NFC zu 03-40-00-03

Hans Buhlrich, 1936.

Erika Buhlrich, etwa 1937.

Margret Buhlrich, etwa Sommer 1944.
Privatbesitz Friedrich Buhlrich.
HANS (1932 – 1942), ERIKA (1936 – 1944) UND MARGRET BUHLRICH (1941 – 1945)
Hans Buhlrich, geboren am 1. Mai 1932, war das älteste Kind von Johanne Caroline (geborene Hartmann) und Wilhelm Johann Heinrich Buhlrich. Er wuchs bis zu seinem zehnten Lebensjahr bei seinen Eltern auf. Laut Cousin Kurt Homburg habe Hans seinen rechten Arm nicht unter Kontrolle gehabt und im Kopf sei er auch etwas langsamer gewesen. Am 21. Mai 1936 wurde Hans‘ Schwester Erika Buhlrich, am 3. März 1941 seine Schwester Margret Buhlrich geboren.
Als der Vater in den Kriegsdienst eingezogen wurde, musste Mutter Johanne alles alleine bewältigen. Ihr Neugeborenes war erst ein halbes Jahr alt. Vermutlich aufgrund von Überforderung der Mutter wurde Hans am 20. September 1941 in das staatliche Gertrudenheim eingewiesen. Vom Gertrudenheim wurde Hans noch im selben Monat in die Heil- und Pflegeanstalt Kloster Kutzenberg (Oberfranken) verlegt. Dort starb Hans ein Jahr später am 17. Oktober 1942. Die offizielle Todesursache lautete »Herzschwäche«. Er bekam nicht genug zu Essen und zu Trinken.
Als Hans‘ Schwester Erika etwa ein Jahr alt war, erkrankte sie an einer Hirnhautentzündung. Infolgedessen zeigte sich eine Entwicklungsverzögerung. Als Erika fünf Jahre und ihre kleine Schwester sechs Monate alt war, erfuhr sie, dass ihr Bruder ins Gertrudenheim musste. Von da an wuchs sie ohne ihn und nur mit der fünf Jahre jüngeren Schwester Margret auf.
Als Bremen bombardiert wurde, suchte Johanne mit ihren Mädchen Zuflucht in einem Bunker. Nachbarn fühlten sich von den Mädchen gestört und denunzierten sie. Drei Jahre nachdem bereits ihr Bruder in die Anstalt eingewiesen worden war, wurden am 6. September 1944 auch Erika und Margret Buhlrich als anstaltsbedürftig in die »Kinderfachabteilung« Lüneburg aufgenommen. Johanne nutzte die Gelegenheit, um die Ursache für die Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen ihrer Kinder zu erfragen. In Briefen bat sie den Ärztlichen Direktor, ihre Kinder dahingehend zu untersuchen. Sie dachte, auch Margret sei verzögert und habe eine Behinderung, dabei hatte sie nur »krumme Beine«.
Sie erhielt die Antwort, dass zur Klärung der Ursache Untersuchungen am Gehirn vorgenommen werden müssten, die erst nach dem Tode möglich seien. Beide Schwestern wurden daraufhin im Abstand von wenigen Wochen in der »Kinderfachabteilung« Lüneburg ermordet – erst Erika, dann Margret. Johanne hatte somit ihre drei Kinder in der »Kinder-Euthanasie« verloren.
Der Ärztliche Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg, Dr. Max Bräuner, untersuchte die Gehirne von Erika und Margret Buhlrich. Er fand heraus, dass Erika eine Hirnhautentzündung gehabt hatte. Bei Margret fand er nichts heraus. Trotzdem empfahl er den Eltern, sie sollten besser keine weiteren Kinder bekommen. Daraufhin adoptierten sie und ihr Ehemann Wilhelm einen Jungen. Friedrich Buhlrich erfuhr erst nach dem Tod seiner Adoptiveltern, dass er drei Geschwister hatte.
Friedrich Buhlrich war das Kind eins polnischen Zwangsarbeiters und einer Deutschen. Eine Liebesbeziehung zwischen einem Zwangsarbeiter und einer Deutschen war in der Zeit des Nationalsozialismus verboten und stand unter Strafe. Darum wurde Friedrichs Mutter hochschwanger weggeschickt. Als Friedrich geboren war, wurde er sofort zur Adoption freigegeben. Als er 18 Jahre alt war, erfuhr er, dass seine Eltern nicht seine leiblichen Eltern waren. Von seinen Geschwistern erzählten sie ihm nicht.
