NFC zu E-B-05
Sie waren verantwortlich für die Verbrechen
Sie haben Verantwortung.
Für die Verbrechen.
ADOLF WILKE (1898 – 1946)

Adolf Wilke, um 1930.
StadtALbg BS 44318.
Adolf Wilke stammte aus Hameln, war Chirurg und Ärztlicher Direktor des Städtischen Krankenhauses Lüneburg. Er studierte Medizin und heiratete 1925 in Leipzig Elisabeth Menzinger. Bis 1933 behandelte Wilke mehrere Jahre in Berlin. Dann kam das Ehepaar nach Lüneburg und Wilke übernahm ab 1936 die Krankenhausleitung. 1942 veranlasste er die Errichtung einer »Ostarbeiterbaracke«, damit die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter dort behandelt werden konnten. Er wies die Ermordung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an und wurde am 1. Juni 1945 in Esterwegen interniert. Während eines Transports aus dem Lager Esterwegen ins Krankenhaus Sögel starb er an einer Diphtherie-Erkrankung.
ADOLF WILKE
Adolf Wilke kommt aus Hameln.
Er heiratet im Jahr 1925.
Er ist Arzt in Leipzig und Berlin.
In der Nazi-Zeit kommt er nach Lüneburg.
Er wird Chef vom normalen Krankenhaus.
Im Jahr 1942 richtet er eine extra Kranken-Station für Ostarbeiter ein.
Das sind Zwangs-Arbeiter aus Osteuropa.
Er entscheidet:
Dort werden Menschen
mit Medikamenten ermordet.
Nach dem Krieg wird er verhaftet.
Er kommt in ein Gefangenen-Lager.
Dort wird er krank und stirbt auf der Fahrt
in ein Krankenhaus im Juni 1945.
Neben Wilke waren weitere Ärzte (Helmut Bock, Günter Schulz und Friedrich von der Becke), eine Ärztin (Margret Dehlinger) und eine Oberschwester (Margarete Dethlefsen) des Krankenhauses Lüneburg an der Ermordung der Zwangsarbeiter*innen beteiligt. Sie entschieden, diese Frauen und Männer mit einer Überdosis Morphium zu ermorden.
Das ist die einzige Aufnahme der ehemaligen »Krankenbaracke« für Ostarbeiterinnen und Ostarbeiter. Es ist das einfache, längliche Gebäude hinten rechts, versteckt in den Bäumen.
Adolf Wilke ist nicht der einzige Mörder
im normalen Krankenhaus in Lüneburg.
Auch 4 Ärzte und eine Pflegerin helfen
beim Kranken-Mord.
Sie töten mit zu viel Schmerz-Mitteln.
Auf diesem Foto sieht man die Kranken-Station
für Ostarbeiter.
Die Station ist in einem einfachen langen Haus rechts hinten auf dem Foto.
Das Foto ist etwa aus dem Jahr 1950.

Luftbild vom Krankenhaus Lüneburg, ca. 1950.
Städtisches Klinikum Lüneburg.
GÜNTER SCHULZ (1906– 1946)

Zeugnis des Städtischen Krankenhauses der Stadt Stade über Günter Schulz, 23.9.1936.
StadtALg PA 471.
Günter Schulz stammte aus Herford. 1929 machte er in Hildesheim Abitur und studierte danach Medizin in Jena, Graz, Innsbruck, Leipzig und Rostock. 1935 bestand er das Staatsexamen. Er arbeitete an der Universitätsklinik Jena, in Hildesheim und in Stade, bevor er 1937 ans Städtische Krankenhaus Lüneburg kam. Er heiratete in dieser Zeit und wurde Vater von zwei Kindern. In Lüneburg wies er die Pflegerin Margarete Dethlefsen an, Zwangsarbeiter*innen tödliche Dosen zu verabreichen. Sie sollten angeblich Schmerzen lindern und erlösen. Im März 1944 wurde Schulz ins Heer einberufen. Nach dem Krieg gestand er seine Taten. Er wurde Ende 1946 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
GÜNTER SCHULZ
Günter Schulz kommt aus Herford.
Er geht in Hildesheim zur Schule.
Danach wird er Arzt.
Er arbeitet in Jena, Hildesheim und Stade.
In der Nazi-Zeit kommt er nach Lüneburg.
Er wird Arzt im normalen Krankenhaus.
In dieser Zeit heiratet er.
Er wird Vater von 2 Kindern.
Günter Schulz sagt der Pflegerin
im normalen Krankenhaus:
Die Zwangs-Arbeiter sollen sterben.
Die Pflegerin soll den Zwangs-Arbeitern
zu viel Schmerz-Mittel geben.
Im Jahr 1944 wird Günter Schulz Soldat.
Nach dem Krieg gibt er die Kranken-Morde zu.
Darum kommt er vor Gericht.
Er bekommt die Todes-Strafe.
Er wird im Jahr 1946 erhängt.
»An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg, nach mir zugegangener Mitteilung ist die Stelle des Leitenden Arztes der inneren Abteilung vakant geworden. Hiermit möchte ich mich um diese Stelle bewerben. Ich bin 1936 approbiert, war von 1936 bis 1937 planmäßiger Assistenzarzt am Städt. Krankenhaus Stade und bin seit 1937 planmäßiger Assistenzarzt am Städtischen Krankenhaus Lüneburg. Seit März 1944 wurde ich zum Militärdienst einberufen und war seit Juli 1944 Abteilungsarzt an verschiedenen Feldlazaretten im Osten. Gegenwärtig bin ich als Internist bei einem Ortslazarett eingesetzt. Die Facharztanerkennung liegt seit Juni 1940 durch die Ärztekammer Niedersachsen vor. Eine Beurteilung über meine fachlichen Leistungen beim Heer kann bei meinem gegenwärtigen Stabsarzt dem Beratendem Internisten Oberst Dr. med. habil. Berg angefordert werden. Es wurde von mir heute Antrag gestellt zwecks Entlassung […].«
Das ist eine Postkarte aus dem Jahr 1945.
Sie ist von Günter Schulz.
Er bewirbt sich damit beim Oberbürgermeister
von Lüneburg.
Er will Arzt am normalen Krankenhaus
in Lüneburg werden.
Er kennt das Krankenhaus schon von früher.
Er arbeitet dort in den Jahren1937 bis 1944
als Arzt.
Dann geht er als Soldat in den Zweiten Weltkrieg.
Nach dem Krieg will er wieder als Arzt
in Lüneburg arbeiten.
Er bekommt die Todes-Strafe.
Er wird im Jahr 1946 erhängt.


