NFC zu 03-05-03-06

Tötungsanstalt Hadamar mit rauchendem Schornstein, 1941.
Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, F 12/Nr. 192.
HADAMAR
Die Gedenkstätte Hadamar befindet sich am historischen Ort einer ehemaligen Tötungsanstalt. In der ehemaligen Landesheilanstalt in der damaligen Provinz Hessen-Nassau wurden in den Jahren 1941 bis 1945 insgesamt rund 14.500 Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. Behinderungen in einer Gaskammer, durch tödliche Injektionen und Medikamente sowie durch vorsätzliche Mangelversorgung ermordet.
In nur acht Monaten fielen zwischen Januar und August 1941 über 10.000 Menschen der »Aktion T4« zum Opfer. Die Menschen wurden in einen als Duschraum getarnten Kellerraum geführt und durch Kohlenmonoxid erstickt. Wenige Meter entfernt befand sich das Krematorium, in dem die Leichen anschließend verbrannt wurden. Im April 1941 sind mindestens 352 Patient*innen aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg im Rahmen der »Aktion T4« über die Zwischenanstalt Herborn in die Tötungsanstalt Hadamar verlegt worden. Bislang sind nur zwei Überlebende bekannt.
Nach dem offiziellen Ende der »Aktion T4« ging das Morden in Hadamar verdeckt weiter. Weitere rund 4.500 Menschen wurden im Rahmen der sogenannten »dezentralen Euthanasie« ermordet, hierzu zählten auch jüdische Kinder sowie 1944 Patientinnen und Patienten ausländischer Herkunft. Auch einzelne Patientinnen und Patienten aus der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg zählten zu den Opfern dieser zweiten Phase der »Euthanasie«.
Zur Beurkundung sämtlicher Tode wurde in der Tötungsanstalt ein Sonderstandesamt betrieben, das den Angehörigen gefälschte Sterbeurkunden schickte.
Ein Teil des Personals aus der Tötungsanstalt Hadamar wurde nach dem Ende der »Aktion T4« in das deutsch besetzte Generalgouvernement in Polen versetzt, um dort mit ihrem »Expertenwissen« die drei Vernichtungslager Sobibór, Bełżec und Treblinka aufzubauen und zu betreiben. Über 1,8 Millionen Menschen, vor allem Jüdinnen und Juden sowie Sint*izze und Romn*ija, wurden in diesen Lagern der »Aktion Reinhardt« ermordet.
Nach der Befreiung der Anstalt durch amerikanische Soldaten wurden die Verbrechen filmerisch dokumentiert. Die Aufnahmen dienten der Umerziehung der deutschen Bevölkerung. Bereits im Jahr 1945 begann die Strafverfolgung der Täter*innen. Bis 1947 gab es drei Prozesse, in denen die Verbrechen in Hadamar Gegenstand waren (Wiesbadener Prozess, Nürnberger Prozess und Prozess vor dem Frankfurter Landgericht).
Im Jahr 1953 wurde im Eingangsbereich der ehemaligen Tötungsanstalt ein Wandrelief als Erinnerungszeichen angebracht. 1964 wurde der Friedhof mit den Gräbern der zwischen 1942 und 1945 Ermordeten zu einer Gedenkanlage umgestaltet. 1983 wurde in den Kellerräumen eine erste Ausstellung gezeigt. Sie war Impuls für die Gründung einer Gedenkstätte. 1991 wurde in einem Trakt der Klinik eine Dauerausstellung installiert und verstetigte sich zu einem Gedenkstättenbetrieb in Trägerschaft des Hessischen Landeswohlfahrtsamtes. Bis 2025 wird die Gedenkstätte mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung neugestaltet.
HADAMAR
Die Gedenk-Stätte Hadamar ist ein besonderes Museum.
Es ist in einem Krankenhaus.
Zwischen den Jahren 1941 und 1945 ist es eine Tötungs-Anstalt.
Dort werden über 14 Tausend Menschen ermordet.
Von Ärzten und Pflegern.
In der Zeit des National-Sozialismus.
Die Menschen haben eine Behinderung.
Oder sie haben eine seelische Erkrankung.
Die Menschen werden in einem Keller mit Gas ermordet.
