NFC zu 03-30-03-06

Frieda Neumann auf dem Schoß ihrer älteren Halbschwester Hilda Janssen, vermutlich an Hildas 17. Geburtstag am 4.5.1931.
Privatbesitz Familie Alpha.
FRIEDA NEUMANN (1930 – 1942)
Frieda Neumann stammte aus Wittmund an der Nordseeküste. Sie war das jüngste von sechs Kindern. Zwei ihrer Brüder waren 1941 im Krieg gefallen. Im August 1942 wurde Frieda von einer Gesundheitspflegerin begutachtet, die daraufhin telefonisch die Aufnahme in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg beantragte. Das amtsärztliche Gutachten wurde nachgereicht. Eigentlich sollte Frieda bei der Einweisung nur von der Pflegerin begleitet werden, aber ihr Vater kam mit. Er wollte wissen, wohin seine Tochter gebracht wurde.
Der Vater schrieb danach viele Briefe und fragte nach, wie es seiner Tochter ginge. Weil er keine zufriedenstellenden Antworten bekam, schickte er Ende September 1942 Friedas ältere Schwester Hilda nach Lüneburg. Sie war schockiert über Friedas Zustand. Frieda war abgemagert, hatte Schürfwunden und Ausschlag. Hilda beschwerte sich darüber beim Pflegepersonal. Am 15. Oktober 1942 kam der Vater selbst nach Lüneburg. Auch er war entsetzt und kündigte an, seine Tochter woanders unterzubringen.
Willi Baumert antwortete auf den Vorwurf der Familie: »Man fragt sich auch, ob bei der Wertlosigkeit dieses Menschenmaterials in der augenblicklichen Kriegszeit mehr verantwortet werden könne.«
Friedas Eltern beantragten am 18. November 1942 ihre Verlegung nach Bethel bei Bielefeld. Doch Frieda verließ Lüneburg nicht mehr lebend. Nur eine Woche nachdem der Oberpräsident der Provinz Hannover der Verlegung nach Bethel zugestimmt hatte, erhielt der Vater ein Telegramm: »Tochter Frieda mit hohem Fieber erkrankt.« Vier Tage später war sie tot. Als offizielle Todesursache wurde »Lungenentzündung« angegeben.
FRIEDA NEUMANN
kommt aus Wittmund.
Sie hat 6 Geschwister.
2 Brüder sterben als Soldaten.
Das ist 1941.
1942 kommt eine Pflegerin zu Frieda nach Hause.
Sie sagt:
Frieda muss in eine Kinder-Fach-Abteilung.
Der Amts-Arzt schreibt das auch.
Aber ein paar Tage später.
Frieda kommt nach Lüneburg.
Die Pflegerin bringt sie.
Ihr Vater kommt mit.
Er will wissen:
Wo bleibt Frieda.
Er schreibt Briefe.
Er bekommt keine guten Antworten.
Darum kommt ihre Schwester zu Besuch.
Ihre Schwester ist geschockt.
Frieda geht es schlecht.
Sie ist mager.
Sie hat Wunden.
Sie hat Haut-Ausschlag.
Der Vater kommt dann auch noch.
Er ist auch erschrocken.
Der Vater beschwert sich.
Aber Willi Baumert sagt:
Menschen wie Frieda verdienen es, nicht besser behandelt zu werden.
Der Vater sagt:
Frieda muss in eine andere Anstalt.
Sie soll nach Bethel.
Sie bekommt dort einen Platz.
Aber sie kommt da nicht mehr an.
Denn:
Sie stirbt wenige Tage danach.
Sie stirbt bevor sie nach Bethel kommt.
Sie wird ermordet.
Aber es wird gesagt:
Frieda stirbt an einer Lungen-Entzündung.
Das ist eine Lüge.
Auf dem Foto ist Frieda mit ihrer Schwester Hilda.
Das Foto ist von 1931.
Max Bräuner schrieb an das Staatliche Gesundheitsamt:
»Wenn die Familie Neumann mit der hiesigen Pflege unzufrieden ist, so sei es ihr ja anheimgestellt, das Kind wieder in ihre eigene Pflege zu übernehmen.«
Das entsprach nicht seinem tatsächlichen Handeln.
Max Bräuner schreibt dem Gesundheits-Amt.
Er schreibt:
Die Familie kann Frieda holen.
Wenn sie etwas Besseres findet.
Oder sie muss zu Hause gepflegt werden.
Das meint er nicht wirklich.