Bewerbung von Günter Schulz an den Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg, 14.7.1945.
StadtALg PA 471.
HELMUT BOCK (1917 – 1946)

Brief von Adolf Wilke an den Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg, 16.3.1944.
StadtALg PA 128.

Fragebogen über die Abstammung, ausgefüllt von Helmut Bock, Vorderseite, 10.12.1944.
StadtALg PA 128.
Helmut Bock stammte aus Emden. Er studierte Medizin und legte in Hamburg seine Prüfung ab. Ab 1943 arbeitete er in einem Reservelazarett in Hamburg-Wandsbek. 1944 wurde er Vater einer Tochter. Im gleichen Jahr verlor er ein Bein. Danach bewarb er sich auf eine Arztstelle in Lüneburg. Er nahm seine Arbeit als Assistenzarzt im April 1944 auf und war Nachfolger von Günter Schulz. Im November 1944 wurde er Vater von Zwillingen, einen Monat später heiratete er die Mutter seiner Kinder. Zwischen April 1944 und Januar 1945 beteiligte er sich am Mord an Zwangsarbeiter*innen.
Infolge monatelanger Schmerzmitteleinnahme war er von Januar bis April 1945 für eine Entzugsbehandlung in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg. Im Sommer 1945 wurde er im Lager Neuengamme interniert. Im Mai 1946 wurde er nach Jugoslawien ausgeliefert. Dort wurde er Ende 1946 wegen Mordes an Zwangsarbeiter*innen im Krankenhaus Lüneburg zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Ehefrau lebte zu dieser Zeit mit den gemeinsamen Kindern im Landkreis Lüneburg.
HELMUT BOCK
Helmut Bock kommt aus der Stadt Emden.
Er ist Arzt und arbeitet in Hamburg.
Helmut Bock wird Vater von 3 Kindern.
Erst bekommt er eine Tochter.
Dann bekommt er Zwillinge.
Alle Kinder sind im Jahr 1944 geboren.
Im gleichen Jahr verliert er ein Bein.
Er verliert auch seine Arbeit in Hamburg.
Im Jahr 1944 geht er nach Lüneburg und wird Arzt im normalen Krankenhaus.
Dort macht er mit beim Kranken-Mord.
Helmut Bock fühlt sich schlecht,
wegen dem Kranken-Mord.
Darum nimmt er viele Schmerzmittel.
Er wird süchtig nach den Schmerzmitteln.
Darum kommt er selbst als Patient in die Anstalt
in Lüneburg.
Dort will er mit den Schmerzmitteln aufhören.
Er macht einen Drogen-Entzug.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verhaftet man ihn.
Er kommt in ein Lager für Gefangene.
Er kommt vor Gericht wegen den Kranken-Morden im Krankenhaus.
Er bekommt die Todes-Strafe.
Er wird im Jahr 1946 erhängt.
MARGRET DEHLINGER, GEB. GIESCHEN (1913 – 1990)

Brief von Adolf Wilke an den Oberbürgermeister der Stadt Lüneburg, 12.2.1942.
StadtALg PA 154.
Margret Dehlinger stammte aus Bremen und war Ärztin. 1940 heiratete sie ihren Kollegen Freimut Dehlinger aus Lötzen, ein Jahr später kam ihre erste Tochter zur Welt. Bis September 1945 arbeitete Margret Dehlinger als notverpflichtete Hilfsärztin der Inneren Abteilung des Krankenhauses Lüneburg. Dort war sie an der Ermordung von Zwangsarbeiter*innen beteiligt. Im Januar 1945 erhielt sie das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. 1946 wurde ihre zweite Tochter geboren. Von 1949 bis 1950 nahm sie ihren Dienst wieder auf und wurde Oberärztin. 1951 verließen die Dehlingers Lüneburg und zogen nach Leer. Sie starb am 21. Oktober 1990 in Bad Zwischenahn.
MARGRET DEHLINGER
Margret Dehlinger kommt aus Bremen.
Sie ist Ärztin.
Im Jahr 1940 heiratet Margret Dehlinger
einen Arzt.
Die beiden haben 2 Töchter.
In der Nazi-Zeit ermordet sie Kranke
im normalen Krankenhaus Lüneburg.
Im Januar 1945 bekommt sie einen Preis für ihre gute Arbeit.
Sie arbeitet bis September 1945
im normalen Krankenhaus in Lüneburg.
Da ist der Zweite Weltkrieg
schon seit 4 Monaten vorbei.
Sie kommt für die Kranken-Morde nie vor Gericht.
Nach der Nazi-Zeit fängt sie wieder an zu arbeiten im normalen Krankenhaus in Lüneburg.
Sie wird Oberärztin.
Im Jahr 1951 zieht sie mit ihrer Familie um.
Sie gehen nach Leer.
Sie stirbt im Jahr 1990 in Bad Zwischenahn
bei Oldenburg.
MARGARETE DETHLEFSEN (1917 – 1946)