Sie ersticken.
Über 350 Menschen sind Patienten aus Lüneburg.
Sie sind Opfer der Nazi-Zeit.
Nur einer überlebt.
Im Sommer 1941 hört das Morden mit Gas auf.
Ab dann morden die Ärzte und Pfleger mit Medikamenten.
Oder sie geben den Patienten nichts zu essen.
Über 4 Tausend Menschen sterben so.
Auch jüdische Kinder.
Und Menschen aus dem Ausland.
In der Tötungs-Anstalt gibt es ein spezielles Amt.
Es ist nur dafür da Urkunden zu schreiben.
Über die Ermordeten.
Die Urkunden sind gefälscht.
Darin steht ein falscher Todes-Tag.
Darin steht ein falscher Todes-Grund.
Die Familien der Ermordeten werden belogen.
Die Ärzte und Pfleger morden nicht nur in dem Krankenhaus.
Sie gehen nach Polen.
Das ist ein Nachbar-Land von Deutschland.
Dort bauen sie Konzentrations-Lager.
Dort werden fast 2 Millionen Menschen ermordet.
Der National-Sozialismus endet im Frühjahr 1945.
Amerikanische Soldaten kommen in das Krankenhaus in Hadamar.
Sie finden Leichen.
Sie finden die fast verhungerten Menschen.
Sie drehen darüber einen Film.
Den müssen Deutsche angucken.
Sie sollen lernen:
Das darf nicht wieder passieren.
Die Ärzte und Pfleger kommen vor 3 Gerichte.
Sie bekommen Strafen.
Im Jahr 1953 wird eine Gedenk-Tafel eingeweiht.
Im Jahr 1964 wird der Friedhof neu gemacht.
Vor 50 Jahren gibt es eine Ausstellung.
Über den Patienten-Mord in Hadamar.
Sie steht im Keller.
Da wo die Menschen ermordet wurden.
Vor 40 Jahren entscheidet das Land Hessen:
Es muss ein besonderes Museum geben.
Es muss eine neue Ausstellung geben.
Bis 2025 wird das besondere Museum neu gemacht.
Es wird eine dritte Ausstellung geben.
Dafür wird viel geforscht.
Das bezahlt die deutsche Bundes-Regierung.
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Hadamar killing centre with smoking chimney, 1941.
Archive of the Hesse State Welfare Association, F 12/No. 192.
HADAMAR
The Hadamar Memorial is located on the historic site of a former killing centre. Between 1941 and 1945, a total of around 14,500 people with mental illnesses or disabilities were murdered in the former state mental hospital in what was then the province of Hesse-Nassau in a gas chamber, by lethal injections and medication, and through deliberate malnutrition.
In just eight months, between January and August 1941, over 10,000 people fell victim to »Aktion T4«. The people were led into a basement room disguised as a shower room and suffocated with carbon monoxide. A few metres away was the crematorium where the bodies were subsequently burned. In April 1941, at least 352 patients from the Lüneburg mental hospital were transferred to the Hadamar killing centre via the Herborn transit centre as part of »Aktion T4«. Only two survivors are known to date.
After the official end of »Aktion T4«, the killings in Hadamar continued covertly. Around 4,500 more people were murdered as part of the so-called »decentralised euthanasia« programme, including Jewish children and, in 1944, patients of foreign origin. Individual patients from the Lüneburg mental hospital were also among the victims of this second phase of »euthanasia«.
To certify all deaths, a special registry office was operated in the killing centre, which sent forged death certificates to the relatives.
After the end of »Aktion T4«, some of the staff from the Hadamar killing centre were transferred to the German-occupied General Government in Poland to use their »expertise« to build and operate the three extermination camps at Sobibór, Bełżec and Treblinka. Over 1.8 million people, mainly Jews, Sinti and Roma, were murdered in these camps as part of »Aktion Reinhardt«.
After American soldiers liberated the institution, the crimes were documented on film. The footage was used to re-educate the German population. The prosecution of the perpetrators began as early as 1945. By 1947, there had been three trials dealing with the crimes committed in Hadamar (the Wiesbaden trial, the Nuremberg trial and the trial before the Frankfurt Regional Court).
