NFC zu 03-05-12-03

Johannes Müller, um 1916.
Privatbesitz Helga und Ludwig Müller.

Konrad, Johannes und Georg Müller, vor 1914.
Privatbesitz Helga und Ludwig Müller.
JOHANNES MÜLLER (1897 – 1941)
Johannes Müller stammte aus Geestemünde (heute Bremerhaven). Seine Eltern waren Charlotte und Wilhelm Müller. Wilhelm war Sattlermeister und arbeitete für die Norddeutsche Reederei Lloyd. Er stattete Luxusschiffe mit Möbeln aus und leitete die Polstereiwerkstatt. Johannes Müller war das dritte Kind seiner Eltern, die insgesamt sechs Kinder hatten. Im November 1916 zog Johannes Müller in den Ersten Weltkrieg. In den Tagen der November-Revolution im Jahr 1918 kam er als Soldat aus dem Krieg zurück. Danach wurde er Kaufmann und arbeitete als kaufmännischer Angestellter. 1934 erkrankte Johannes Müller. Er entwickelte Wahnideen, stellte sich vor, er verdiene den Nobelpreis. Im Jahr 1935 kam es zu einer ersten Aufnahme in der Heil- und Pflegeanstalt Göttingen. Er wurde für eine Sterilisation angezeigt, die das Erbgesundheitsgericht Verden 1935 beschloss. Johannes Müller legte dagegen Einspruch ein. Das Erbgesundheitsobergericht in Celle bestätigte jedoch das Urteil und Johannes Müller wurde gegen seinen Willen operiert. 1936 verschlechterte sich sein Zustand, er fiel auch in der Öffentlichkeit auf. Daraufhin wurde er in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg eingewiesen. Er blieb dort bis zu seiner Verlegung in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wo er am 7. März 1941 ermordet wurde. Die Familie ließ seine Asche überführen und beerdigen. Später wurden seine Eltern und Geschwister hinzugebettet. 2014 wurde vor seinem Elternhaus in der Bremerhavener Brommystraße ein Stolperstein verlegt.
JOHANNES MÜLLER
Das ist ein Foto von Johannes Müller.
Er lebt in Geestemünde.
Heute heißt die Stadt Bremerhaven.
Seine Eltern sind Charlotte und Wilhelm Müller.
Wilhelm Müller macht Polster für Schiffe.
Johannes hat 5 Geschwister.
Johannes Müller ist Kaufmann.
Er ist auch Soldat im Ersten Weltkrieg.
Nach dem Krieg lebt Johannes
ein normales Leben.
Aber in der Nazi-Zeit wird er krank.
Er kommt in eine Anstalt in Göttingen.
Er soll eine Zwangs-Sterilisation bekommen.
Dann kann er keine Kinder mehr machen.
Johannes will das nicht.
Er sagt: Nein.
Aber das Gericht in Celle entscheidet:
Johannes wird unfruchtbar gemacht.
Im Jahr 1936 geht es Johannes immer schlechter.
Er kommt in die Anstalt in Lüneburg.
Von dort kommt er
in die Tötungs-Anstalt Pirna-Sonnenstein.
Die Nazis ermorden ihn dort.
Man verbrennt seinen toten Körper.
Dabei bleibt Asche übrig.
Die Asche kommt in eine Urne.
Die Familie von Johannes bekommt die Urne.
Die Familie legt die Urne in ein Grab.
Das Grab von Johannes gibt es heute noch.
Viele Jahre später sterben seine Eltern
und seine Geschwister.
Alle werden in seinem Grab beerdigt.
Heute erinnert man an Johannes Müller:
Seit dem Jahr 2014 gibt es einen Stein auf der Straße vor seinem Haus in Bremerhaven.
Auf dem Stein steht sein Namen.
Diesen Stein nennt man: Stolper-Stein.
Es gibt viele Stolper-Steine in Deutschland.
Darauf stehen die Namen von Menschen,
die von den Nazis ermordet wurden.
Die Stolper-Steine sind ein Kunstwerk.
Das Kunstwerk erinnert an Menschen,
die von den Nazis ermordet wurden.
Auf dem zweiten Foto ist Johannes
mit seinen Brüdern.
Er ist in der Mitte.
Das Foto ist vor dem Ersten Weltkrieg gemacht.
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Johannes Müller, around 1916.
Private property of Helga and Ludwig Müller.