Auszug aus dem Melderegister von Margarete Dethlefsen, 1944.
StadtALg, EMA-EK, Dethlefsen-Margarete.
Margarete Dethlefsen stammte aus Flensburg und arbeitete seit 1936 als Oberschwester im Krankenhaus Lüneburg. Als sie beauftragt wurde, erkrankten Zwangsarbeiter*innen eine Überdosis Morphium zu verabreichen, folgte sie der Anweisung. Sie ermordete auf diese Weise über 50 Menschen, ohne es zu hinterfragen oder anzuzweifeln. Ende 1946 wurde sie wegen Mordes verurteilt und hingerichtet.
MARGARETE DETHLEFSEN
Margarete Dethlefsen kommt aus Flensburg.
Sie ist Pflegerin.
Sie arbeitet ab dem Jahr 1936
im normalen Krankenhaus in Lüneburg.
In der Nazi-Zeit ermordet Margarete Dethlefsen etwa 50 kranke Zwangsarbeiter.
Sie gibt ihnen zu viel von einem Medikament.
Daran sterben die Kranken.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt sie
vor Gericht.
Sie bekommt die Todes-Strafe.
Sie wird im Jahr 1946 erhängt.
RICHARD HÖLSCHER (1868 – 1949)

Sanitätsrat Richard Hölscher, etwa 1925. Album zum 25-jährigen Jubiläum.
Städtisches Klinikum Lüneburg.
StadtALg PA 42.
Richard Hölscher wurde am 22. August 1868 in Bad Pyrmont geboren. Nach seinem Medizinstudium wurde er Oberarzt in Kiel. Dort heiratete er am 1. September 1900 Rita Christensen. Zweieinhalb Wochen nach der Hochzeit zog das frisch vermählte Paar nach Lüneburg, da Hölscher die Stelle des Ärztlichen Direktors im neu errichteten Krankenhaus antrat. 1902, 1903, 1907 und 1911 wurden seine drei Söhne und eine Tochter geboren.
Im Jahr 1925, anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums, stellten die Pflegerinnen ein Album für ihn zusammen. Es ist die einzige Sammlung historischer Fotos, die es zum Krankenhaus Lüneburg gibt. Sie ist Ausdruck der hohen Wertschätzung gegenüber Hölschers Arbeit. 1936 ging er altersbedingt in den Ruhestand. Nach seinem Weggang wurde die medizinische Versorgung im Krankenhaus Lüneburg neu strukturiert. Während Hölscher als Ärztlicher Direktor die Chirurgie und die Innere Medizin noch vereinte, wurden nun zwei Abteilungen geschaffen. Adolf Wilke wurde Leiter der Inneren Medizin und Werner Kalliske wurde Leiter der Chirurgie.
Zwischen 1934 und 1936 war Richard Hölscher an Zwangssterilisationen beteiligt. Da sein Nachfolger Werner Kalliske nach der Geburt des vierten Kindes seine Ehefrau verlor, musste er sein Leben als alleinerziehender Vater von vier Kindern neu regeln und konnte zunächst nicht weiterarbeiten. Hölscher vertrat ihn und kehrte für neun Monate aus dem Ruhestand zurück.
Richard Hölscher starb am 17. August 1949 in Lüneburg.
RICHARD HÖLSCHER
Richard Hölscher ist Arzt.
Er kommt aus Bad Pyrmont.
Er geht nach Kiel um Arzt zu werden.
Dort trifft er eine Frau und heiratet.
Seine Frau heißt Rita.
Richard Hölscher und seine Frau ziehen
2 Wochen nach der Hochzeit nach Lüneburg.
Richard Hölscher wird Chef-Arzt
vom normalen Krankenhaus.
Richard Hölscher ist ein beliebter Arzt.
Im Jahr 1925 ist er 25 Jahre lang Chef-Arzt
in Lüneburg.
Dafür bekommt er ein Foto-Album
als Geschenk.
Dieses Foto ist aus dem Foto-Album.
Auf dem Foto sieht man Richard Hölscher
im Jahr 1925.
In den Jahren 1934 bis 1936 macht
Richard Hölscher bei den Nazis mit.
Er macht bei Zwangs-Sterilisationen mit.
Im Jahr 1936 hört er auf als Arzt zu arbeiten.
Er geht in Rente.
Von Januar 1943 bis August 1945 übernahm Hölscher kriegsbedingt ein weiteres Mal die Leitung der Chirurgie. Werner Kalliske war eingezogen worden. Erst am 6. August 1945 wurde Richard Hölscher für immer außer Dienst gestellt.
Während dieser ganzen Zeit war Richard Hölscher an Zwangssterilisationen beteiligt. Auch die Ermordung von Zwangsarbeiter*innen in der »Ausländerbaracke« seines Krankenhauses muss ihm bekannt gewesen sein, genoss er als ehemaliger Ärztlicher Direktor und Leiter der Chirurgie doch höchstes Vertrauen in der Belegschaft.
Dann fängt der Zweite Weltkrieg an.
Richard Hölscher muss wieder als Arzt arbeiten.
Das macht er bis zum Jahr 1945.
In dieser Zeit macht er wieder
viele Zwangs-Sterilisationen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geht
Richard Hölscher wieder in Rente.
Er stirbt im Jahr 1949 in Lüneburg.
Es gibt einen Zeitungs-Bericht über
Richard Hölscher zu seinem 80. Geburtstag.
In dem Bericht steht nur Gutes über ihn.
Zum Beispiel:
In der Nazi-Zeit war er ein Held.
Was er schlecht gemacht hat,
steht nicht in dem Bericht.

Zeitungsbericht aus der Lüneburger Landeszeitung vom 22.3.1948, Jg. 3, Nr. 34, S. 3.
StadtALg PA 42.
WERNER KALLISKE (1901 – 1949)

