef von der Anstalt.
Davor ist er Arzt im Gefängnis.
Und er arbeitet bei der Drogen-Beratung.
Dort hilft er Menschen,
die süchtig nach Drogen sind.
Er ist der erste Arzt in Deutschland,
der eine Ersatz-Droge verschreibt.
Jürgen Lotze ist ein guter Arzt.
Er kümmert sich um die besonders schwer Kranken.
Er kümmert sich um die Menschen,
um die sich sonst keiner kümmert.
Jürgen Lotze sagt auch:
Menschen mit seelischen Krankheiten brauchen
eine gute Versorgung in der Nähe vom Wohnort.
Er setzt sich dafür ein.
Ab dem Jahr 1999 forscht er
über die Kranken-Morde in der Nazi-Zeit.
Er will wissen:
Was ist in der Anstalt in Lüneburg passiert?
Dafür gründet er eine Arbeits-Gruppe.
Und er gründet
die Euthanasie-Gedenkstätte Lüneburg.
Er ist auch Gründer vom Verein
Euthanasie-Gedenkstätte Lüneburg.
Er ist der zweite Chef vom Verein.
Jürgen Lotze stirbt im Jahr 2020.

Psychiatrie im »Dritten Reich« in Niedersachsen. Begleitmaterial zur Wanderausstellung.
ArEGL.
Die AG bekam Unterstützung von Raimond Reiter, der zur gleichen Zeit das Projekt »Psychiatrie im Dritten Reich in Niedersachsen« abschloss. Seine Wanderausstellung wurde 1997 in der Volkshochschule Hannover eröffnet und ein letztes Mal 2020 in der Psychiatrie Wunstorf gezeigt. Der Forschungsstand war nicht mehr aktuell. Die Betroffenen wurden würdelos dargestellt, und die Erzählweise griff die Diskriminierung aus der Zeit des Nationalsozialismus auf.
Raimond Reiter ist Wissenschaftler.
Er hilft der Arbeits-Gruppe bei der Forschung.
Denn er forscht über den Kranken-Mord
in der Nazi-Zeit in Niedersachsen.
Darüber macht er auch eine Ausstellung.
Die Ausstellung eröffnet im Jahr 1997 in Hannover.
Die Ausstellung kann man auch
in vielen anderen Städten ansehen.
Nach dem Jahr 2020 zeigt man die Ausstellung nicht mehr.
Denn es gibt neuere Forschung
zum Kranken-Mord in der Nazi-Zeit.
Und man denkt heute anders
über Menschen mit Behinderung oder Krankheiten.
Alle Menschen sind gleich viel wert.
Es ist egal, ob sie eine Behinderung oder eine Krankheit haben.
Der Kranken-Mord in der Nazi-Zeit ist
ein großes Verbrechen.
So etwas darf nie wieder passieren.
Dieses Schild wurde von einem Unbekannten vor dem ehemaligen Badehaus am Wasserturm aufgestellt, als es für eine zukünftige Nutzung als Gedenkstätte umgebaut wurde.
Das ist ein Foto aus dem Jahr 2003.
Auf dem Foto sieht man ein Schild.
Das Schild steht vor der Baustelle
von der Gedenkstätte.
Auf dem Schild steht:
Hier entsteht die Gedenkstätte.
Keiner weiß, wer das Schild aufgestellt hat.
Aber das Schild zeigt:
Die Menschen in Lüneburg finden
eine Gedenkstätte wichtig?

Baustellen-Schild vor der zukünftigen Gedenkstätte, um 2003.

Hanna Thiele, etwa 1938.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 Nr. 435.

Zeitungsbericht aus der Lüneburger Landeszeitung vom 26.11.2004.
ArEGL.
Am 24. November 2004 wurde die »Bildungs- und Gedenkstätte ›Opfer der NS-Psychiatrie‹« eingeweiht. Basis war die Wanderausstellung »Psychiatrie im Dritten Reich in Niedersachsen« mit Behördenunterlagen und Krankenakten. Der Mord an den Erkrankten ausländischer Herkunft wurde nicht thematisiert, auch Pflegende und Familien kamen nicht vor. Berichte oder Erinnerungsstücke von Zeitzeugen und Angehörigen flossen nicht in die Ausstellungsinhalte ein.
Für das Faltblatt wählte die AG ein Foto aus der Krankenakte von Hanna Thiele (1932 – 1944) aus. In der Ausstellung wurde sie nur als ein »Kind der Kinderfachabteilung« beschrieben, das am 26. Januar 1944 ermordet worden war. Mehr erfuhren die Besucher*innen nicht über die Opfer.
Am 24. November 2004 eröffnet die Gedenkstätte.
In der ersten Ausstellung von der Gedenkstätte
gibt es
• viele Kranken-Akten und
• Unterlagen aus Ämtern.
Es geht um die Medizin-Verbrechen
in Niedersachsen in der Nazi-Zeit.
In der Ausstellung geht es nicht
• um Opfer vom Kranken-Mord
aus anderen Ländern.
• um die Familien von den Opfern.
• um die Pfleger von der Anstalt.
Die Familien von den Opfern helfen nicht
mit bei der Ausstellung.
Denn man fragt sie nicht, ob sie mitmachen wollen.
Das ist schade.
Vielleicht haben sie wichtige Infos zu den Opfern.
In der Ausstellung schreibt man keine Namen
von den Opfern.
Zum Beispiel:
Man zeigt ein Foto von einem Kind
aus der Kinder-Fachabteilung.
Man sagt nicht: Das ist Hanna Thiele.
Darum bleibt sie fremd für die Besucher
von der Ausstellung.
Es gibt keine persönlichen Infos über sie.
Das ist das Faltblatt zur Ausstellung.
mit einem Foto von Hanna Thiele.
Das ist ein Zeitungs-Bericht zur Eröffnung
von der Gedenkstätte aus dem Jahr 2004.
ZEICHEN SETZEN UND ANDERS ERINNERN
Nach 2012 hat sich das Erinnern und Gedenken an die Opfer von Zwangssterilisation und Krankenmord grundlegend verändert. Der Persönlichkeitsschutz heute noch lebender Angehöriger wird dem würdevollen Erinnern und Gedenken nachgeordnet. Angehörige sind einbezogen in die Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte der Lüneburger Medizinverbrechen. Die Geschichte ist für alle Menschen zugänglich. Die Angebote der Gedenkstätte beziehen Menschenrechte für Menschen mit Behinderungen ein.
Ab dem Jahr 2012 verändert man die Gedenkstätte.
Man schreibt jetzt die Namen von den Opfern auf.
Man redet mit den Familien und
bekommt mehr Infos über die Opfer.
Man macht die Gedenkstätte barrierefrei.
Denn alle Menschen sollen die Gedenkstätte
gut besuchen können.
Und alle Menschen sollen Infos
über die Nazi-Verbrechen bekommen können.
Das ist ein Menschen-Recht.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 6.7.2013, S. 17.