Konrad, Johannes and Georg Müller, before 1914.
Private property of Helga and Ludwig Müller.
JOHANNES MÜLLER (1897 – 1941)
Johannes Müller came from Geestemünde (now Bremerhaven). His parents were Charlotte and Wilhelm Müller. Wilhelm was a master saddler and worked for the North German shipping company Lloyd. He furnished luxury ships with furniture and managed the upholstery workshop. Johannes Müller was the third child of his parents, who had six children in total. In November 1916, Johannes Müller went to fight in the First World War. He returned from the war as a soldier during the days of the November Revolution in 1918. He then became a merchant and worked as a commercial clerk. In 1934, Johannes Müller fell ill. He developed delusions and imagined that he deserved the Nobel Prize. In 1935, he was admitted to the Göttingen mental hospital for the first time. He was reported for sterilisation, which was decided by the Verden Hereditary Health Court in 1935. Johannes Müller appealed against this decision. However, the Higher Hereditary Health Court in Celle upheld the ruling and Johannes Müller was operated on against his will. In 1936, his condition deteriorated and he began to attract public attention. He was then admitted to the Lüneburg institution. He remained there until he was transferred to the Pirna-Sonnenstein killing centre, where he was murdered on 7 March 1941. The family had his ashes transferred and buried. Later, his parents and siblings were laid to rest alongside him. In 2014, a Stolperstein was laid in front of his parents‘ house on Brommystraße in Bremerhaven.
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Johannes Müller, około 1916 r.
Prywatna własność Helgi i Ludwiga Müllerów.

Konrad, Johannes i Georg Müller, przed 1914 r.
Prywatna własność Helgi i Ludwiga Müllerów.
JOHANNES MÜLLER (1897 – 1941)
Johannes Müller pochodził z Geestemünde (obecnie Bremerhaven). Jego rodzicami byli Charlotte i Wilhelm Müller. Wilhelm był mistrzem rymarskim i pracował dla północnoniemieckiej firmy żeglugowej Lloyd. Wyposażał luksusowe statki w meble i prowadził warsztat tapicerski. Johannes Müller był trzecim dzieckiem swoich rodziców, którzy mieli w sumie sześcioro dzieci. W listopadzie 1916 roku Johannes Müller wyruszył walczyć w I wojnie światowej. Z wojny powrócił jako żołnierz w dniach rewolucji listopadowej w 1918 roku. Następnie został biznesmenem i pracował jako urzędnik handlowy. Johannes Müller zachorował w 1934 roku. Rozwinął urojenia i wyobrażał sobie, że zasługuje na Nagrodę Nobla. W 1935 r. po raz pierwszy został przyjęty do sanatorium i domu opieki w Getyndze. Został zgłoszony do sterylizacji, o której zadecydował w 1935 r. Dziedziczny Sąd Zdrowia w Verden. Johannes Müller złożył odwołanie od tej decyzji. Jednak Wyższy Sąd Zdrowia w Celle potwierdził wyrok i Johannes Müller został poddany operacji wbrew swojej woli. W 1936 r. jego stan się pogorszył, co przyciągnęło uwagę opinii publicznej. W rezultacie został przyjęty do sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Pozostał tam do czasu przeniesienia do ośrodka zagłady Pirna-Sonnenstein, gdzie został zamordowany 7 marca 1941 roku. Rodzina przeniosła i pochowała jego prochy. Jego rodzice i rodzeństwo zostali później pochowani. W 2014 r. przed domem jego rodziców przy Brommystraße w Bremerhaven ustawiono tablicę pamiątkową. W 2014 r. przed domem jego rodziców przy Brommystraße w Bremerhaven położono przeszkodę.