Werner Kalliske, 1936.
StALg PA 286.
Werner Kalliske stammte aus Bornstedt bei Potsdam. Er wurde am 21. Mai 1901 geboren. Er studierte Medizin in Berlin. Danach arbeitete er dort an den Kliniken Westend und Charité. In Lüneburg bewarb er sich ohne Zeugnis. Seine Bewerbung war nur deshalb erfolgreich, weil er bei der SS-Sanitätsstaffel war. Außerdem gab er an, dass Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti persönlich Auskunft über ihn geben könne. Er hatte sehr gute Kontakte in die Führungsspitze der Nationalsozialisten.
1936 zog er mit seiner Frau und zwei Kleinkindern von Berlin nach Lüneburg, um die Stelle eines Oberarztes anzutreten. Zunächst kam er für drei Monate bei Richard Hölscher unter. Danach fand er im Wilschenbrucher Weg eine neue Bleibe. Er trat die Stelle des Leitenden Arztes der Chirurgie im Krankenhaus Lüneburg an. Ab dann führte er Hunderte Zwangssterilisationen durch.
1937 und 1939 wurde Kalliske erneut Vater. Seine Frau starb einen Tag nach der Geburt des vierten Kindes. Ab dann musste er sich alleine um die Kinder kümmern. Richard Hölscher übernahm für neun Monate seine Aufgaben, damit Werner Kalliske alles regeln konnte.
1942 heiratete Werner Kalliske ein zweites Mal, Armgard Boll (geb. Freiin von der Goltz). Inzwischen war er Oberarzt eines Reservelazaretts. Durch den Kriegsdienst war er nicht an den Morden an Zwangsarbeiter*innen beteiligt.
Nach Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft. Im August 1945 war er erkrankt und stürzte aus einem Fenster des Lazarettbereichs im Lager Brünn. Er starb an den Folgen.
ADOLF WILKE
Adolf Wilke kommt aus Hameln.
Er heiratet im Jahr 1925.
Er ist Arzt in Leipzig und Berlin.
In der Nazi-Zeit kommt er nach Lüneburg.
Er wird Chef vom normalen Krankenhaus.
Im Jahr 1942 richtet er eine extra Kranken-Station für Ostarbeiter ein.
Das sind Zwangs-Arbeiter aus Osteuropa.
Er entscheidet:
Dort werden Menschen
mit Medikamenten ermordet.
Nach dem Krieg wird er verhaftet.
Er kommt in ein Gefangenen-Lager.
Dort wird er krank und stirbt auf der Fahrt
in ein Krankenhaus im Juni 1945.
MAX BRÄUNER (1882 – 1966)
Max Bräuner war ab 1934 an vielen Medizinverbrechen beteiligt. Ab 1934 meldete und begutachtete er Hunderte Erkrankte für Zwangssterilisationen. Als Beisitzer im Erbgesundheitsgericht entschied er über mindestens 380 Zwangssterilisationen. Ab 1940 entschied er, in welchem Umfang erwachsene Erkrankte in verschiedene Tötungsanstalten verlegt wurden. 1941 richtete er in Lüneburg eine »Kinderfachabteilung« und 1944 eine »Ausländersammelstelle« ein.
MAX BRÄUNER
Max Bräuner ist Arzt.
Er ist auch Richter am Sondergericht.
Er macht bei vielen Verbrechen
in der Nazi-Zeit mit:
• Er meldet Kranke zur Zwangs-Sterilisation.
• Er sagt, über 380 Menschen werden unfruchtbar gemacht.
• Er wählt Kranke aus für den Kranken-Mord.
• Er macht eine Kinder-Fachabteilung.
Hier ermordet man Kinder.
• Er macht eine Ausländer-Sammelstelle auf.
Hier ermordet man Kranke aus anderen Ländern.

Foto von Helene Feddersen und Max Bräuner, 1911.
Privatbesitz Gisela Bhatia | ArEGL 90.
Max Bräuner stammte aus Karlsruhe. Er war der Sohn eines Postdirektors und studierte Medizin in München und Göttingen. 1909 kam er als Assistenzarzt an die Lüneburger Heil- und Pflegeanstalt. Er hatte seine zukünftige Frau Helene Feddersen kennengelernt. 1911 heirateten sie. 1917 wurde der einzige Sohn geboren. 1936 wurde Max Bräuner Ärztlicher Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg.
Max Bräuner kommt aus Karlsruhe.
Sein Vater ist Chef von der Post.
Max Bräuner geht zur Uni in München
und Göttingen.
Im Jahr 1909 kommt er nach Lüneburg.
Er wird Arzt in der Anstalt.
2 Jahre später heiratet er Helene Bräuner.
Sie haben einen Sohn.
Im Jahr 1936 wird Max Bräuner Chef von der Anstalt in Lüneburg.
Auf diesem Foto sind
Max und Helene Bräuner im Jahr 1911.
Sie sind verlobt.

Bild in Holzrahmen. Vorderseite: Foto von Max Bräuner, nach 1945.
Privatbesitz Gisela Bhatia | ArEGL 90.

Rückseite: (links) Foto von Max Bräuner, etwa 1965; (rechts) unbekannt, etwa 1960er-Jahre.
Privatbesitz Gisela Bhatia | ArEGL 90.
Das Porträt im Holzrahmen zeigt Max Bräuner im Alter von etwa 65 Jahren. Es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf der Rückseite befinden sich weitere Aufnahmen. Auf dem linken Bild ist er bereits über 80 Jahre alt. Als es entstand, liefen staatsanwaltliche Ermittlungen gegen ihn. 1961 hatte er sich entschieden, seine Beteiligung an der »Euthanasie« zu gestehen. Daraufhin wurden 1949 eingestellte Ermittlungen wieder aufgenommen.
Das ist ein Foto von Max Bräuner.
Auf dem Foto ist er etwa 65 Jahre alt.
Auf der Rückseite von dem Foto sind
noch 2 andere Fotos von Max Bräuner.
Auf diesen Fotos ist er viel älter.
Diese Fotos sind etwa aus dem Jahr 1965.
In dieser Zeit prüft der Staatsanwalt
in Lüneburg:
Was hat Max Bräuner in der Nazi-Zeit gemacht.
Denn Max Bräuner gibt zu:
Ich habe in der Nazi-Zeit Kranke ermordet.
Der Staatsanwalt prüft die Kranken-Morde.