Harburger Rundschau vom 3.7.2013, S. 3.
ArEGL 163-2.
Die Namen von Opfern werden genannt. Auslöser war die Suche nach Angehörigen von zwölf Kindern, deren Gehirnüberreste 2013 beigesetzt werden sollten. Um den Angehörigen die Teilnahme an der Bestattung der sterblichen Überreste zu ermöglichen, wurden erstmals Opfer-Namen veröffentlicht. So konnten Angehörige von neun der zwölf Familien gefunden werden.
Das sind Zeitungs-Berichte aus dem Jahr 2013.
Darin stehen die Namen von 12 Opfern
vom Kranken-Mord in Lüneburg.
Die 12 Opfer sind Kinder.
Die Nazis haben diesen Kindern
die Gehirne rausgenommen.
Im Jahr 2013 will man die Gehirne
von den Kindern beerdigen.
Die Gedenkstätte sucht die Familien
von den Kindern.
Die Familien sollen bei der Beerdigung dabei sein.
Man findet 9 Familien.
Das ist eine Zeichnung aus dem Jahr 2013.
Auf der Zeichnung ist ein Gedenkort
für einen Friedhof.
Die Zeichnung zeigt:
So kann der Gedenkort auf dem Friedhof
in Lüneburg aussehen.

Gestaltungsentwurf der Gedenkanlage auf dem Friedhof Nord-West (ehemaliger Anstaltsfriedhof) vom 24.6.2013, in: Lüneburger Landeszeitung vom 26.6.2013, S. 5.
ArEGL.

Öffentliche Gedenkfeier mit Bestattung von Gehirnpräparaten in Anwesenheit von Angehörigen, 25.8.2013.
ArEGL 224.

Gedenkanlage auf dem Friedhof Nord-West, 2019.
ArEGL 230.
Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof wurde eine Gedenkanlage geschaffen. Es gibt öffentliche Gedenkfeiern. In jedem Jahr wird ein anderer thematischer Schwerpunkt gesetzt. In das Programm sind oft Schüler*innen eingebunden.
Das ist ein Foto von dem Gedenkort
auf dem Friedhof Nord-West in Lüneburg.
Das ist der alte Friedhof von der Anstalt.
Einmal im Jahr gibt es hier eine Gedenkfeier.
Oft machen Schüler bei der Planung
von der Feier mit.
Das ist ein Foto von der Gedenkfeier im Jahr 2013.
Bei dieser Gedenkfeier hat man
Gehirne von ermordeten Kindern beerdigt.
Die Lebenshilfe Lüneburg hat eine Theater-Gruppe.
Die Theater-Gruppe heißt: Weltenbrecher.
Das ist ein Foto von einer Aufführung
von den Welten-Brechern aus dem Jahr 2018.

Theateraufführung der Theatergruppe »Die Weltenbrecher« der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, Gedenkfeier 2018.
ArEGL 229.

Gräberfeld mit Gräbern von Erkrankten aus dem Landeskrankenhaus 1976 bis 1982, 2016.
ArEGL.
Ein Gräberfeld mit Gräbern von 1976 bis 1982 auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof sowie Gräber von Opfern auf dem Lüneburger Zentralfriedhof stehen unter Schutz. Ein Ehrenhain wurde als Landschaftsdenkmal anerkannt und wird dauerhaft erhalten.
Viele Ermordete sind begraben.
Auf dem Friedhof von der Anstalt.
Heute heißt der Friedhof: Friedhof Nord-West.
Es gibt nur noch wenige alte Gräber.
Sie sind von Toten.
Die sind zwischen 1976 und 1982 gestorben.
Diese Gräber bleiben erhalten.
Die Gedenkstätte bietet Workshops und Seminare an und ist auch ein Ort mehrtägiger internationaler Begegnungen. Die Angebote sind für alle Menschen zugänglich und finden im Bildungszentrum für Menschenrechte, Sozialpsychiatrie und Begegnung statt, das 2019 und 2020 im alten Gärtnerhaus errichtet wurde. Alle Angebote haben ein gutes, wertvolles Leben von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen zum Ziel. Dafür wurde die Gedenkstätte 2022 vom Niedersächsischen Kultusministerium als »Lernort Demokratiebildung« ausgezeichnet.
Die Gedenkstätte Lüneburg hat heute
viele Angebote.
Zum Beispiel:
• Workshops
• Seminare
• Fortbildungen
• Begegnungen mit Gruppen aus dem Ausland
Darum geht es bei den Angeboten:
Menschen mit Behinderungen und
seelischen Krankheiten sollen ein gutes Leben haben.
Die Gedenkstätte ist ein Lern-Ort.
Hier kann man etwas lernen über
• Demokratie.
• Menschen-Rechte.
• Begegnung mit anderen Menschen.

Teilnehmende einer mehrtägigen »Inklusionsschulung«, Frühjahr 2013.
ArEGL.

Bildungszentrum für Menschenrechte, Sozialpsychiatrie und Begegnung, August 2020. Fotografin Anne Meyer.
Psychiatrische Klinik Lüneburg.

Ehrenamtliche beim Abhängen der Dauerausstellung von 2004, 26.11.2021.
ArEGL 238.
Der Trägerverein wird 2015 gegründet. Mitglieder werden Menschen und Einrichtungen aus der Zivilgesellschaft. 2016 wird eine Lehrkraft für die Gedenkstätte abgeordnet. Seit 2017 wird die Gedenkstättenarbeit zusätzlich von Honorarkräften unterstützt. 2022 wird eine Gemeinnützige GmbH gegründet, deren einzige Gesellschafterin der gemeinnützige Verein ist. Viele Ehrenamtliche engagieren sich zivilgesellschaftlich. Die 1999 gegründete AG trifft sich mehrmals im Jahr und unterstützt die Gedenkstättenarbeit aktiv.
In diesen Jahren sind wichtige Dinge
in der Gedenkstätte passiert:
Seit dem Jahr 2015 gibt es einen Verein.
Der Verein kümmert sich um die Gedenkstätte.
Seit dem Jahr 2016 arbeitet ein Lehrer
in der Gedenkstätte.
Seit dem Jahr 2017 arbeiten freie Mitarbeiter
für die Gedenkstätte.
Seit dem Jahr 2022 ist die Gedenkstätte eine Firma.
Die Firma gehört dem Verein.
Aber die Firma darf keinen Gewinn machen.
Man darf mit der Gedenkstätte
also kein Geld verdienen.
Es geht um die Erinnerung an die Verbrechen
in der Nazi-Zeit.
Die Arbeits-Gruppe von der Gedenkstätte trifft sich seit dem Jahr 1999.
Sie trifft sich einmal im Jahr.
Die Mitglieder helfen bei der Arbeit
in der Gedenkstätte.
Sie bekommen für Ihre Arbeit kein Geld.
Seit 2019 bildet die Gedenkstätte in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Lüneburg Schüler*innen-Guides aus, die die Geschichte Lüneburgs im Nationalsozialismus auf Stadtrundgängen vermitteln. Seit 2023 bieten Schüler*innen-Guides auch Rundgänge auf dem Gelände der Psychiatrischen Klinik zu den Lüneburger Medizin-Verbrechen an.
Die Mitarbeiter von der Gedenkstätte machen Führungen über das Gelände von der Anstalt.
Sie erzählen den Besuchern,
was in der Nazi-Zeit hier passiert ist.
Seit dem Jahr 2019 machen das auch Schüler
von einer Lüneburger Schule.
Die Mitarbeiter von der Gedenkstätte bringen
den Schülern das bei.
Die Schüler machen eine Prüfung.
Danach heißen sie: Schüler-Guides.
Das spricht man: gaidz.