In 1953, a wall relief was installed in the entrance area of the former killing centre as a memorial. In 1964, the cemetery with the graves of those murdered between 1942 and 1945 was converted into a memorial site. In 1983, the first exhibition was held in the basement rooms. This provided the impetus for the establishment of a memorial site. In 1991, a permanent exhibition was installed in a wing of the clinic and became a memorial site run by the Hessian State Welfare Office. The memorial site will be redesigned by 2025 with funding from the Federal Government Commissioner for Culture and the Media.
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Ośrodek zagłady w Hadamar z dymiącym kominem, 1941 r.
Archiwum Stowarzyszenia Opieki Społecznej Kraju Związkowego Hesja, F 12/nr 192.
HADAMAR
Miejsce pamięci Hadamar znajduje się w historycznym miejscu dawnego ośrodka zagłady. W latach 1941–1945 w dawnym państwowym szpitalu psychiatrycznym w ówczesnej prowincji Hesja-Nassau zamordowano łącznie około 14 500 osób z chorobami psychicznymi lub niepełnosprawnościami w komorze gazowej, poprzez śmiertelne zastrzyki i podawanie leków oraz celowe niedożywianie.
W ciągu zaledwie ośmiu miesięcy, od stycznia do sierpnia 1941 roku, ofiarą „Aktion T4” padło ponad 10 000 osób. Ludzi wprowadzano do piwnicy zamaskowanej jako prysznic i dusili tlenkiem węgla. Kilka metrów dalej znajdowała się krematorium, w którym następnie spalano ciała. W kwietniu 1941 r. co najmniej 352 pacjentów szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu zostało przeniesionych do ośrodka zagłady w Hadamar przez ośrodek tranzytowy w Herborn w ramach „Aktion T4”. Do tej pory znanych jest tylko dwóch ocalałych.
Po oficjalnym zakończeniu akcji „Aktion T4” zabójstwa w Hadamar były kontynuowane w tajemnicy. W ramach tzw. „decentralizowanej eutanazji” zamordowano około 4500 osób, w tym dzieci żydowskie, a w 1944 r. pacjentów pochodzenia zagranicznego. Wśród ofiar tej drugiej fazy „eutanazji” znaleźli się również pacjenci szpitala psychiatrycznego w Lüneburgu.
W celu poświadczenia wszystkich zgonów w ośrodku zagłady działał specjalny urząd stanu cywilnego, który wysyłał sfałszowane akty zgonu do krewnych.
Po zakończeniu „Aktion T4” część personelu ośrodka zagłady w Hadamar została przeniesiona do okupowanego przez Niemców Generalnego Gubernatorstwa w Polsce, aby wykorzystać swoją „wiedzę specjalistyczną” do budowy i prowadzenia trzech obozów zagłady w Sobiborze, Bełżcu i Treblince. W ramach „Aktion Reinhardt” w obozach tych zamordowano ponad 1,8 miliona osób, głównie Żydów, Sintów i Romów.
Po wyzwoleniu instytucji przez żołnierzy amerykańskich zbrodnie zostały udokumentowane na filmie. Materiał filmowy został wykorzystany do reedukacji ludności niemieckiej. Ściganie sprawców rozpoczęło się już w 1945 roku. Do 1947 roku odbyły się trzy procesy dotyczące zbrodni popełnionych w Hadamar (proces w Wiesbaden, proces w Norymberdze i proces przed Sądem Okręgowym we Frankfurcie).
W 1953 roku w holu wejściowym dawnego ośrodka zagłady zainstalowano płaskorzeźbę jako pomnik. W 1964 roku cmentarz z grobami osób zamordowanych w latach 1942–1945 przekształcono w miejsce pamięci. W 1983 roku w pomieszczeniach piwnicznych zorganizowano pierwszą wystawę. Dało to impuls do utworzenia miejsca pamięci. W 1991 roku w skrzydle kliniki zainstalowano stałą wystawę, która stała się miejscem pamięci zarządzanym przez Heski Urząd ds. Opieki Społecznej. Do 2025 roku miejsce pamięci zostanie przeprojektowane dzięki funduszom federalnego komisarza ds. kultury i mediów.
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