Adolf Wilke, around 1930.
StadtALg BS 44318.
ADOLF WILKE (1898 – 1946)
Adolf Wilke was from Hamelin, a surgeon and medical director of the municipal hospital in Lüneburg. He studied medicine and married Elisabeth Menzinger in Leipzig in 1925. Wilke practised medicine in Berlin for several years until 1933. The couple then moved to Lüneburg, where Wilke took over the management of the hospital in 1936. In 1942, he arranged for the construction of an »Eastern Workers‘ Barracks« so that »Zwangsarbeiter*innen« could be treated there. He ordered the murder of »Zwangsarbeiter*innen« and was interned in Esterwegen on 1 June 1945. He died of diphtheria during a transport from the Esterwegen camp to the hospital in Sögel.
In addition to Wilke, other doctors (Helmut Bock, Günter Schulz and Friedrich von der Becke), a female doctor (Margret Dehlinger) and a head nurse (Margarete Dethlefsen) from Lüneburg Hospital were involved in the murder of the forced labourers. They decided to murder these women and men with an overdose of morphine.
This is the only photo of the former »Sick barracks« for Eastern labourers. It is the simple, elongated building at the back right, hidden in the trees.

Aerial photo of Lüneburg Hospital, c. 1950.
Municipal Hospital Lüneburg.

Certificate from the municipal Hospital of the city of Stade about Günter Schulz, 23 September 1936.
StadtALg PA 471.
GÜNTER SCHULZ (1906– 1946)
Günter Schulz came from Herford. He graduated from high school in Hildesheim in 1929 and then studied medicine in Jena, Graz, Innsbruck, Leipzig and Rostock. He passed his state examination in 1935. He worked at Jena University Hospital, in Hildesheim and in Stade before joining Lüneburg Municipal Hospital in 1937. He married during this time and became the father of two children. In Lüneburg, he instructed the nurse Margarete Dethlefsen to administer lethal doses to forced labourers. They were supposed to alleviate and relieve pain. Schulz was called up to the army in March 1944. After the war, he confessed to his crimes. He was sentenced to death and executed at the end of 1946.
»To the Lord Mayor of the City of Lüneburg, I have been informed that the post of Head of the Internal Medicine Department has become vacant. I would hereby like to apply for this position. I qualified in 1936, from 1936 to 1937 I was a scheduled assistant doctor at the Städt. Hospital Stade from 1936 to 1937, and since 1937 I have been a scheduled assistant doctor at the Municipal Hospital Lüneburg. In March 1944 I was called up for military service and from July 1944 I was a departmental doctor at various field hospitals in the East. I am currently employed as an internist at a local hospital. I have been recognised as a specialist by the Lower Saxony Medical Association since June 1940. An assessment of my professional performance in the army can be requested from my current staff physician, the consultant internist Colonel Dr med. habil. Berg can be requested. I have applied for discharge today […].«


Application from Günter Schulz to the Lord Mayor of the City of Lüneburg, 14 July 1945.
StadtALg PA 471.

Letter from Adolf Wilke to the Lord Mayor of Lüneburg, 16 March 1944.
StadtALg PA 128.

Questionnaire on ancestry, completed by Helmut Bock, front page, 10 December 1944.
StadtALg PA 128.
HELMUT BOCK (1917 – 1946)
Helmut Bock came from Emden. He studied medicine and passed his exams in Hamburg. From 1943, he worked in a reserve hospital in Hamburg-Wandsbek. In 1944 he became the father of a daughter. In the same year, he lost a leg. He then applied for a position as a doctor in Lüneburg. He started work as an assistant doctor in April 1944 and was Günter Schulz’s successor. In November 1944, he became the father of twins, and a month later he married the mother of his children. Between April 1944 and January 1945, he took part in the murder of forced labourers.
As a result of taking painkillers for months, he underwent withdrawal treatment at the Lüneburg sanatorium and nursing home from January to April 1945. In the summer of 1945, he was interned in the Neuengamme camp. In May 1946, he was extradited to Yugoslavia. There he was sentenced to death and executed at the end of 1946 for the murder of forced labourers in Lüneburg hospital. At the time, his wife was living with their children in the district of Lüneburg.
MARGRET DEHLINGER, GEB. GIESCHEN (1913 – 1990)
Margret Dehlinger came from Bremen and was a doctor. In 1940, she married her colleague Freimut Dehlinger from Lötzen, and a year later her first daughter was born. Margret Dehlinger worked as an emergency doctor in the internal medicine department of Lüneburg Hospital until September 1945. There she was involved in the murder of forced labourers. In January 1945, she was awarded the War Cross of Merit 2nd Class. Her second daughter was born in 1946. From 1949 to 1950, she returned to work and became a senior physician. In 1951, the Dehlingers left Lüneburg and moved to Leer. She died on 21 October 1990 in Bad Zwischenahn.

Letter from Adolf Wilke to the Lord Mayor of the City of Lüneburg, 12 February 1942.
StadtALg PA 154.

Extract from the civil register of Margarete Dethlefsen, 1944.
StadtALg, EMA-EK, Dethlefsen-Margarete.
MARGARETE DETHLEFSEN (1917 – 1946)
Margarete Dethlefsen came from Flensburg and had been working as a head nurse at Lüneburg Hospital since 1936. When she was instructed to administer an overdose of morphine to sick forced labourers, she followed the order. She murdered over 50 people in this way without questioning or doubting it. At the end of 1946, she was convicted of murder and executed.
RICHARD HÖLSCHER (1868 – 1949)
Richard Hölscher was born on 22 August 1868 in Bad Pyrmont. After studying medicine, he became a senior physician in Kiel. There he married Rita Christensen on 1 September 1900. Two and a half weeks after the wedding, the newlyweds moved to Lüneburg, as Hölscher took up the post of medical director at the newly built hospital. His three sons and one daughter were born in 1902, 1903, 1907 and 1911.
In 1925, on the occasion of his 25th anniversary of service, the nurses put together an album for him. It is the only collection of historical photos of Lüneburg Hospital in existence. It is an expression of the high esteem in which Hölscher’s work is held. He retired in 1936 due to his age. After his departure, medical care at Lüneburg Hospital was reorganised. Whilst Hölscher, as Medical Director, still united surgery and internal medicine, two departments were now created. Adolf Wilke became Head of Internal Medicine and Werner Kalliske became Head of Surgery.
Between 1934 and 1936, Richard Hölscher was involved in forced sterilisations. As his successor Werner Kalliske lost his wife after the birth of their fourth child, he had to reorganise his life as a single father of four children and was initially unable to continue working. Hölscher stood in for him and returned from retirement for nine months.