Brief von Max Bräuner an das Staatliche Gesundheitsamt Wittmund vom 17.10.1942.
NLA Hannover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 Nr. 145.
Das ist ein Brief.
Er ist von Max Bräuner.
Er schreibt an das Gesundheits-Amt.
Er schreibt:
Die Kinder sind keine Menschen.
Sie sind nur Material.
Für das soll man nicht viel tun.
Der Vater soll sein Kind abholen.
Wenn er etwas Besseres findet.
Der Vater findet ein Heim.
Aber Frieda ist da schon tot.
Sie wurde ermordet.
Vor ihrer Rettung.
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Frieda Neumann sitting on the lap of her older half-sister Hilda Janssen, presumably on Hilda’s 17th birthday on May 4, 1931.
Privately owned by the Alpha family.
FRIEDA NEUMANN (1930 – 1942)
Frieda Neumann came from Wittmund on the North Sea coast. She was the youngest of six children. Two of her brothers had been killed in action in 1941. In August 1942, Frieda was examined by a health care worker, who then applied by telephone for her admission to the »children’s ward« in Lüneburg. The medical officer’s report was submitted later. Frieda was supposed to be accompanied only by the nurse when she was admitted, but her father came along. He wanted to know where his daughter was being taken.
The father subsequently wrote numerous letters inquiring about his daughter’s well-being. As he did not receive satisfactory responses, he sent Frieda’s older sister Hilda to Lüneburg at the end of September 1942. She was shocked by Frieda’s condition. Frieda was emaciated, had abrasions, and a rash. Hilda complained about this to the nursing staff. On October 15, 1942, the father himself came to Lüneburg. He too was horrified and announced that he would place his daughter elsewhere.
Willi Baumert responded to the family’s accusation: »One wonders whether, given the worthlessness of this human material in the current war, more responsibility could be taken.«
On November 18, 1942, Frieda’s parents applied for her transfer to Bethel near Bielefeld. But Frieda never left Lüneburg alive. Just one week after the governor of the province of Hanover approved the transfer to Bethel, her father received a telegram: »Daughter Frieda ill with high fever.« Four days later, she was dead. The official cause of death was listed as »pneumonia.«
Max Bräuner wrote to the State Health Office:
»If the Neumann family is dissatisfied with the care provided here, they are free to take the child back into their own care.«
That did not correspond to his actual actions.


Letter from Max Bräuner to the Wittmund State Health Office dated October 17, 1942.
NLA Hanover Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 No. 145.
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Frieda Neumann siedząca na kolanach swojej starszej przyrodniej siostry Hildy Janssen, prawdopodobnie w dniu 17. urodzin Hildy, 4 maja 1931 r.
Własność prywatna rodziny Alpha.
FRIEDA NEUMANN (1930 – 1942)
Frieda Neumann pochodziła z Wittmund na wybrzeżu Morza Północnego. Była najmłodszym z sześciorga rodzeństwa. Dwóch jej braci zginęło na froncie w 1941 roku. W sierpniu 1942 roku Frieda została zbadana przez pracownika służby zdrowia, który następnie złożył telefonicznie wniosek o przyjęcie jej do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu. Raport lekarza został złożony później. Frieda miała być przyjęta tylko w towarzystwie pielęgniarki, ale towarzyszył jej ojciec. Chciał wiedzieć, dokąd zabierana jest jego córka.
Ojciec napisał następnie wiele listów z pytaniami o stan zdrowia córki. Ponieważ nie otrzymał satysfakcjonujących odpowiedzi, pod koniec września 1942 r. wysłał do Lüneburga starszą siostrę Friedy, Hildę. Była ona zszokowana stanem Friedy. Frieda była wychudzona, miała otarcia i wysypkę. Hilda złożyła skargę na personel pielęgniarski. 15 października 1942 roku ojciec sam przyjechał do Lüneburga. On również był przerażony i ogłosił, że przeniesie córkę w inne miejsce.
Willi Baumert odpowiedział na zarzuty rodziny: »Można się zastanawiać, czy biorąc pod uwagę bezwartościowość tego materiału ludzkiego w obecnej wojnie, można było wziąć na siebie większą odpowiedzialność«.
18 listopada 1942 roku rodzice Friedy złożyli wniosek o jej przeniesienie do Bethel koło Bielefeld. Jednak Frieda nigdy nie opuściła Lüneburga żywa. Zaledwie tydzień po tym, jak gubernator prowincji Hanower zatwierdził przeniesienie do Bethel, jej ojciec otrzymał telegram: »Córka Frieda chora, ma wysoką gorączkę«. Cztery dni później zmarła. Jako oficjalną przyczynę śmierci podano »zapalenie płuc«.
Max Bräuner napisał do Państwowego Urzędu Zdrowia:
»Jeśli rodzina Neumannów nie jest zadowolona z opieki zapewnianej tutaj, może zabrać dziecko z powrotem pod swoją opiekę«.
To nie odpowiadało jego rzeczywistym działaniom.


List Maxa Bräunera do Państwowego Urzędu Zdrowia w Wittmundzie z dnia 17 października 1942 r.
NLA Hanower Hann. 155 Lüneburg Acc. 56/83 n. 145.