1. Jahrgang Schüler*innen-Guides des Gymnasiums Herderschule, 2023.
ArEGL.

Die Sonderausstellung GESCHWISTER war die erste, die gleichzeitig analog und digital veröffentlicht wurde, 24.11.2021.
ArEGL.
Seit 2021 gibt es einen virtuellen Ausstellungsraum, in dem die Sonderausstellungen barrierefrei zugänglich sind. Seit 2022 sind alle Angebote über eine Medienstation verfügbar.
Seit dem Jahr 2021 gibt es Ausstellungen
von der Gedenkstätte im Internet.
Seit dem Jahr 2022 gibt es alle Angebote
von der Gedenkstätte auf einer Medien-Station.
Im Jahr 2021 gibt es eine Sonderausstellung
von Gedenkstätte.
Die Sonderausstellung heißt: Geschwister.
Die Sonderausstellung ist im Internet und
in den Räumen von der Gedenkstätte.
Im Zuge der Erarbeitung einer neuen Dauerausstellung wurden noch viele für die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg bedeutsame Dinge und Unterlagen gefunden, gesammelt und in unserem Archiv eingelagert. Vieles davon ist in diese Ausstellung eingeflossen.
Man hat viele Dinge gefunden als man an der Ausstellung gearbeitet hat.
Zum Beispiel: Dinge und Unterlagen.
Sie erzählen die Geschichte von der Anstalt.
Zum Beispiel:
Dieser Rollstuhl ist sehr alt.
Er heißt Handhebel-Fahrstuhl.
Der Stuhl ist aus der Anstalt.
Man findet ihn in Haus 17 im Herbst 2023.

Der Handhebelfahrstuhl wurde im Herbst 2023 im Kriechkeller in Haus 17 gefunden.
ArEGL.

ArEGL.
Im Zuge einer geplanten Neugestaltung der Kriegsgräberstätte im Frühjahr 2025 wurde beim Öffnen einzelner Gräber festgestellt, dass viele Gräber auf der Kriegsgräberstätte Scheingräber waren. Die gefundenen sterblichen Überreste stimmten nicht mit dem Belegungsplan überein. Damit wurde die Kriegsgräberstätte in Frage gestellt und begann die Suche nach den Gräbern.
Im Jahr 2025 will man die Kriegsgräber-Stätte
in Lüneburg neu machen.
Darum gibt es Arbeiten in der Erde.
Man macht einige Gräber auf.
Und man merkt:
In den Gräbern liegen keine Toten.
Die Gräber sind leer.
Man soll denken,
dass dort Opfer vom Kranken-Mord beerdigt sind.
Aber das stimmt nicht.
Darum sind es gar keine echten Gräber.
Es waren auch nie Gräber.
Am 31. August 2025 wurde im ehemaligen Badehaus am Wasserturm ein Dokumentationszentrum eröffnet. Die Dauerausstellung »LEBENSWERT« zeigt, wie das damalige DENKEN, ENTSCHEIDEN und HANDELN war. Besucher*innen können im Raum GEDENKEN Informationen zu jedem bisher bekannten Menschen finden, der Opfer von Sterilisation und Krankenmord wurde.
Seit dem 31. August 2025 gibt es auf dem Gelände ein Dokumentations-Zentrum.
Es ist im Badehaus vom Wasser-Turm
von der Anstalt.
Das Dokumentations-Zentrum ist wie ein Museum.
Es gibt dort eine Ausstellung.
Die Ausstellung heißt: LEBENSWERT
In der Ausstellung geht es um
die Nazi-Verbrechen in der Anstalt.
Die Ausstellung zeigt:
Wie denken, entscheiden und handeln
die Menschen in der Nazi-Zeit und danach.
Es gibt viele Infos zu den Opfern vom Kranken-Mord und von der Zwangs-Sterilisation.
Die Namen und die Geschichten von den Opfern
sind aufgeschrieben.
Man kann hier an die Opfer
von den Nazi-Verbrechen denken.

DEALING WITH THE GRAVES

Letter from the cemetery office of the city of Lüneburg to the former sanatorium and nursing home Lüneburg dated 2 October 1957.
StadtALg, VA2, 5001.
In France, the Netherlands and Italy, the dead of the Lüneburg sanatorium and nursing home were recognised as victims of National Socialism. Their bodies were reburied between 1949 and 1957. The French and Dutch war dead were repatriated. The Italian Mariano Tedeschi was transferred to the Hamburg-Öjendorf cemetery.
Leonardus Adrianus Krol (1918 – 1945) from Noordwijk was a baker. He had fled to the German Reich to seek safety from the approaching Western Front. As he could not be treated in Bremen due to the bombing, he came to Lüneburg and was admitted to the »Ausländersammelstelle« on 8 January 1945. He was dead within three months.

Transcript of the reburial of the Dutchman Leonardus Adrianus Krol on 15 October 1953.
StadtALg, VA2, 5001.

List of prisoners of war of French nationality buried in the cemetery of the state sanatorium and nursing home in Lüneburg before 1949.
StadtALg, VA2, 5001.
Pierre Adam (1908 – 1945) from Paris is one of the reburied French dead. He was a prisoner of war. He was admitted to the Lüneburg sanatorium and nursing home on 9 May 1945 and died after four days. He was transferred to France in 1949.

Rudolf Redepenning at the memorial service on the occasion of the 50th anniversary of the Lüneburg sanatorium and nursing home, summer 1951.
ArEGL 159-2.
The first commemoration of the dead after 1945 at the former Lüneburg sanatorium and nursing home took place on the occasion of the 50th anniversary of the institution. In the 1930s, a memorial stone was erected between House 9 and House 34 for those who died in the First World War. It was used in 1951 to also commemorate the fallen of the Second World War. In contrast, for decades there was no memorial stone for those murdered in the institutional cemetery.