Dann starben seine Adoptiveltern. Friedrich Buhlrich sortierte ihre Sachen und fand darin drei Sterbeurkunden. Er fragte sich, wer diese Kinder sind und machte sich auf die Suche nach ihrem Schicksal. Er besuchte die Gedenkstätte in Lüneburg und erfuhr mithilfe einer Wissenschaftlerin die wahre Geschichte seiner Eltern und seiner Geschwister, die er nie kennenlernen durfte. Weil er als Kind selbst Unrecht erlebt hatte und seine Geschwister ermordet wurden, setzt er sich, seitdem er die Wahrheit kennt, für die Aufarbeitung der »Euthanasie«-Verbrechen und von Verbrechen im Nationalsozialismus insgesamt ein.
HANS, ERIKA UND MARGRET BUHLRICH
Hans Buhlrich ist am 1. Mai 1932 geboren.
Seine Mutter heißt Johanne.
Sein Vater heißt Wilhelm.
Er ist ihr ältestes Kind.
Hans hat einen lahmen Arm.
Er ist auch langsam im Denken.
Seine Schwestern heißen Erika und Margret.
Sie werden 1936 und 1941 geboren.
Hans kommt in ein Kinder-Heim.
Das ist ein halbes Jahr nach der Geburt von Margret.
Seine Mutter schafft keine drei Kinder.
Sie braucht eine Pause.
Hans hat kein Glück.
Er kommt im Heim an.
Wenige Tage später wird das Heim geräumt.
Alle kommen in ein anderes Kinder-Heim.
Hans kommt nach Kutzen-Berg.
Das neue Heim ist viele Auto-Stunden entfernt von Bremen.
Es ist in Bayern.
Dort stirbt Hans ein Jahr später.
An einer Herz-Schwäche.
Das ist nicht wahr.
Er wurde vermutlich getötet.
Die Schwester Erika wird krank.
Sie bekommt eine Hirn-Haut-Entzündung.
Da ist sie 1 Jahr alt.
Ihr Gehirn wird beschädigt.
Sie bekommt eine Behinderung.
Als Hans stirbt ist sie 6 Jahre alt.
Auch in Bremen ist Krieg.
Es fallen Bomben.
Die Menschen müssen sich schützen.
Sie müssen in einen besonderen Keller.
Dort werden sie nicht getroffen.
Oder nur ganz selten.
Auch die Mädchen müssen in den Keller.
Ihre Mutter wird beschimpft.
Weil Erika und Margret eine Behinderung haben.
Ihre Mutter muss sie in die Kinder-Fach-Abteilung bringen.
Sie kommen nach Lüneburg.
Die Mutter denkt:
Erika und Margret haben beide eine Behinderung.
Sie fragt den Arzt:
Warum habe ich drei Kinder mit Behinderungen?
Kann ich gesunde Kinder bekommen?
Die Mutter bekommt eine Antwort.
Der Arzt antwortet:
Das kann ich heraus-finden.
Dafür muss ich das Gehirn untersuchen.
An das Gehirn kommt man nur wenn man tot ist.
Also werden Erika und Margret ermordet.
Danach sind alle drei Kinder von Johanne Buhlrich tot.
Der Arzt nimmt die Gehirne von Erika und Margret.
Die Gehirne werden untersucht.
Der Arzt sagt der Mutter:
Bekomme keine weiteren Kinder.
Sie nehmen sich eines anderen Kindes an.
Es ist ein Baby.
Es heißt Friedrich.
Er weiß nichts von seinen ermordeten Geschwistern.
Seine Eltern sterben.
Danach findet er die Sterbe-Urkunden.
Er findet raus:
Es gibt drei Geschwister.
Er will wissen:
Was ist mit ihnen passiert?
Warum sind sie tot?
Er macht sich auf die Suche nach ihnen.
Er findet heraus:
Alle drei Geschwister sind Opfer des Patienten-Mordes.
Sie wurden im National-Sozialismus ermordet.
Seitdem geht er in Schulen.
Er spricht mit Schülern.
Er erzählt die Geschichte seiner Geschwister.
Viele sollen davon erfahren.
Damit so etwas nie wieder passiert.
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Hans Buhlrich, 1936.