Richard Hölscher died on 17 August 1949 in Lüneburg.
Medical officer Richard Hölscher, around 1925. Album commemorating the 25th anniversary.
Lüneburg Municipal Hospital.
StadtALg PA 42.
From January 1943 to August 1945, Hölscher once again took over the management of the surgical department due to the war. Werner Kalliske had been drafted. It was not until 6 August 1945 that Richard Hölscher was decommissioned for good.
Throughout this time, Richard Hölscher was involved in forced sterilisations. He must also have been aware of the murder of forced labourers in the »foreigners‘ barracks« at his hospital, as he enjoyed the highest level of trust among the staff as the former medical director and head of surgery.

Newspaper report from the Lüneburger Landeszeitung of 22 March 1948, Vol. 3, No. 34, p. 3.
StALg PA 42.

Werner Kalliske, 1936.
StALg PA 286.
WERNER KALLISKE (1901 – 1949)
Werner Kalliske came from Bornstedt near Potsdam. He was born on 21 May 1901. He studied medicine in Berlin. He then worked there at the Westend and Charité hospitals. He applied to Lüneburg without a certificate. His application was only successful because he was a member of the SS medical squadron. He also stated that Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti could provide information about him personally. He had very good contacts in the top echelons of the National Socialists.
In 1936, he moved from Berlin to Lüneburg with his wife and two small children to take up the post of senior physician. He initially stayed with Richard Hölscher for three months. He then found a new home in Wilschenbrucher Weg. He took up the post of Head of Surgery at Lüneburg Hospital. From then on, he carried out hundreds of forced sterilisations.
Kalliske became a father again in 1937 and 1939. His wife died one day after the birth of their fourth child. From then on, he had to look after the children alone. Richard Hölscher took over his duties for nine months so that Werner Kalliske could organise everything.
In 1942, Werner Kalliske married a second time, Armgard Boll (née Freiin von der Goltz). In the meantime, he was a senior physician at a reserve hospital. Due to his military service, he was not involved in the murders of forced labourers.
After the end of the war, he was taken prisoner of war. In August 1945, he fell ill and fell out of a window in the hospital area of the Brno camp. He died as a result.
MAX BRÄUNER (1882 – 1966)
Max Bräuner was involved in many medical crimes from 1934 onwards. From 1934, he reported and assessed hundreds of patients for forced sterilisation. As a judge, he decided on at least 380 forced sterilisations. From 1940, he decided to what extent adult patients were transferred to various killing centres. In 1941, he set up a »Children’s special wards« in Lüneburg and in 1944 a Ausländersammelstelle« (»Collection Centres«) collection centre.

Photo of Helene Feddersen and Max Bräuner, 1911.
Private property Gisela Bhatia | ArEGL 90.
Max Bräuner was born in Karlsruhe. He was the son of a post office director and studied medicine in Munich and Göttingen. In 1909, he joined the Lüneburg Sanatorium and Nursing Home as an assistant physician. He had met his future wife, Helene Feddersen. They married in 1911. Their only son was born in 1917. In 1936, Max Bräuner became medical director of the Lüneburg Sanatorium and Nursing Home.

Picture in wooden frame. Front: Photo of Max Bräuner, after 1945.
Private property Gisela Bhatia | ArEGL 90.

Back: (left) photo of Max Bräuner, ca. 1965; (right) unknown, c. 1960s.
Private property Gisela Bhatia | ArEGL 90.
The portrait in the wooden frame shows Max Bräuner at the age of around 65. It was taken after the war. There are more photos on the back. In the picture on the left, he is already over 80 years old. In 1961, he had decided to confess his involvement in the »euthanasia« programme. As a result, investigations that had been closed in 1949 were resumed.

Adolf Wilke, około 1930.
StadtALbg BS 44318.
ADOLF WILKE (1898 – 1946)
Adolf Wilke pochodził z Hamelin, był chirurgiem i dyrektorem medycznym Szpitala Miejskiego w Lüneburgu. Studiował medycynę i ożenił się z Elisabeth Menzinger w Lipsku w 1925 roku. W 1933 r. Wilke przez kilka lat leczył pacjentów w Berlinie. W 1939 r. para przeniosła się do Lüneburga, a Wilke przejął zarządzanie szpitalem. W 1942 r. zorganizował budowę »baraku dla robotników wschodnich«, aby mogli się w nim leczyć robotnicy przymusowi. Nakazał zamordowanie robotników przymusowych i został internowany w Esterwegen 1 czerwca 1945 roku. Zmarł na dyfteryt podczas transportu z obozu Esterwegen do szpitala Sögel.
Oprócz Wilkego, inni lekarze (Helmut Bock, Günter Schulz i Friedrich von der Becke), lekarka (Margret Dehlinger) i pielęgniarka (Margarete Dethlefsen) ze szpitala w Lüneburgu byli zaangażowani w mordowanie robotników przymusowych. Postanowili oni zamordować te kobiety i mężczyzn za pomocą przedawkowanej morfiny.
To jedyne zdjęcie dawnych »Baraków dla chorych« dla robotników ze Wschodu. Jest to prosty, podłużny budynek z tyłu po prawej stronie, ukryty wśród drzew.

Widok szpitala w Lüneburgu z lotu ptaka, ok. 1950 r.
Szpital Miejski w Lüneburgu.