Detail from an aerial photograph, institutional cemetery, 13 April 1963, from: Aerial photograph Bildflug Lüneburg-Barum (224), picture No. 3/142.
StadtALg, BS, Pos-Gr-3822.

Grave of Rudolf Redepenning, 2025.
Photographer Mathias Mensch.
ArEGL.
Before 1963, a grove of honour was laid out in the hospital cemetery, presumably for the victims of the murder of patients in the Lüneburg sanatorium and nursing home. When Rudolf Redepenning died in 1967, he was buried there. All of the victims‘ graves were still there. He was jointly responsible for the deaths of some of them. The site is now a memorial.

Extract from the list of graves (§ 6 letter e of the War Graves Act of 27 May 1952) for the cemetery of the former Lüneburg sanatorium and nursing home dated 3 February 1954.
StadtALg, VA2, 5001.
From 1975 onwards, hundreds of graves of the victims of infanticide and post-war psychiatry were covered over after their 25-year resting period had expired. Nobody was interested in the results of the public prosecutor’s investigations and the resulting requirement to preserve all the graves. The cemetery office at the time thus violated the War Graves Act.

Else Wehde at the grave of her son Fritz Wehde, after 1945. The grave disappeared in the 1970s.
Privatbesitz Uta Wehde.
When Fritz Wehde’s grave, like the other 300 gravesites of children and young people, was closed, his parents were deprived of their only place of mourning.
In 1975, a war cemetery was created with mock graves for 50 »euthanasia« victims. Their reburials were predetermined but never took place. In addition, 35 graves of dead who were not the designated »euthanasia« victims were included. The relevant list of graves was falsified. The site was never publicly inaugurated. Even after its construction, there was no public commemoration there until 2013.

Letter from the City of Lüneburg to the District President dated 15 September 1975.
Cemetery Office of the Hanseatic City of Lüneburg, loose-leaf collection, copy ArEGL.

StadtALg, VA2, 5001.
Survey for the construction of a war cemetery on the former hospital cemetery dated 12 September 1975. The gardening work was carried out by the nursery of the state hospital. Some of the patients at the time were also involved.
The simple grounds (lawn with a double row of graves, pillow stones for »single graves«) were given a hedge and a wooden cross with the inscription »1933 – 1945«. In this form, the site was easy to mow and cost hardly any money.

High cross of the war cemetery in the North-West Cemetery, 2014.

Rows of graves with mock graves as part of the war cemetery at the North-West Cemetery, 2014.
ArEGL.

Letter (draft) from the cemetery office of the city of Lüneburg to Jadwiga Cichon dated 4 July 1978.
StadtALg, VA2, 5001.
When Jadwiga Cichon, the wife of Jon Cichon (1892 – 1945), enquired about the location of her husband’s grave in 1978, the cemetery office referred her to the former sanatorium and nursing home in Lüneburg. His grave was not taken into account when the war cemetery was established. Relatives were not involved in dealing with the graves of their dead.
The investigation into the crimes continues to the present day. Initially, the murders were concealed. It took many decades before the crimes were uncovered and publicly visible signs were set. To this day, relatives often learn for the first time about the violence inflicted on their family members. Since 2013, the names of the victims have been named and their life stories written down. This is one of the reasons why this exhibition has existed since 2025.

Wooden cross at the institutional cemetery, 1 July 1983.
ArEGL 19.
Members of civil society set an example independently of the efforts of the authorities and the state hospital. In spring 1983, they erected a wooden cross in the hospital cemetery. As it had been erected by an unknown person and did not meet the expectations of the medical director, the wooden cross was dismantled at the beginning of July 1983 and stored in the nursery of the state hospital.
»…. so that they are not forgotten
Consequences of fascism:
In memory of 300 children who were
victims of Nazi rule.«

Design sketch by Uwe Mencke, 9 September 1983.
ArEGL 19.
The state social welfare office covered the cost of the memorial stone, which totalled around DM 1,750. The design came from the Lüneburg stonemason Mencke. When planning and erecting the memorial, the intention was to commemorate only the murdered children. The victims of foreign origin, who were officially buried at the war cemetery next door, were neither considered nor included in the design. They were completely ignored.

Memorial stone at the site opposite the tool shed after its erection, 1983.
ArEGL.
On 20 November 1983, the memorial stone was unveiled at the prison cemetery. A place opposite the tool shed away from the main paths was chosen as the location. The inauguration only took place in a small circle of employees. No invitations were sent out.

Newspaper report with the title »Memorial stone as a reminder«. Lüneburger Landeszeitung from 21 November 1983.
ArEGL.

Letter to the editor in the Lüneburger Landeszeitung by Margrit Küntzel-Hansen from 23 November 1983.
ArEGL 19.
As the newspaper – informed about the uninvited »Machtergreifung« working group – had also reported in advance, interested members of the town’s population also attended the dedication of the memorial stone. Nobody considered the possibility that there are families in the region who are still mourning their children and for whom such a stone could mean a lot. The relatives of those murdered were ignored.
In 1999, a working group was formed consisting of employees, relatives of patients and members of civil society. They are working on an anniversary edition to mark the 100th anniversary of the state hospital. Jürgen Lotze headed the working group. He had the vision of a memorial. During the renovation of the water tower in 1989, he ensured that concrete ceilings were installed on five levels. They were intended to enable future »museum use«. His successor was Sebastian Stierl.
»[…] the water tank can be retained even if the tower is used as a museum. After all, there are then 5 storeys available.«
Handwritten note in the building file dated 5 October 1989.
Building authority of the Hanseatic City of Lüneburg | Copy ArEGL.
![It is DIN A5 paper, slightly yellowed. There is a handwritten note on it. The key message is: "[...] I think the water tank can be retained even if the tower is used as a museum. After all, there are then 5 storey levels available. [...]".](https://k2.gedenkstaette-lg.de/wp-content/uploads/2025/07/05-07-20-01.jpg)
Extract from the building file, 1989.
StadtALg, VA2, 5001.

Jürgen Lotze, 2012.
ArEGL.
JÜRGEN LOTZE (1941 – 2020)
Jürgen Lotze came from Sülze and attended the Hermann-Billung-Gymnasium in Celle. From 1962, he studied medicine in Marburg, Berlin and Heidelberg. In 1969, he completed his studies with a doctoral thesis in which he investigated whether social background has an effect on heart disease and cancer.
As medical director of the drug counselling service „Drobs“ in Hanover, he was the first person in Germany to use the substitute drug methadone between 1972 and 1974. Between 1974 and 1987, he worked in the Wehnen and Wunstorf psychiatric hospitals and at the Hanover Medical School and Neurological Clinic. From 1987 to 2007, he worked at the Lower Saxony State Hospital in Lüneburg, in recent years as its Medical Director.
He supported social psychiatric approaches and introduced localised care for patients. From 1999, he was the driving force behind the founding of a memorial centre in Lüneburg and its deputy chairman. Throughout his life, he stood up for those who were among the most vulnerable within the group of mentally ill people.