Erika Buhlrich, around 1937.

Margret Buhlrich, around summer 1944.
Private property of Friedrich Buhlrich.
HANS (1932 – 1942), ERIKA (1936 – 1944) aND MARGRET BUHLRICH (1941 – 1945)
Hans Buhlrich, born on 1 May 1932, was the eldest child of Johanne Caroline (née Hartmann) and Wilhelm Johann Heinrich Buhlrich. He grew up with his parents until he was ten years old. According to his cousin Kurt Homburg, Hans had no control over his right arm and was also somewhat slow-witted. Hans‘ sister Erika Buhlrich was born on 21 May 1936, and his sister Margret Buhlrich on 3 March 1941.
When his father was drafted into military service, his mother Johanne had to cope with everything on her own. Her newborn baby was only six months old. Presumably due to his mother being overwhelmed, Hans was admitted to the state-run Gertrudenheim on 20 September 1941. Hans was transferred from Gertrudenheim to the Kutzenberg (Upper Franconia) sanatorium and nursing home that same month. Hans died there a year later on 17 October 1942. The official cause of death was »heart failure«. He did not receive enough food and drink.
When Hans‘ sister Erika was about a year old, she contracted meningitis. As a result, she suffered from developmental delays. When Erika was five years old and her little sister was six months old, she learned that her brother had to go to Gertrudenheim. From then on, she grew up without him and only with her sister Margret, who was five years younger.
When Bremen was bombed, Johanne sought refuge in a bunker with her girls. Neighbours felt disturbed by the girls and reported them. Three years after her brother had already been admitted to the institution, Erika and Margret Buhlrich were also admitted to the »children’s ward« in Lüneburg on 6 September 1944 as needing institutional care. Johanne took the opportunity to inquire about the cause of her children’s developmental delays and disabilities. In letters, she asked the medical director to examine her children for this purpose. She thought that Margret was also delayed and had a disability, but she only had »crooked legs.«
She was told that tests would have to be carried out on the brain to determine the cause, which would only be possible after death. Both sisters were then murdered within a few weeks of each other in the »children’s ward« in Lüneburg – first Erika, then Margret. Johanne had thus lost her three children to »child euthanasia«.
The medical director of the Lüneburg sanatorium, Dr Max Bräuner, examined the brains of Erika and Margret Buhlrich. He discovered that Erika had had meningitis. He found nothing wrong with Margret. Nevertheless, he recommended that her parents should not have any more children. As a result, she and her husband Wilhelm adopted a boy. Friedrich Buhlrich only learned that he had three siblings after the death of his adoptive parents.
Friedrich Buhlrich was the child of a Polish forced labourer and a German woman. A romantic relationship between a forced labourer and a German woman was forbidden during the Nazi era and was punishable by law. That is why Friedrich’s mother was sent away when she was heavily pregnant. When Friedrich was born, he was immediately put up for adoption. When he was 18 years old, he learned that his parents were not his biological parents. They did not tell him about his siblings.
Then his adoptive parents died. Friedrich Buhlrich sorted through their belongings and found three death certificates. He wondered who these children were and set out to discover their fate. He visited the memorial in Lüneburg and, with the help of a researcher, learned the true story of his parents and siblings, whom he never had the chance to meet. Because he himself had experienced injustice as a child and his siblings had been murdered, he has been campaigning for the reappraisal of the »euthanasia« crimes and crimes of National Socialism as a whole ever since he learned the truth.
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Hans Buhlrich, 1936.

Erika Buhlrich, około 1937 roku.