Zaświadczenie ze szpitala miejskiego miasta Stade dotyczące Güntera Schulza, 23 września 1936 r.
StadtALg PA 471.
GÜNTER SCHULZ (1906– 1946)
Günter Schulz pochodził z Herford, ukończył szkołę średnią w Hildesheim w 1929 r., a następnie studiował medycynę w Jenie, Grazu, Innsbrucku, Lipsku i Rostocku. Egzamin państwowy zdał w 1935 roku. Pracował w Szpitalu Uniwersyteckim w Jenie, w Hildesheim i w Stade, zanim w 1937 r. dołączył do Szpitala Miejskiego w Lüneburgu. W tym czasie ożenił się i został ojcem dwójki dzieci. W Lüneburgu poinstruował pielęgniarkę Margarete Dethlefsen, aby podawała śmiertelne dawki robotnikom przymusowym. Miały one łagodzić i uśmierzać ból. Schulz został powołany do wojska w marcu 1944 roku. Po wojnie przyznał się do popełnionych zbrodni. Został skazany na śmierć i stracony pod koniec 1946 roku.
»Do Nadburmistrza Miasta Lüneburg: Zostałem poinformowany, że zwolniło się stanowisko Kierownika Oddziału Chorób Wewnętrznych. Niniejszym chciałbym ubiegać się o to stanowisko. Ukończyłem studia w 1936 roku, w latach 1936-1937 byłem asystentem w Städt. Hospital Stade od 1936 do 1937 roku, a od 1937 roku jestem asystentem w Szpitalu Miejskim w Lüneburgu. W marcu 1944 roku zostałem powołany do służby wojskowej i od lipca 1944 roku byłem lekarzem oddziałowym w różnych szpitalach polowych na Wschodzie. Obecnie jestem zatrudniony jako internista w miejscowym szpitalu. Od czerwca 1940 roku jestem uznawany za specjalistę przez Dolnosaksońską Izbę Lekarską. O ocenę mojej pracy zawodowej w wojsku można zwrócić się do mojego obecnego lekarza sztabowego, konsultanta internisty płk dr med. habil. Berga. W dniu dzisiejszym złożyłem wniosek o zwolnienie ze służby […].«


Wniosek Güntera Schulza do nadburmistrza miasta Lüneburg, 14 lipca 1945 r.
StadtALg PA 471.

List Adolfa Wilke do burmistrza Lüneburga, 16 marca 1944 r.
StadtALg PA 128.

Kwestionariusz dotyczący pochodzenia, wypełniony przez Helmuta Bocka, strona tytułowa, 10 grudnia 1944 r.
StadtALg PA 128.
HELMUT BOCK (1917 – 1946)
Helmut Bock pochodził z Emden. Studiował medycynę i zdał egzaminy w Hamburgu. Od 1943 r. pracował w szpitalu rezerwowym w Hamburg-Wandsbek. W 1944 r. został ojcem córki. W tym samym roku stracił nogę. Następnie ubiegał się o posadę lekarza w Lüneburgu. Rozpoczął pracę jako asystent lekarza w kwietniu 1944 r. i został następcą Güntera Schulza. W listopadzie 1944 r. został ojcem bliźniaków, a miesiąc później poślubił matkę swoich dzieci. Między kwietniem 1944 r. a styczniem 1945 r. brał udział w mordowaniu robotników przymusowych.
W wyniku wielomiesięcznego przyjmowania środków przeciwbólowych od stycznia do kwietnia 1945 r. przechodził leczenie odwykowe w sanatorium i domu opieki w Lüneburgu. Latem 1945 r. został internowany w obozie Neuengamme. W maju 1946 r. został poddany ekstradycji do Jugosławii. Tam został skazany na śmierć i stracony pod koniec 1946 r. za zamordowanie robotników przymusowych w szpitalu w Lüneburgu. Jego żona i dzieci mieszkały wówczas w powiecie Lüneburg.
MARGRET DEHLINGER, urodz. GIESCHEN (1913 – 1990)
Margret Dehlinger pochodziła z Bremy i była lekarzem. W 1940 r. wyszła za mąż za swojego kolegę Freimuta Dehlingera z Lötzen, a rok później urodziła się jej pierwsza córka. Margret Dehlinger pracowała jako lekarz pogotowia ratunkowego na oddziale chorób wewnętrznych szpitala w Lüneburgu do września 1945 roku. Zajmowała się tam mordowaniem robotników przymusowych. W styczniu 1945 r. została odznaczona Wojennym Krzyżem Zasługi 2. klasy. W 1946 r. urodziła się jej druga córka. W latach 1949-1950 wróciła do pracy i została starszym lekarzem. W 1951 r. Dehlingerowie opuścili Lüneburg i przenieśli się do Leer. Zmarła 21 października 1990 r. w Bad Zwischenahn.

List Adolfa Wilke do burmistrza miasta Lüneburg, 12 lutego 1942 r.
StadtALg PA 154.

Wyciąg z rejestru stanu cywilnego Margarete Dethlefsen, 1944 r.
StadtALg, EMA-EK, Dethlefsen-Margarete.
MARGARETE DETHLEFSEN (1917 – 1946)
Margarete Dethlefsen pochodziła z Flensburga i od 1936 roku pracowała jako główna pielęgniarka w szpitalu w Lüneburgu. Kiedy otrzymała polecenie podania chorym robotnikom przymusowym przedawkowanej morfiny, wykonała rozkaz. Zamordowała w ten sposób ponad 50 osób, nie kwestionując ani nie mając wątpliwości. Pod koniec 1946 r. została skazana za morderstwo i stracona.
RICHARD HÖLSCHER (1868 – 1949)
Richard Hölscher urodził się 22 sierpnia 1868 r. w Bad Pyrmont. Po ukończeniu studiów medycznych został starszym lekarzem w Kilonii. Tam poślubił Ritę Christensen w dniu 1 września 1900 roku. Dwa i pół tygodnia po ślubie nowożeńcy przenieśli się do Lüneburga, gdzie Hölscher objął stanowisko dyrektora medycznego w nowo wybudowanym szpitalu. Jego trzej synowie i jedna córka urodzili się w 1902, 1903, 1907 i 1911 roku.
W 1925 roku, z okazji 25-lecia pracy, pielęgniarki przygotowały dla niego album. Jest to jedyna istniejąca kolekcja historycznych zdjęć szpitala w Lüneburgu. Jest to wyraz wysokiego szacunku, jakim cieszy się praca Hölschera. Hölscher przeszedł na emeryturę w 1936 roku ze względu na swój wiek. Po jego odejściu opieka medyczna w szpitalu w Lüneburgu została zreorganizowana. Podczas gdy Hölscher, jako dyrektor medyczny, połączył chirurgię i medycynę wewnętrzną, utworzono dwa oddziały. Adolf Wilke został ordynatorem oddziału chorób wewnętrznych, a Werner Kalliske ordynatorem oddziału chirurgii.
W latach 1934-1936 Richard Hölscher był zaangażowany w przymusowe sterylizacje. Ponieważ jego następca Werner Kalliske stracił żonę po urodzeniu czwartego dziecka, musiał przeorganizować swoje życie jako samotny ojciec czwórki dzieci i początkowo nie był w stanie kontynuować pracy. Hölscher zastąpił go i wrócił z emerytury na dziewięć miesięcy.