Psychiatry in the »Third Reich« in Lower Saxony. Accompanying material to the travelling exhibition.
ArEGL.
The working group received support from Raimond Reiter, who completed the project »Psychiatry in the Third Reich in Lower Saxony« at the same time. His travelling exhibition was opened in 1997 at the Hanover Adult Education Centre and shown for the last time in 2020 at Wunstorf Psychiatric Hospital. The state of research was no longer up to date. The people affected were portrayed without dignity and the narrative picked up on the discrimination from the National Socialist era.
This sign was erected by an unknown person in front of the former bathhouse at the water tower when it was converted for future use as a memorial site.

Construction site sign in front of the future memorial, around 2003.
ArEGL 163-2.

Hanna Thiele, around 1938.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 No. 435.

Newspaper report from the Lüneburger Landeszeitung of 26 November 2004.
ArEGL.
The »Educational and Memorial Site ‚Victims of Nazi Psychiatry’« was inaugurated on 24 November 2004. It was based on the travelling exhibition »Psychiatry in the Third Reich in Lower Saxony« with official documents and medical records. The murder of patients of foreign origin was not addressed, nor were carers and families mentioned. Reports or memorabilia from contemporary witnesses and relatives were not included in the exhibition content.
The working group selected a photo from the medical file of Hanna Thiele (1932 – 1944) for the leaflet. In the exhibition, she was only described as a »child of the children’s ward« who had been murdered on 26 January 1944. The visitors learnt nothing more about the victims.
SETTING AN EXAMPLE AND REMEMBERING DIFFERENTLY
After 2012, the remembrance and commemoration of the victims of forced sterilisation and the murder of the sick has changed fundamentally. The protection of the privacy of relatives still alive today is subordinated to dignified remembrance and commemoration. Relatives are involved in the reappraisal and communication of the history of the Lüneburg medical crimes. The history is accessible to everyone. The memorial’s programmes include human rights for people with disabilities.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung from 6 July 2013, p. 17.

Harburger Rundschau from 3 July 2013, p. 3.
ArEGL 163-2.
The names of victims are mentioned. This was triggered by the search for relatives of twelve children whose brain remains were to be buried in 2013. In order to enable the relatives to attend the burial of the mortal remains, the names of the victims were published for the first time. As a result, relatives of nine of the twelve families were found.

Design draft of the memorial complex at the North-West Cemetery (former institutional cemetery) from 24 June 2013, in: Lüneburger Landeszeitung from 26 June 2013, p. 5.
ArEGL.

Public memorial service with burial of brain specimens in the presence of relatives, 25 August 2013.
ArEGL 224.

Memorial at the North-West Cemetery, 2019.
AArEGL 230.
A memorial complex was created at the former institutional cemetery. There are public memorial ceremonies. A different thematic focus is set each year. Pupils are often involved in the programme.

Theatre performance by the »Die Weltenbrecher« theatre group from Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, commemoration 2018.
ArEArEGL 229.

Cemetery with graves of patients from the state hospital from 1976 to 1982, 2016.
AArEGL.
A cemetery with graves from 1976 to 1982 in the former institutional cemetery and the graves of victims in Lüneburg’s central cemetery are under protection. A grove of honour has been recognised as a landscape monument and will be permanently preserved.
The memorial centre offers workshops and seminars and is also a venue for international meetings lasting several days. The offers are open to everyone and take place in the educational centre for human rights, social psychiatry and encounters, which was built in the old gardener’s house in 2019 and 2020. All of the programmes are aimed at helping people with disabilities and mental illnesses to live a good, valuable life. In 2022, the memorial was honoured by the Lower Saxony Ministry of Culture as a »place of learning for democracy education«.

Participants in a multi-day »inclusion training course«, spring 2013.
ArEGL.

Educational Centre for Human Rights, Social Psychiatry and Encounter, August 2020, photographer Anne Meyer.
Psychiatric Clinic Lüneburg.

Volunteers taking down the permanent exhibition from 2004, 26.11.2021.
ArEGL 238.
The supporting organisation is founded in 2015. People and organisations from civil society become members. A teacher is seconded to the memorial centre in 2016. Since 2017, the memorial work has also been supported by freelance staff. In 2022, a non-profit limited company is founded, whose sole shareholder is the non-profit association. Many volunteers are involved in civil society work. The working group founded in 1999 meets several times a year and actively supports the memorial work.
Since 2019, the memorial has been training schoolgirl guides in cooperation with the Lüneburg History Workshop, who convey the history of Lüneburg under National Socialism on city tours. Since 2023, student guides have also been offering tours of the Lüneburg medical crimes on the grounds of the psychiatric clinic.

Pupil Guides of the grammar school Herderschule, 2023.
ArEGL.

The special exhibition GESCHWISTER was the first to be published simultaneously in analogue and digital form, 24.11.2021.
ArEGL.
Since 2021, there has been a virtual exhibition space in which the special exhibitions are accessible without barriers. Since 2022, all offers have been available via a media station.
In the course of developing a new permanent exhibition, many items and documents of significance to the history of the Lüneburg sanatorium and nursing home were found, collected and stored in our archive. Much of this has been incorporated into this exhibition.

he hand lever lift was found in the crawl space in house 17 in autumn 2023.
ArEGL.

ArEGL.
In the course of a planned redesign of the war cemetery in spring 2025, it was discovered when opening individual graves that many graves on the war cemetery were mock graves. The mortal remains found did not match the occupancy plan. This called the war cemetery into question and the search for the graves began.
On 31 August 2025, a documentation centre was opened in the former bathhouse at the water tower. The permanent exhibition »LEBENSWERT« shows how people THOUGHT, DECIDED and ACTED back then. Visitors can find information on every known victim of sterilisation and infanticide in the MEMORIAL room.

POSTĘPOWANIE Z GROBAMI

Pismo z urzędu cmentarnego miasta Lüneburg do byłego sanatorium i domu opieki Lüneburg z dnia 2 października 1957 r.
StadtALg, VA2, 5001.
We Francji, Holandii i Włoszech zmarli z sanatorium i domu opieki w Lüneburgu zostali uznani za ofiary narodowego socjalizmu. Ich ciała zostały ponownie pochowane w latach 1949-1957. Francuscy i holenderscy zmarli w czasie wojny zostali repatriowani. Włoch Mariano Tedeschi został przeniesiony na cmentarz Hamburg-Öjendorf.
Leonardus Adrianus Krol (1918–1945) z Noordwijk był piekarzem. Aby uciec przed zbliżającym się frontem zachodnim, uciekł do Rzeszy Niemieckiej. Ponieważ nie można było go leczyć w Bremie z powodu bombardowań, trafił do Lüneburga i 8 stycznia 1945 r. został przyjęty do »Ausländersammelstelle« (ośrodka dla cudzoziemców). W ciągu trzech miesięcy zmarł.