Margret Buhlrich, około lata 1944 r.
Własność prywatna Friedricha Buhlricha.
HANS (1932 – 1942), ERIKA (1936 – 1944) i MARGRET BUHLRICH (1941 – 1945)
Hans Buhlrich, urodzony 1 maja 1932 r., był najstarszym dzieckiem Johanne Caroline (z domu Hartmann) i Wilhelma Johanna Heinricha Buhlricha. Do dziesiątego roku życia wychowywał się wraz z rodzicami. Według kuzyna Kurta Homburga Hans nie miał kontroli nad prawą ręką i był nieco wolniejszy umysłowo. 21 maja 1936 r. urodziła się siostra Hansa, Erika Buhlrich, a 3 marca 1941 r. jego siostra Margret Buhlrich.
Kiedy ojciec został powołany do służby wojskowej, matka Johanne musiała radzić sobie sama. Jej nowo narodzone dziecko miało zaledwie pół roku. Prawdopodobnie z powodu przeciążenia matki Hans został 20 września 1941 r. umieszczony w państwowym ośrodku Gertrudenheim. W tym samym miesiącu Hans został przeniesiony z Gertrudenheim do szpitala psychiatrycznego Kloster Kutzenberg (Górna Frankonia). Tam zmarł rok później, 17 października 1942 r. Oficjalną przyczyną śmierci była »niewydolność serca«. Nie dostawało mu się wystarczającej ilości jedzenia i picia.
Kiedy siostra Hansa, Erika, miała około roku, zachorowała na zapalenie opon mózgowych. W wyniku tego wystąpiło opóźnienie rozwoju. Kiedy Erika miała pięć lat, a jej młodsza siostra sześć miesięcy, dowiedziała się, że jej brat musi trafić do szpitala Gertrudenheim. Od tego momentu dorastała bez niego, tylko z pięcioletnią młodszą siostrą Margret.
Kiedy bombardowano Brema, Johanne wraz z córkami schroniła się w bunkrze. Sąsiedzi czuli się zaniepokojeni obecnością dziewcząt i zgłosili je. Trzy lata po tym, jak jej brat został umieszczony w zakładzie psychiatrycznym, 6 września 1944 r. Erika i Margret Buhlrich również zostały przyjęte do »oddziału dziecięcego« w Lüneburgu jako wymagające leczenia psychiatrycznego. Johanne skorzystała z okazji, aby zapytać o przyczyny opóźnień rozwojowych i niepełnosprawności swoich dzieci. W listach prosiła dyrektora medycznego o zbadanie jej dzieci pod tym kątem. Myślała, że Margret również ma opóźnienia i niepełnosprawność, podczas gdy miała ona tylko »krzywe nogi«.
Otrzymała odpowiedź, że w celu wyjaśnienia przyczyny konieczne jest przeprowadzenie badań mózgu, które są możliwe dopiero po śmierci. W rezultacie obie siostry zostały zamordowane w odstępie kilku tygodni w »oddziale dziecięcym« w Lüneburgu – najpierw Erika, a potem Margret. Johanne straciła w ten sposób troje swoich dzieci w ramach »eutanazji dziecięcej«.
Dyrektor medyczny szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu, dr Max Bräuner, zbadał mózgi Eriki i Margret Buhlrich. Odkrył, że Erika miała zapalenie opon mózgowych. W przypadku Margret nie stwierdził żadnych nieprawidłowości. Mimo to zalecił rodzicom, aby nie mieli więcej dzieci. W rezultacie ona i jej mąż Wilhelm adoptowali chłopca. Friedrich Buhlrich dowiedział się o istnieniu trójki rodzeństwa dopiero po śmierci swoich przybranych rodziców.
Friedrich Buhlrich był dzieckiem polskiego robotnika przymusowego i Niemki. W czasach nazizmu związki miłosne między robotnikami przymusowymi a Niemkami były zabronione i podlegały karze. Dlatego matka Friedricha została wysłana z dala od domu, będąc w zaawansowanej ciąży. Po urodzeniu Friedrich został natychmiast oddany do adopcji. W wieku 18 lat dowiedział się, że jego rodzice nie byli jego biologicznymi rodzicami. Nie powiedzieli mu o jego rodzeństwie.
Wtedy zmarli jego przybrani rodzice. Friedrich Buhlrich przeglądał ich rzeczy i znalazł trzy akty zgonu. Zastanawiał się, kim są te dzieci, i postanowił dowiedzieć się, jaki był ich los. Odwiedził miejsce pamięci w Lüneburgu i dzięki pomocy naukowca poznał prawdziwą historię swoich rodziców i rodzeństwa, których nigdy nie miał okazji poznać. Ponieważ sam jako dziecko doświadczył niesprawiedliwości, a jego rodzeństwo zostało zamordowane, odkąd poznał prawdę, angażuje się w rozliczenie zbrodni »eutanazji« i zbrodni nazizmu jako całości.
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