Richard Hölscher zmarł 17 sierpnia 1949 roku w Lüneburgu.
Radca medyczny Richard Hölscher, około 1925 r. Album z okazji 25-lecia.
Miejski Szpital Kliniczny w Lüneburgu.
StadtALg PA 42.
Od stycznia 1943 r. do sierpnia 1945 r. Hölscher ponownie przejął zarządzanie oddziałem chirurgicznym z powodu wojny. Werner Kalliske został powołany do wojska. Dopiero 6 sierpnia 1945 r. Richard Hölscher został na dobre zwolniony ze służby.
Przez cały ten czas Richard Hölscher był zaangażowany w przymusowe sterylizacje. Musiał być również świadomy morderstw robotników przymusowych w »Barakach dla cudzoziemców« w swoim szpitalu, ponieważ cieszył się najwyższym poziomem zaufania wśród personelu jako były dyrektor medyczny i szef chirurgii.

Artykuł prasowy z gazety Lüneburger Landeszeitung z dnia 22 marca 1948 r., tom 3, n. 34, s. 3.
StadtALg PA 42.

Werner Kalliske, 1936.
StALg PA 286.
WERNER KALLISKE (1901 – 1949)
Werner Kalliske pochodził z Bornstedt koło Poczdamu. Urodził się 21 maja 1901 roku. Studiował medycynę w Berlinie. Następnie pracował w szpitalach Westend i Charité. Do Lüneburga zgłosił się bez świadectwa. Jego wniosek został rozpatrzony pozytywnie tylko dlatego, że był członkiem eskadry medycznej SS. Stwierdził również, że Reichsgesundheitsführer Leonardo Conti może udzielić informacji na jego temat osobiście. Miał bardzo dobre kontakty na najwyższych szczeblach narodowych socjalistów.
W 1936 r. przeniósł się z Berlina do Lüneburga wraz z żoną i dwójką małych dzieci, aby objąć stanowisko starszego lekarza. Początkowo przez trzy miesiące mieszkał u Richarda Hölschera. Następnie znalazł nowy dom przy Wilschenbrucher Weg. Objął stanowisko ordynatora chirurgii w szpitalu w Lüneburgu. Od tego momentu przeprowadził setki przymusowych sterylizacji.
Kalliske ponownie został ojcem w 1937 i 1939 roku. Jego żona zmarła dzień po narodzinach ich czwartego dziecka. Od tego momentu musiał sam opiekować się dziećmi. Richard Hölscher przejął jego obowiązki na dziewięć miesięcy, aby Werner Kalliske mógł wszystko zorganizować.
W 1942 r. Werner Kalliske ożenił się po raz drugi z Armgard Boll (z domu Freiin von der Goltz). W międzyczasie był starszym lekarzem w szpitalu rezerwowym. Ze względu na służbę wojskową nie brał udziału w mordowaniu robotników przymusowych.
Po zakończeniu wojny został wzięty do niewoli. W sierpniu 1945 r. zachorował i wypadł z okna na terenie szpitala w obozie w Brnie. W rezultacie zmarł.
MAX BRÄUNER (1882 – 1966)
Max Bräuner był zamieszany w wiele przestępstw medycznych począwszy od 1934 roku. Od 1934 r. zgłaszał i oceniał setki pacjentów pod kątem przymusowej sterylizacji. Jako sędzia zdecydował o co najmniej 380 przymusowych sterylizacjach. Od 1940 r. decydował o tym, w jakim stopniu dorośli pacjenci byli przenoszeni do różnych ośrodków zagłady. W 1941 r. utworzył »oddział pediatryczny« w Lüneburgu, a w 1944 r. »centrum gromadzenia cudzoziemców«.

Zdjęcie Helene Feddersen i Maxa Bräunera, 1911 r.
Własność prywatna Gisela Bhatia | ArEGL 90.
Max Bräuner pochodził z Karlsruhe. Był synem poczmistrza i studiował medycynę w Monachium i Getyndze. W 1909 roku dołączył do Sanatorium i Domu Opieki w Lüneburgu jako asystent lekarza. Poznał tam swoją przyszłą żonę Helene Feddersen. Pobrali się w 1911 r. Ich jedyny syn urodził się w 1917 r. W 1936 r. Max Bräuner został dyrektorem medycznym sanatorium i domu opieki w Lüneburgu.

Obraz w drewnianej ramie. Przód: Zdjęcie Maxa Bräunera, po 1945 roku.
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Z tyłu: (po lewej) zdjęcie Maxa Bräunera, ok. 1965; (po prawej) nieznane, ok. 1960.
Własność prywatna Gisela Bhatia | ArEGL 90.
Portret w drewnianej ramie przedstawia Maxa Bräunera w wieku około 65 lat. Zdjęcie zostało zrobione po wojnie. Na odwrocie znajduje się więcej zdjęć. Na zdjęciu po lewej stronie ma już ponad 80 lat. W 1961 roku zdecydował się przyznać do udziału w programie »Eutanazji«. W rezultacie wznowiono śledztwo, które zostało zamknięte w 1949 roku.