Zapis ponownego pochówku Holendra Leonardusa Adrianusa Krola w dniu 15 października 1953 r.
StadtALg, VA2, 5001.

Lista jeńców wojennych narodowości francuskiej pochowanych na cmentarzu państwowego sanatorium i domu opieki w Lüneburgu przed 1949 r.
StadtALg, VA2, 5001.
Pierre Adam (1908 – 1945) z Paryża jest jednym z ponownie pochowanych francuskich zmarłych. Był jeńcem wojennym. Został przyjęty do sanatorium i domu opieki w Lüneburgu 9 maja 1945 r. i zmarł po czterech dniach. Został przeniesiony do Francji w 1949 roku.

Rudolf Redepenning podczas nabożeństwa żałobnego z okazji 50-lecia sanatorium i domu opieki w Lüneburgu, lato 1951 r.
ArEGL 159-2.
Pierwsze upamiętnienie zmarłych po 1945 r. w dawnym sanatorium i domu opieki w Lüneburgu odbyło się z okazji 50-lecia instytucji. W latach trzydziestych między domem 9 a domem 34 wzniesiono kamień pamiątkowy dla poległych w pierwszej wojnie światowej. W 1951 r. wykorzystano go również do upamiętnienia poległych w II wojnie światowej. W przeciwieństwie do tego, przez dziesięciolecia nie było kamienia pamiątkowego dla zamordowanych na cmentarzu instytucjonalnym.

Fragment zdjęcia lotniczego, cmentarz instytucjonalny, 13 kwietnia 1963 r., z: Zdjęcie lotnicze Bildflug Lüneburg-Barum (224), zdjęcie nr 3/142.
StadtALg, BS, Pos-Gr-3822.

Grób Rudolfa Redepenninga, 2025 r.
Autor zdjęć Mathias Mensch.
ArEGL.
Przed 1963 r. na cmentarzu szpitalnym założono gaj honorowy, prawdopodobnie dla ofiar zabójstw pacjentów sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Kiedy Rudolf Redepenning zmarł w 1967 roku, został tam pochowany. Wszystkie groby ofiar wciąż tam były. Był on współodpowiedzialny za śmierć niektórych z nich. Miejsce to jest obecnie pomnikiem.

Wyciąg z listy grobów (§ 6 lit. e ustawy o grobach wojennych z dnia 27 maja 1952 r.) dla cmentarza byłego sanatorium i domu opieki w Lüneburgu z dnia 3 lutego 1954 r.
StadtALg, VA2, 5001.
Od 1975 r. setki grobów ofiar dzieciobójstwa i powojennej psychiatrii zostało zasypanych po upływie 25-letniego okresu spoczynku. Nikt nie był zainteresowany wynikami śledztw prokuratorskich i wynikającym z nich wymogiem zachowania wszystkich grobów. W ten sposób ówczesne biuro cmentarne naruszyło ustawę o grobach wojennych.

Else Wehde przy grobie swojego syna Fritza Wehde, po 1945 r. Grób zniknął w latach 70. XX w.
Prywatna własność Uta Wehde.
Kiedy grób Fritza Wehde, podobnie jak pozostałe 300 grobów dzieci i młodzieży, został zamknięty, jego rodzice zostali pozbawieni jedynego miejsca żałoby.
W 1975 roku utworzono cmentarz wojenny z fałszywymi grobami 50 ofiar »eutanazji«. Przeniesienie ich szczątków zostało nakazane, ale nigdy nie doszło do skutku. Ponadto uwzględniono 35 grobów osób, które nie były ofiarami »eutanazji«. Lista grobów została sfałszowana. Cmentarz nigdy nie został publicznie poświęcony. Nawet po jego utworzeniu do 2013 roku nie odbywały się tam żadne publiczne uroczystości upamiętniające.

Pismo miasta Lüneburg do prezydenta okręgu z dnia 15 września 1975 r.
Biuro Cmentarne Hanzeatyckiego Miasta Lüneburg, zbiór luźnych kart, kopia ArEGL.

StadtALg, VA2, 5001.
Ankieta dotycząca budowy cmentarza wojennego na byłym cmentarzu szpitalnym z dnia 12 września 1975 r. Prace ogrodnicze zostały wykonane przez przedszkole szpitala państwowego. W prace zaangażowani byli również niektórzy ówcześni pacjenci.
Prosty obiekt (trawnik z dwoma rzędami grobów, kamienne poduszki dla »grobów pojedynczych«) został otoczony żywopłotem i drewnianym krzyżem z napisem »1933–1945«. W tej formie obiekt był łatwy do koszenia i nie generował prawie żadnych kosztów.

Wysoki krzyż cmentarza wojennego na Cmentarzu Północno-Zachodnim, 2014 r.

Rzędy grobów z pozorowanymi grobami jako część cmentarza wojennego na Cmentarzu Północno-Zachodnim, 2014 r.
ArEGL.

Pismo (projekt) z biura cmentarnego miasta Lüneburg do Jadwigi Cichon z dnia 4 lipca 1978 r.
StadtALg, VA2, 5001.
Kiedy Jadwiga Cichon, żona Jona Cichona (1892-1945), zapytała w 1978 r. o lokalizację grobu męża, biuro cmentarza skierowało ją do byłego sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Jego grób nie został uwzględniony przy zakładaniu cmentarza wojennego. Krewni nie byli zaangażowani w zajmowanie się grobami swoich zmarłych.
Rozliczenie zbrodni trwa do dziś. Na początku morderstwa były ukrywane. Minęło wiele dziesięcioleci, zanim zbrodnie zostały ujawnione i podjęto publiczne działania. Do dziś członkowie rodzin często po raz pierwszy dowiadują się o przemocy, jakiej doświadczyli ich bliscy. Od 2013 roku podaje się nazwiska ofiar i spisuje historie ich życia. Również z tego powodu od 2025 roku istnieje ta wystawa.

Drewniany krzyż na cmentarzu zakładowym, 1 lipca 1983 r.
ArEGL 19.
Członkowie społeczeństwa obywatelskiego dali przykład niezależnie od wysiłków władz i szpitala państwowego. Wiosną 1983 r. postawili drewniany krzyż na cmentarzu szpitalnym. Ponieważ został wzniesiony przez nieznaną osobę i nie spełniał oczekiwań dyrektora medycznego, drewniany krzyż został zdemontowany na początku lipca 1983 r. i przechowywany w żłobku szpitala państwowego.
»…. aby nie zostali zapomniani
Konsekwencje faszyzmu:
Pamięci 300 dzieci, które zostały
ofiarami nazistowskich rządów.«

Szkic projektu autorstwa Uwe Mencke, 9 września 1983 r.
ArEGL 19.
Państwowy urząd opieki społecznej pokrył koszt kamienia pamiątkowego, który wyniósł około 1750 DM. Projekt pochodzi od kamieniarza Mencke z Lüneburga. Podczas planowania i wznoszenia pomnika zamierzano upamiętnić tylko zamordowane dzieci. Ofiary obcego pochodzenia, które zostały oficjalnie pochowane na sąsiednim cmentarzu wojennym, nie zostały uwzględnione ani uwzględnione w projekcie. Zostały one całkowicie zignorowane.

Kamień pamiątkowy w miejscu naprzeciwko szopy na narzędzia po jego wzniesieniu, 1983 r.
ArEGL.
20 listopada 1983 r. na cmentarzu więziennym odsłonięto kamień pamiątkowy. Na lokalizację wybrano miejsce naprzeciwko szopy na narzędzia, z dala od głównych ścieżek. Inauguracja odbyła się w niewielkim gronie pracowników. Nie wysłano żadnych zaproszeń.

Artykuł prasowy zatytułowany »Kamień pamiątkowy jako przestroga«. Gazeta Lüneburger Landeszeitung z dnia 21 listopada 1983 r.
ArEGL.

List do redakcji Lüneburger Landeszeitung autorstwa Margrit Küntzel-Hansen z 23 listopada 1983 r.
ArEGL 19.
Ponieważ gazeta poinformowała wcześniej o nie zaproszonej grupie roboczej »Machtergreifung« (przejęcie władzy), na uroczystość odsłonięcia pomnika przybyli również zainteresowani mieszkańcy miasta. Nikt nie wziął pod uwagę możliwości, że w regionie są rodziny, które nadal opłakują swoje dzieci i dla których taki pomnik mógłby mieć ogromne znaczenie. Pominięto krewnych zamordowanych.
W 1999 roku powstała grupa robocza złożona z pracowników, krewnych chorych i członków społeczeństwa obywatelskiego. Opracowali oni jubileuszowe wydanie z okazji 100-lecia istnienia szpitala krajowego. Grupą kierował Jürgen Lotze. Miał on wizję stworzenia miejsca pamięci. Podczas renowacji wieży ciśnień w 1989 roku zadbał o to, aby na pięciu poziomach zamontowano betonowe stropy. Miały one umożliwić przyszłe »wykorzystanie muzealne«. Jego następcą został Sebastian Stierl.
»[…] zbiornik na wodę może zostać zachowany, nawet jeśli wieża będzie wykorzystywana jako muzeum. W końcu do dyspozycji jest 5 kondygnacji.«
Odręczna notatka w aktach budynku z dnia 5 października 1989 r.
Urząd Budowlany Hanzeatyckiego Miasta Lüneburg | Kopia ArEGL.
![Jest to papier formatu DIN A5, lekko pożółkły. Znajduje się na nim odręczna notatka. Kluczowe przesłanie brzmi: "[...] Myślę, że zbiornik na wodę można zachować, nawet jeśli wieża będzie używana jako muzeum. W końcu do dyspozycji jest 5 kondygnacji. [...]".](https://k2.gedenkstaette-lg.de/wp-content/uploads/2025/07/05-07-20-01.jpg)
Wyciąg z kartoteki budynków, 1989 r.
StadtALg, VA2, 5001.

Jürgen Lotze, 2012.
ArEGL.
JÜRGEN LOTZE (1941 – 2020)
Jürgen Lotze pochodził z Sülze i uczęszczał do Hermann-Billung-Gymnasium w Celle. Od 1962 r. studiował medycynę w Marburgu, Berlinie i Heidelbergu. W 1969 r. ukończył studia pracą doktorską, w której badał, czy pochodzenie społeczne ma wpływ na choroby serca i raka.
Jako dyrektor medyczny poradni antynarkotykowej »Drobs« w Hanowerze w latach 1972–1974 jako pierwszy w Niemczech zastosował metadon jako lek zastępczy. W latach 1974–1987 pracował w szpitalach psychiatrycznych w Wehnen i Wunstorfie, a także w Wyższej Szkole Medycznej i Klinice Neurologicznej w Hanowerze. W latach 1987–2007 pracował w szpitalu krajowym Dolnej Saksonii w Lüneburgu, a w ostatnich latach pełnił funkcję dyrektora medycznego tej placówki.
Wspierał psychiatrię społeczną i wprowadził lokalną opiekę nad pacjentami. Od 1999 r. był siłą napędową założenia centrum pamięci w Lüneburgu i jego wiceprzewodniczącym. Przez całe życie bronił tych, którzy należeli do najbardziej bezbronnych w grupie osób chorych psychicznie.

Psychiatria w »Trzeciej Rzeszy« w Dolnej Saksonii. Materiały towarzyszące wystawie objazdowej.
ArEGL.
Grupa robocza otrzymała wsparcie od Raimonda Reitera, który w tym samym czasie zakończył projekt »Psychiatria w III Rzeszy w Dolnej Saksonii«. Jego wystawa objazdowa została otwarta w 1997 roku w Uniwersytecie Ludowym w Hanowerze, a po raz ostatni pokazana w 2020 roku w szpitalu psychiatrycznym w Wunstorfie. Stan badań nie był już aktualny. Osoby dotknięte chorobą były przedstawiane w sposób niegodny, a sposób narracji nawiązywał do dyskryminacji z czasów nazizmu.
Ten znak został wzniesiony przez nieznaną osobę przed dawną łaźnią przy wieży ciśnień, gdy została ona przekształcona do przyszłego użytku jako miejsce pamięci.

Znak placu budowy przed przyszłym pomnikiem, około 2003 r.
ArEGL 163-2.

Hanna Thiele, około 1938 roku.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 n. 435.

Raport prasowy z Lüneburger Landeszeitung z dnia 26 listopada 2004 r.
ArEGL.
24 listopada 2004 r. zainaugurowano działalność »Miejsca Pamięci i Edukacji »Ofiary nazistowskiej psychiatrii««. Powstało ono w oparciu o objazdową wystawę »Psychiatria w Trzeciej Rzeszy w Dolnej Saksonii«, zawierającą oficjalne dokumenty i dokumentację medyczną. Zabójstwa pacjentów obcego pochodzenia nie zostały poruszone, nie wspomniano też o opiekunach i rodzinach. Relacje i pamiątki od współczesnych świadków i krewnych nie zostały włączone do treści wystawy.
Grupa robocza wybrała do ulotki zdjęcie z dokumentacji medycznej Hanny Thiele (1932-1944). Na wystawie opisano ją jedynie jako »dziecko z oddziału dziecięcego«, które zostało zamordowane 26 stycznia 1944 roku. Zwiedzający nie dowiedzieli się niczego więcej o ofiarach.
DAWANIE PRZYKŁADU I PAMIĘTANIE INACZEJ
Po 2012 roku pamięć i upamiętnianie ofiar przymusowej sterylizacji i mordowania chorych uległy zasadniczej zmianie. Ochrona prywatności żyjących jeszcze krewnych została podporządkowana godnemu upamiętnieniu. Krewni są zaangażowani w ponowną ocenę i komunikację historii zbrodni medycznych w Lüneburgu. Historia jest dostępna dla każdego. Programy miejsca pamięci obejmują prawa człowieka dla osób niepełnosprawnych.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung z 6 lipca 2013 r., s. 17.

Harburger Rundschau z 3 lipca 2013 r., s. 3.
ArEGL 163-2.
Wymieniane są nazwiska ofiar. Było to spowodowane poszukiwaniem krewnych dwunastu dzieci, których szczątki mózgowe miały zostać pochowane w 2013 roku. Aby umożliwić krewnym udział w pochówku doczesnych szczątków, po raz pierwszy opublikowano nazwiska ofiar. W rezultacie odnaleziono krewnych dziewięciu z dwunastu rodzin.

Projekt kompleksu pomników na Cmentarzu Północno-Zachodnim (dawny cmentarz instytucjonalny) z 24 czerwca 2013 r., w: Lüneburger Landeszeitung z 26 czerwca 2013 r., s. 5.
ArEGL.

Publiczne nabożeństwo żałobne z pochówkiem próbek mózgu w obecności krewnych, 25 sierpnia 2013 r.
ArEGL 224.

Miejsce pamięci na Cmentarzu Północno-Zachodnim, 2019 r.
AArEGL 230.
Na dawnym cmentarzu instytucjonalnym utworzono kompleks pamięci. Odbywają się tam publiczne ceremonie upamiętniające. Każdego roku odbywa się inna uroczystość tematyczna. Uczniowie są często zaangażowani w ten program.

Przedstawienie teatralne grupy teatralnej »Die Weltenbrecher« z Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, upamiętnienie 2018.
ArEArEGL 229.

cmentarz z grobami pacjentów szpitala państwowego z lat 1976-1982, 2016 r.
AArEGL.
Pod ochroną znajduje się cmentarz z grobami z lat 1976-1982 na dawnym cmentarzu zakładowym oraz groby ofiar na cmentarzu centralnym w Lüneburgu. Gaj honorowy został uznany za zabytek krajobrazu i zostanie trwale zachowany.
Centrum pamięci oferuje warsztaty i seminaria, a także jest miejscem kilkudniowych spotkań międzynarodowych. Oferty są otwarte dla wszystkich i odbywają się w centrum edukacyjnym praw człowieka, psychiatrii społecznej i spotkań, które zostało zbudowane w starym domu ogrodnika w 2019 i 2020 roku. Wszystkie programy mają na celu pomoc osobom niepełnosprawnym i chorym psychicznie w prowadzeniu dobrego, wartościowego życia. W 2022 r. pomnik został uhonorowany przez Ministerstwo Kultury Dolnej Saksonii jako »miejsce nauki dla edukacji demokratycznej«.

Uczestnicy wielodniowego »szkolenia w zakresie integracji«, wiosna 2013 r.
ArEGL.

Centrum Edukacyjne Praw Człowieka, Psychiatrii Społecznej i Spotkań, sierpień 2020, fotograf Anne Meyer.
Klinika psychiatryczna w Lüneburgu.

Wolontariusze demontujący wystawę stałą z 2004 r., 26.11.2021.
ArEGL 238.
Organizacja wspierająca została założona w 2015 roku. Jej członkami zostają osoby i organizacje społeczeństwa obywatelskiego. W 2016 r. do centrum pamięci zostaje oddelegowany nauczyciel. Od 2017 r. prace upamiętniające są również wspierane przez niezależnych pracowników. W 2022 r. zostaje założona spółka z ograniczoną odpowiedzialnością non-profit, której jedynym udziałowcem jest stowarzyszenie non-profit. Wielu wolontariuszy jest zaangażowanych w pracę na rzecz społeczeństwa obywatelskiego. Grupa robocza założona w 1999 r. spotyka się kilka razy w roku i aktywnie wspiera prace upamiętniające.
Od 2019 r. miejsce pamięci szkoli przewodników szkolnych we współpracy z Warsztatami Historycznymi w Lüneburgu, którzy podczas wycieczek po mieście przekazują historię Lüneburga w czasach narodowego socjalizmu. Od 2023 r. na terenie kliniki psychiatrycznej uczniowie-przewodnicy oprowadzają również wycieczki dotyczące zbrodni medycznych w Lüneburgu.

Przewodniki dla uczniów gimnazjum Herderschule, rocznik 2023.
ArEGL.

Wystawa specjalna GESCHWISTER jako pierwsza została opublikowana jednocześnie w formie analogowej i cyfrowej, 24.11.2021.
ArEGL.
Od 2021 r. istnieje wirtualna przestrzeń wystawiennicza, w której wystawy specjalne są dostępne bez barier. Od 2022 r. wszystkie oferty są dostępne za pośrednictwem stacji medialnej.
W trakcie opracowywania nowej wystawy stałej znaleziono, zgromadzono i przechowywano w naszym archiwum wiele przedmiotów i dokumentów mających znaczenie dla historii sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Wiele z nich zostało włączonych do tej wystawy.

Ręczny podnośnik dźwigniowy został znaleziony w pustostanie w domu nr 17 jesienią 2023 r.
ArEGL.

ArEGL.
W trakcie planowanego przeprojektowania cmentarza wojennego wiosną 2025 roku, podczas otwierania poszczególnych grobów odkryto, że wiele grobów na cmentarzu wojennym to groby pozorowane. Znalezione szczątki nie zgadzały się z planem zagospodarowania. To postawiło cmentarz wojenny pod znakiem zapytania i rozpoczęto poszukiwania grobów.
31 sierpnia 2025 r. w dawnej łaźni przy wieży ciśnień otwarto centrum dokumentacji. Stała wystawa »LEBENSWERT« pokazuje, jak ludzie myśleli, decydowali i działali w tamtych czasach. W sali PAMIĘCI odwiedzający mogą znaleźć informacje o każdej znanej ofierze sterylizacji i dzieciobójstwa.


